2025-06-02 Whistler, CA
2.6.25 Porteau->Cat Lake, 40km, 720hm. Aujourd'hui sera une journée de décisions spontanées. Sur la laverie, deux ratons laveurs se battent. La roue arrière a encore perdu de...


Publié: 10.06.2025




























9.6.25 Marble Canyon -> Chasm, 77km, 840hm. Heute geht es noch 20 km auf dem Highway 99 die meiste Zeit bergab. Bei einer kleinen Anhöhe mit Kanada Fahne mache ich Frühstückspause. Kurz vor 9h bin ich am Museum Hat Ranch und muss warten bis sie aufmachen. Mit einem österreichischen Pärchen und vier anderen Touristen bekommen wir von der Indianerin eine Führung. Sie zeigt uns das Tipi vom Sommerlager und den Erdhügel vom Winterlager. Außerdem hat sie für uns ein paar Gewürze und essbare Wurzeln von Blumen. Zum Abschluss singt sie uns ein Lied zur Trommel und zeigt uns noch ein Wurfspiel. Mit einem Stock werden zwei Ledersäckchen die mit einem Band verbunden sind geworfen und möglichst wieder mit dem Stock vom Mitspieler aufgefangen und zurückgeworfen. Anschließend schaue ich mir die Ranchgebäude an. Es gibt Schilder auf deutsch. Im Saloon ist eine auf alt gekleidete Führerin. Sie erklärt sogar auf Deutsch. Interessant ist , das die ganze Inneneinrichtung samt Tapeten so gut erhalten sind. Mich wundert es, dass die letzten 100 Jahre keine Renovierung stattgefunden hat. Im Schatten vor dem Restaurant bearbeite ich noch den Blog und telefoniere. Dann geht es auf den vielbefahrenen HW97. Alle 5 Sek ein Auto. Wenn ich Glück habe, kommt zwischendrin mal für eine halbe Minute kein Auto. Es ist warm und es geht viel bergauf. Sao komme ich wieder ordentlich ins Schwitzen. Nach eineinhalb Stunden mache ich am 6 Mile Lake Mittagspause. Hier ist zwar kein Schatten, aber drei Leute, von denen der Ältere, in Erkrath geborene, sogar etwas deutsch spricht. Sie bieten mir ein Bier an, das kann ich jetzt aber nicht trinken, dann erreiche ich heute mein Ziel nicht mehr. Also schenken sie mir zwei Würstchen. Die Steigung ist nicht sehr stark, aber die Straße zieht sich immer weiter Berg hoch. Sobald ich denke, gleich bin ich oben, kommt noch eine Kurve und es geht weiter hoch. Dann geht es an einem Salzsee vorbei runter nach Clinton. Zuerst fülle ich das Benzin auf, dann kaufe ich Bier und stehe vor dem geschlossenen General Store. Zum Glück hat auch die Tankstelle einen kleinen Supermarkt. Die Auswahl ist nicht groß. Ich kaufe Wurst, Tomaten und Mais in der Dose. Nun geht es noch mal 15 km über den Highway durch eine sanfthügelige Landschaft bis auf 1000 m. Hohe Berge sind gar nicht mehr zu sehen. Auf der Nebenstrecke zum Chasm Canyon ist es dann ruhig. Nachdem ich den Ausblick in den Canyon genossen habe schaue ich mich nach einem Zeltplatz um und treffe auf einen anderen Radfahrer. Es ist Roman, der mir den Tipp für diesen Platz gegeben hat. Ich baue das Zelt auf und schaue einmal nach dem kleinen Bach der in den Canyon fließt. Bevor ich Essen koche, gib mir Roman weitere Tipps für die Route und zeigt mir auch, dass man die Lebensmittel sicher im hinteren Teil des Müllbehälters aufbewahren kann, was ich nach dem Kochen dann auch mache. Aber erstmal muss ich mich einsprühen weil es wieder zahlreiche Mücken gibt. Während ich esse verabschiedet sich Roman schon und geht ins Zelt, was ich dann nach dem Spülen auch mache.
10.6.25 Chasm Canyon -> Irish Lake, 59km, 300hm. Roman und ich frühstücken nicht gemeinsam, aber wir fahren bis zur Tankstelle mit dem General Store 70 mile am HW97 zusammen. Hier stehen mal wieder richtig viele Oldtimer herum. Ich biege ab zum Green Lake. Die North Bonaparte Road ist ruhig. Sie führt durch Birkenwälder und dann kleinen Seen vorbei. Auf einem sehe ich eine Biberburg. Bevor die Straße den Green Lake verlässt, gehe ich noch mal schwimmen und ruhe mich vor der Bergetappe aus. Kurz vor 15h erreiche ich den Irish Lake. Hier sind nur Tagesgäste erwünscht. Ich erkunde die Gegend und entdecke einen schönen Steg und etwas abseits im Wald versteckt ein Platz fürs Zelt. Ich muss nur ein bisschen Holz wegräumen. Das Zelt baue ich aber erst später auf, erst einmal koche ich und gehe ausgiebig baden und habe viel Zeit, auch zum lesen. Beim Wasser holen entdecke ich eine gelb schwarz gestreifte Schlange. Sie ist perfekt fürs Schilf getan. Gar nicht so einfach sie zu beobachten. Nur wenn sie sich bewegt, fällt sie mir auf. Ich bleibe bis zum Sonnenuntergang am Steg.
11.06.25 Irish Lake->Clearwater, 115km! +650hm, -1430hm. Heute nehme ich mir eine richtig lange Etappe vor, weil die Campingplätze ungünstig liegen. Noch eine Nacht wildzelten möchte ich nicht, weil ich wieder Strom brauche. Trotzdem habe ich Zeit erstmal den sonnengruß zu machen und dann zu schwimmen. Das Wasser ist viel wärmer als die Luft. Auf dem Fahrrad bekomme ich kalte füße und Hände bei 7°C. Heute sind mehr LKW unterwegs, aber insgesamt ist wenig Verkehr auf dem HW 24. Trotzdem biege ich auf den nebenstrecke Bridge Road North für einige Kilometer ab. Beim Frühstück auf einer Brücke höre ich auf einmal hinter mir ein unbekanntes klirrendes Geräusch. Ich entdecke zwei Rehe die durch einen Metallzaun gestiegen sind. Ob sie mich gar nicht bemerkt haben? Auf jeden Fall kann ich sie gut beobachten und auch von den Autos lassen Sie sich nicht stören. Auf der weiteren Strecke sehe ich noch zweimal Rehe und ein kleines Hörnchen mit buschigem Schwanz wechselt die Straßenseite. Auch ein schöner Admiral Schmetterling liegt etwas benommen auf der Straße. Ich kann ihn auf die Hand nehmen und auf dem Gras absetzen. Eigentlich will ich beim Phinetta Lake auf den nebenstrecke Eakin Greek abbiegen. Da ich das Handy aber nicht an habe, verpasse ich den Abzweig und steige immer weiter auf bis zum McDonald Pass auf 1311 m. Vorher mache ich aber noch am letzten See auf dem Plateau, Latremouille Lake, einen Stopp zum Essen und Baden. Dann kommt eine 15 km lange Abfahrt mit 1000 hm bis nach Little Fort. Der Laden an der Tankstelle hat kein frisches Obst und Gemüse. So kaufe ich aus der Kühlung ein Kartoffelgericht, Bohnen in der Dose und ein Bier. Der Highway 5 folgt dem North Thomson River aufwärts. Hier ist wieder viel Verkehr und die Straße geht endlos geradeaus. Ich zähle die letzten 20 Kilometer herunter. Der Campingplatz ist riesig groß, leider sind alle Plätze mit Blick auf den Fluss schon belegt. Ich wähle Nummer 8 und schwitze beim Zeltaufbau. Mit dem Fahrrad drehe ich eine Runde über den Campingplatz um die Powerbank aufzuladen muss ich diesmal vier Camper ansprechen bis ich fündig werde. Dafür werde ich auch direkt auf ein Bier eingeladen. Dann fahre ich runter zum Fluss und diktiere erst einmal das Tagebuch von gestern und heute. Ich koche am Zelt und bin dann so müde, dass ich gar nicht alles aufessen kann und das Aufräumen mir total schwer fällt. Ich schleppe mich ins Zelt und denke ich schlafe bestimmt sofort ein. Ist aber nicht so. Zum einen muss ich gegen 22h noch die Powerbank abholen, dann stinkt es nach Benzin, weil die Flasche nicht richtig zu war, und es kommen immer wieder neue Züge vorbei, die sehr laut sind.
12.06.25 Clearwater ->Avola 75km 600hm. Und 7:20h bin ich schon in Clearwater. Die Tourist-info und der Supermarkt machen um 8h auf, der Laden mit der Post um 9h. In der Tankstelle gegenüber kaufe ich ein Brot, kann auch die Powerbank laden und frühstücke davor. Ich mache einen größeren Einkauf und frage in der Tourist-info nach Informationensseiten im Internet über Waldbrände und deren Auswirkungen. Aber Sie können mir keine Seiten nennen. Ich kaufe eine Postkarte, schreibe sie direkt und schicke sie um kurz nach 9h ab. Nun kann ich 5km Nebenstrecke fahren und nach weiteren fünf Kilometer auf dem HW 5 noch mal 15km auf einer feinen Schotterpiste. Die Strecke führt teilweise neben der Bahn her, steigt dabei immer mal wieder an und führt an Farmen vorbei. Die Teatro's Ranch ist besonders schön aufgemacht. Hier kann man auch übernachten. Ich mache ein paar Selfies und bemerke erst dann hinter dem Zaun ein hockendes Mädchen. Sie beobachtet ein Nagetier. Bevor ich in Vavenby wieder auf den HW5 muss, mache ich am General Store bei einer überdachten Sitzgruppe Mittagspause. Am Laden ist auch die Tankstelle und die Haltestelle für den Bus und ich kann hier auch in der Zeit die Powerbank weiter laden. Gerade als ich weiterfahren will, kommen zwei Züge vorbei. Es dauert 8 Minuten bis der Bahnübergang wieder frei ist. Am Himmel haben sich dunkle Wolken zusammengeschoben und es gewittert. Nun aber schnell weg. Ich lasse die Wolken hinter mir und fahre am Fluss entlang. Wenn nicht so viel Verkehr wäre und so viele lange Geraden, wäre es richtig schön. Es gibt idyllische Blicke auf den Fluss und auch auf die Berge in der Ferne. Auf einmal nehme ich einen Erdbeergeruch war. Und tatsächlich entdecke ich hinter der Straßenbegrenzung wilde Erdbeeren. Ich lasse mir eine Handvoll schmecken. Ein Stück weiter kommt ein Rastplatz, den ich aber nicht so einleitend finde. Ich trample weiter und schaue 7 km später mal wieder aufs Navi, um festzustellen, dass dort die Übernachtungsmöglichkeit gewesen wäre, die mir Roman empfohlen hat. Jetzt umdrehen will ich aber nicht, in der Hoffnung, dass sich einen anderen Platz finde. Es gibt eine Einfahrt auf eine bunte Kleewiese mit Blick auf die Bahn und den Fluss. Hier kann ich mir vorstellen zu bleiben, schaue aber erst noch mal zwei Kilometer weiter nach einem Weg, der direkt zum Fluss führt. Leider ist das Privatgelände und gesichert, also drehe ich um und nehme die Kleewiese. Ich richte mir einen Sitzplatz ein. Kaum habe ich angefangen das Zelt aufzubauen, fallen die ersten Regentropfen. Nun aber schnell. Ich lese und mache ein Nickerchen. Heute koche ich im Zelteingang. Zum Essen kann ich mich kurz nach draußen setzen, dann fängt es wieder an zu regnen. Immer wieder kommen laut tuckernd die Züge mit ihren 150 Waggons vorbei. Leider ist auch die Straße noch zu hören. Aber ich schlafe trotzdem gut.
13.6.25 Avola -> Blue River/Mud Lake, 51km, 320hm. Heute morgen regnet es, ich drehe mich noch mal rum und schlafe tatsächlich bis 8:45h. Laut Wetterbericht soll es ab 11 Uhr besser werden. So packe ich, aber es ziehen immer wieder Schauern durch. Um 12:45h schiebe ich mein Fahrrad auf die Straße, muss aber ein Kilometer später schon den Poncho überziehen. In Avola halte ich nicht an. Es geht über den Fluss und dann zu einer Anhöhe auf 770 Meter hinauf. Kurz vorher gibt es den Abzweig zum Little Hell's Gate. Das würde ich mir gerne anschauen, entscheide mich dann aber dagegen, als ich sehe, dass es 3km entfernt ist. So mache ich nur eine Pause und esse das Müsli unterm Poncho hockend. Nun, um 15:30h, hört es tatsächlich auf zu regnen und ich fahre etwas fröstelnd wieder zum Fluss hinunter. Die vorbeikommenden Laster wirbeln immer noch Feuchtigkeit auf bis die Straße trocken ist. Das Örtchen Blue River ist von der Hauptstraße aus gar nicht zu erkennen. Da ich an der Tankstelle keine Milch und Bier bekomme biege ich trotzdem ab. Die Wohnhäuser stehen im großen Abstand. Dazwischen ein Liquid Shop. Ich fahre zum kleinen See. Hier gibt es eine Badestelle mit Waschhaus und Steckdose. Ich koche unterm Vordach und habe einen wunderschönen Blick über den kleinen See auf die wolkenverhangenden Berge. Am liebsten würde ich hier übernachten, traue mich aber nicht das Zelt in der Parkanlage aufzubauen. So fahre dann noch sechs Kilometer weiter zum Mud Lake. Dorthin gibt es noch mal richtig steile Anstiege auf Schotter, die mich außer Atem bringen. Hier ist alles feucht und es gibt nur einen Tisch und ein Plumpsklo bei der Slip-anlage. Ich suche einen Baum, um die Lebensmittel hochzuziehen. Gehe dann kurz schwimmen, aber das Wasser ist eisekalt. Da mich die Mücken stechen, lege ich mich ins Zelt. Ich sehe, dass ich einen Beutel mit Lebensmitteln vergessen habe. Jetzt habe ich aber auch keine Lust mehr noch mal zum Baum zu gehen. So packe ich alles doppelt in Plastik, in der Hoffnung, dass kein Bär es riechen kann, falls er vorbeikommt.
14.6.25 Blue River-> Valemount, 93km, 420 hm. Es ist kühl am Mud See und die Wolken hängen noch tief, aber es bleibt heute trocken. Wenn es gut läuft, will ich heute bis Valemount fahren, deshalb mache ich mich auf, ohne zum 2km entfernten Wasserfall zu wandern. Das anstrengste heute, ist das erste Stück vom See wieder auf den HW 5. Heute morgen ist etwas weniger Verkehr, vielleicht auch weil Samstag ist. Frühstück mache ich auf einem Rastplatz, an dem ich auch gut hätte Zelten können. Mit kleinen Anstiegen folgt die Straße weiter den Thompson River. Ich komme den hohen Bergen näher. Es gibt eine Baustelle mit Ampel, dadurch kommt der Verkehr stoßweise und ich habe immer mal wieder die Straße für mich alleine und Ruhe. Vor dem langen Anstieg, wartet ein Zug. Als er mich dann wieder überholt, winkt mir der Lokführer zu. Zweimal sehe ich Rehe. Ein Autofahrer aus dem Gegenverkehr stoppt und informiert mich über einen Bären auf meiner Seite. Als ich weiter fahre kann ich Ihnen leider nicht entdecken. Vor Valemount gibt es dann noch mal eine lange langweilige Gerade. Ich besuche die Touristinfo und gehe in vier Läden einkaufen. Unter anderem besorge ich mir ein Moskitonetz für den Kopf. Das hat mir Roman empfohlen. Am Campingplatz kann ich mein Zelt am Fluss aufstellen und bekomme den Hinweis auf live Musik beim Stadtfest. Ich mache ein Nickerchen im Zelt, koche und fahre dann dorthin. Zwei Leute auf der Bühne spielen Rhythmen ein und singen und spielen Gitarre dazu. Ein Mann ist sehr aktiv vor der Bühne und schafft es immer wieder Leute zum Tanzen zum motivieren. Im Abendrot fahre ich zurück und lade noch die Bilder aufs Handy.
15.6.25 Valemount ->Mount Robson Park
44+7km, 500+ 200hm. Ich könnte noch mal zum Stadtfest fahren und dort Pancake essen, entscheide mich aber für den Rastplatz auf dem Highway und für das eigene Frühstück: Brot mit Erdnussbutter und Orangemarmelade. Bei der Brücke über den Fraser River, den ich jetzt schon zum dritten Mal überquere, gibt es eine Kreuzung und ich fahre auf dem HW 16 weiter. Interessant finde ich, das Anhalterverbotsschild. Was soll man tun wenn man hier angekommen ist und einen neuen Lift braucht? Nun steigt die Straße weder an. Ich mache einen Stopp und besichtige die Rearguard Waterfalls. Er erinnert mich ein bisschen an den Rheinfall von Schaffhausen. Auf der Höhe von 800m ist ein groß angelegtes Touristenzentrum mit Campingplätzen, Tankstelle, Andenkenladen und Touristinformation. Hier ist man sehr nett, aber alles braucht seine Zeit. Ich bekomme für 3 $ und 30$ Kaution ein Schließfach, so dass ich mein nicht benötigtes Gepäck und Lebensmittel bärensicher zurücklassen kann. In der Sonne esse ich mein Müsli und fahre dann um 13h mit leichtem Gepäck bis zum türkis grünen Kinney Lake, aus dem der schäumende Robson River entspringt. Man dürfte zwar noch weiter fahren, aber ich lasse das Fahrrad zurück, schulter den Rucksack und gehe den Zickzack- weg zu fuß hinauf. Am Ende des Sees mache ich einen Nickerchen und mich anschließend auf dem Weg der restlichen 5km. Der Weg wurde ganz neu angelegt, weil der alte auf der anderen Fluss Seite bei einem Unwetter zerstört wurde. Um 17:15h erreiche ich den Zeltplatz Whitehorn. Hier bin ich jetzt ganz alleine. Es gibt eine große überdachte Sitzgruppe mit Kochstelle, mehrere Plumpsklos, 20 eingefasste Zeltplätze und sichere Foodboxen. Leider ist der weitere Weg gesperrt und somit meine Aussicht auf die Berge beschränkt. Kaum dass ich das Zelt aufgebaut hat verschwindet schon die Sonne hinter den hohen Bergen und beim Kochen und Essen weht ein unangenehmer Wind. Rundherum blühen viele kleine Blumen. Ich gehe noch ein paar Meter auf dem neuen aber abgesperrten Weg und habe einen Blick auf den fast 4000 Meter hohen Mont Robson, an dem nun immer Abendlicht die Wolken verwehen.
16.6.25 Whitehorse . Die Nacht habe ich gefroren und mir zuerst Socken und Leggings angezogen, und später auch noch ein Sweatshirt. Dann saß mal wieder meine Nase zu und das fiel mir schwer durch den Mund atmend wieder einzuschlafen. Das Zelt ist von innen feucht. Ich wende es, damit es trocknen kann und bleibe noch etwas liegen. 8:10h beginne ich mit dem Rückweg. Um 10:30h, kurz vor dem Kinney Lake kommen mir die ersten Leute entgegen. Im morgenlicht leuchtet der See wunderschön. Ich denke, dass hier der schönere Platz zum Übernachten gewesen wäre. Der Rückweg mit dem Fahrrad ist nun einfach, weil es die meiste Zeit bergab geht. An der touristinfo freue mich den Spindler und bekomme die 30 Dollar zurück. Dann nutze ich auch noch die Steckdose und das WLAN, denn meine SIM-Karte kann ich nicht nutzen, weil hier kein Service ist. So bin ich erst um 13:30h wieder auf dem HW16 und als erstes geht es weiter bergauf. Heute ist deutlich mehr Verkehr als gestern. Ich komme gut voran, weil ich die meiste Zeit leichten Rückenwind habe. Nach 20 km mache ich am Ende des langgezogenen Moose Lake eine kurze Pause. Doch Ruhe gibt es hier nicht: die Autos fahren vorbei, ein Tankwagen wird befüllt, Gras geschnitten und mit dem Laubbläser weggeblasen, und ein Boot auf den Trailer verladen. Ein Stück Folge ich noch dem Fräser River, der dann von mir unbemerkt abbiegen und gelange zum Yellohead Lake. Auf dem Camp gibt es noch viele freie Plätze, aber nur einen in Wasser Nähe. Als ich mein Zelt aufbaue kommt auch schon der Ranger vorbei und kassiert 22 $. Leider hört man bis zum Zelt die LKWs und die vorbeifahren und Züge. Bei einem zähle ich wieder die Waggons. Diesmal sind es 189. Da ich hungrig bin, beginne ich gleich mit dem Kochen. Nach dem Essen drehe ich eine Runde über den Platz und suche Camper, die mir die Powerbank aufladen. Ich sehe nur einen größeren und habe direkt Erfolg. Am Ufer spreche ich im Sonnenuntergang mit einem Pärchen aus Vancouver. Eine Frau kommt vorbei und sucht verzweifelt ihre vor zwei Tagen entlaufende Katze.
17.6.25 Yellohead Lake->Jasper/Snaring River Overland, 63km, 290hm. Die Nacht war wieder sehr kalt und so bin ich nicht motiviert schon morgens schwimmen zu gehen. Ich fahre eine Stunde auf dem Highway und mache Frühstück auf der Pipeline Trasse. Ein Stück weiter, am Pass, 1110m, wären auch Picknicktische mit Seeblick gewesen. Das habe ich leider auf der Karte nicht gesehen. Hier ist auch die Grenze zu Alberta. Die Straßenhinweisschilder sind jetzt grün und sehen etwas altbacken aus. Hier ist auch eine andere Zeitzone, nun bin ich nur noch acht Stunden von zu Hause entfernt. Ich hatte erwartet, das es hinter dem Pass steiler Berg runter geht, aber der Miette River fließt so gemächlich dahin, dass ich kaum Fahrt aufnehme und immer wieder gegen den Wind an trampeln muss. Ich passiere die Kontrollstation zum Nationalpark. Auf der Tafel kann ich lesen: 11 Dollar für Erwachsene, aber alle werden durchgewunken. Vor Jasper sehe ich dann die ersten verbrannten Bäume. 2024 war hier ein großes Wildfeuer Am Ortseingang steht ein Containerdorf, vermutlich für die Leute, deren Zuhause abgebrannt ist. Als nächstes sehe ich einen ganzen abgeräumten Straßenzug. Die Innenstadt ist aber wohl vom Feuer verschont geblieben. Die Touristen sitzen gemütlich im Straßencafé. Ich besuche das Touristeninfo und versuche zu verstehen wo ich Hiken gehen kann und wie man die entsprechenden Zeltplätze bucht. Obwohl ich noch zweimal nachfrage checke ich es nicht richtig. So halte ich an meiner Idee fest, noch 15 Kilometer nach Norden zu radeln, dort zwei Nächte auf dem Campingplatz zu bleiben, und morgen zum Hawk Mount hinauf zu gehen. Ich kaufe für zwei Tage ein und lade währenddessen die Powerbank. Auf dem Wege mache ich einen Abstecher zum Maligne Canyon. Obwohl es gesperrt ist, fahre ich zur fünften Brücke. Die abrückenden Arbeiter weisen mich noch mal darauf hin, dass gesperrt ist. Trotzdem gehe ich ein Stück in den Canyon hinein. Einige verbrannte Bäume sind gefällt worden, andere umgekippt, aber der erste Teil des Weges ist schon geräumt. Auf dem Wege begegnet mir eine Hirschkuh. Sie bleibt auf dem Weg stehen und ich kann sie gut beobachten. Als sie zum Fluss geht, will ich dem Weg passieren, doch sie kommt zurück und stellt sich in den Weg und macht forsche Schritte auf mich zu. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich hebe ein paar Steine auf und die Hirschkuh tritt den Rückzug an, so dass ich passieren kann. Tief eingeschnitten im Canyon rauscht der Bach und rundherum ist alles verbrannt. Eine surreale Kulisse. Bei Brücke 3 habe ich genug gesehen und drehe um.
Am Snaring River gibt es zwei Campingplätze nebeneinander. Ich wähle den kleineren und nehme einen Platz der für Wanderer ist und nur zu Fuß zu erreichen. 31,25$ soll hier die Nacht Kosten. Ich baue das Zelt auf, hole Wasser aus dem Fluss und beginne mit dem Kochen. Als die Parkaufseherin kommt, beklage ich mich über die hohen Platzgebühren. Sie sagt, dass das Feuerholz inklusive sei und der andere Zeltplatz nur 17,50$ kostet. So beschließe ich nach dem Essen noch mal umzuziehen. Für Abbau, Packen, Aufbau und Einrichten benötigt insgesamt nur eine Stunde. Heute sind meine Füße besonders schmutzig von der Asche im Canyon. Da lohnt sich eine Wäsche.
18.6.25 Wanderung zum Hawk Mount (2434m), 14km, +-1550hm. So gut wie diese Nacht, habe ich schon lange nicht mehr geschlafen. Die Temperatur war genau richtig und ich musste nur einmal pinkeln. Um 7:15h, nach neuer Zeit, fahre ich über den Hinterausgang und ein Stück über den Highway. Bei der Brücke über den Athabasca River beginnt der Wanderweg. Zwei junge Männer starten mit mir. Zwei Kilometer geht es auf einem Fernwanderweg den Fluss hinauf, dann beginnt der Aufstieg. Der Weg führt erst durch einen Wald und über den Morro Creek zu einer Felswand. Dort geht es in einer Spalte mit viel Geröll sehr steil hinauf. Dann folgt wieder ein gemütlicher Abschnitt durch den Wald. Hier mache ich erstmal Frühstückspause. Die beiden jungen Männer sind schon lange nicht mehr zu sehen. Zweimal komme ich vom Weg ab und muss das Navi benutzen. Nun wird es wieder felsiger und steiler. Vereinzelt liegen noch Schnee Reste herum. Als die beiden anderen Wanderer mir schon wieder entgegenkommen, denke ich, ich bin gleich oben. Aber bis zum Gipfel benötige ich noch eine ganze Stunde. Erst um 14 Uhr bin ich oben. Der Rundumblick ist super. Besonders im Süden und Westen sind hohe Berge zu sehen. Je nach Lichteinfall leuchtet der Fluss türkis. Es ist viel Zugverkehr. Auf der Karte kann ich nachmessen, dass die Züge 3,38km lang sind! Wie belädt und stellt man wohl so lange Züge zusammen? Nach einer dreiviertel Stunde geht das wieder zurück. Ich mache zwei Pausen, weil mein Kopf von der Anstrengung glüht. Er wollte mal wieder mehr als dem Körper gut tut. Um 19h bin ich mit Kopfschmerzen wieder auf dem Camping. Heute kann ich bei Schweizern die Powerbank laden. Während ich koche und esse ziehen dunkle Wolken auf und ich muss mit dem letzten Bissen ins Zelt flüchten. Es kostet mich viel Überwindung im Regen die Powerbank abzuholen. Mit der geladenen Powerbank bekomme ich auch noch eine Schweizer Schokolade geschenkt! Vielen Dank!
