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2025-03-11 West Coast NZL Part 2

Published: 11.03.2025

Drive
Lake Mahinapua → … → Mt Brown Hut
40 km · 4h · HW6
Accommodation
Zeltplatz neben der Mt Brown Hut
1 Nacht · Tent · Mt Brown Hut
Accommodation
Joans Unterkunft
West Coast
Attraction
Lake Ianthe
West Coast, Neuseeland
Attraction
Lake Mahinapua
West Coast, Neuseeland
Attraction
Hokitika
Hokitika, Neuseeland
Attraction
Lake Kaniere
West Coast, Neuseeland
Attraction
Mt Brown Hut
West Coast, Neuseeland
Attraction
Blue Spur
West Coast, Neuseeland
Eat
das Café in Wharatao
$$ · Snack
Eat
die gut besuchte Kneipe in Ross
$$ · Dinner



11.03.2025 Lake Mapourika, Ausflug mit Gerlinde und Hubert. Die Nacht war warm und ich habe teilweise die Beine aus dem Schlafsack gestreckt. Dann konnte ich nicht unterscheiden, ob ich gerade wieder gestochen werde, oder ob die alten Stiche jucken. So habe ich in der Nacht noch mal mit der Stirnlampe das Zelt nach Insekten abgesucht. Nun gehe ich als erstes schwimmen und berühre wieder mit dem Fuß eine Fisch. Leider ist das Wasser so dunkel, dass ich nichts sehen kann. Die Nachbarin meint, es seien Aale. Ich koche einen Tee und vergesse trotz Wecker mal wieder den Sonnengruß. Um 9:30h kommen wie verabredet der Gerlinde und Hubert mit dem Auto. Wir fahren wieder in das Tal vor dem Franz Joseph Gletscher und laufen zu zwei Aussichtspunkten. Das Wetter ist viel besser als vorausgesagt und ich kann sogar einige Gipfel sehen. Ich zeige den beiden noch den kleinen Teich, den ich gestern Abend am Fußweg entdeckt habe. Dann fahren wir rüber nach Fox. Mit dem Auto geht das fix. Nach einem Stopp an der Mauri Bootskulptur, Te Kopikopiko o te Waka, fahren wir zum Lake Matheson. Bei schönem Wetter sollen sich hier wunderbar die Gipfel spiegeln. Wir werfen mehr den Blick auf dem Mikro- Kosmos, will sagen, wir fotografieren Moos und kleine Pflanzen. Auch können wir wieder den Fächer-Vogel beobachten. Am Ende beginnt zu regnen und wir flüchten ins Auto. Nach einem Stopp am Supermarkt setzen die beiden mich wieder am Campingplatz ab. Morgen wollen wir gemeinsam eine Bootstour durch die Lagune machen. Der Regen prasselt aufs Zelt und ich begebe mich ans Tagebuch schreiben. Als ich damit fertig bin, sehe ich, das Gerlinde versucht hat mich anzurufen. Ich rufe zurück und höre, dass ihre Kiwi Tour abgesagt und Hubert unterwegs ist, um mich zu holen. Ich kann bei Ihnen auch übernachten. Kaum habe ich das Nötigste eingepackt, ist Hubert auch schon da. Wir kochen gemeinsam gebratene Nudeln mit Gemüse und Ei. Anschließend schauen wir auf die Karte und Hubert gibt mir viele Informationen über Sehenswürdigkeiten. Dabei leeren wir so einige Dosenbier. Ich kann auf dem ausgeklappten Sofa schlafen.
12.3.24 Ōkārito, Bootstour in der Lagune, Wanderung zum Trig und am Strand. Ich frühstücke mit Hubert während Gerlinde lieber noch länger schläft. Um kurz vor 9h bezahle ich die Bootstour (120$) und wir gehen an den Steg in der Lagune. Mit Schwimmweste besteigen wir mit anderen Gästen das flache Boot. Bei Niedrigwasser geht es über die Lagune bis in den Fluss. Einige Kanus sind auch unterwegs. Wir sehen verschiedene Wasservögel, unter anderem große weiße Reiher und Königslöffler. Dazu gibt es viele Erklärungen, von denen ich aber nur die Hälfte verstehe. Am Wendepunkt im Fluss gibt es einen Kaffee und Keks. Auf dem Rückweg setzen wir einmal auf einer Sandbank auf. Um 11h sind wir wieder zurück. Gerlinde und Hubert haben noch eine Wanderung mit einem Ornithologen gebucht. Ich wandere am Strand entlang zurück zum Haus und gehe dann auf den Aussichtsberg, Trig, 156m. Oben treffe ich die drei wieder. Hier hat man einen guten Blick auf die Alpen, die Lagune und das Meer. Ich lasse die Drei auf dem Rückweg vorangehen und hole sie später wieder ein. Nach einer Kaffeepause wollen wir zur drei Meilen Lagune am Strand entlang wandern. Der Weg ist nur bei Ebbe möglich. An einer Engstelle dreht Gerlinde lieber um, weil sie Sorge hat, dass das Wasser schnell zurückkommt. So gehen wir den gleichen Weg zurück. Anschließend fährt mich Hubert zu meinem Zelt. Ich gehe direkt schwimmen und koche dann. Als das Essen fertig ist wird es auch schon dunkel.
13.3.25 Lake Mapourika-> Lake Mahinapua vor Hokitika, 111km 540hm. Am Morgen ist es richtig kalt, trotzdem gehe ich eine Runde schwimmen und telefoniere anschließend mit Johanna. Sie gibt mir noch mal Informationen zur Mt Braun Hut. Das Zelt ist heute sehr nass. Ich packe es trotzdem ein. Ich könnte Handschuhe gebrauchen, die sind aber ganz unten im Rucksack. So fahre ich nur acht Kilometer bis zum Lake Wahapo und setze mich dort zum Frühstück in die Sonne. Hubert und Gerlinde kommen auch noch mal vorbei und sagen tschüss. Heute liegen die Campingplätze in 46 oder 95 km Entfernung. Da heute der letzte schöne Sonnentag sein soll, will ich versuchen möglichst viele Kilometer zu machen. In Wharatao sitzen die Leute vor dem Café in der Sonne. Ich fahre aber weiter über den gleichnamigen Fluss bis nach Hari Hari. Durch Zufall entdecke ich den kleinen Park mit den vielen Mosaiken, der mich an Gaudi erinnert. Die Künstlerin ist sogar gerade aktiv und ich kann ihr bei der Montage eines Windrades etwas zur Hand gehen. Wie lange so etwas bei uns wohl halten würde, bevor es durch Vandalinismus beschädigt würde? Am Lake Ianthe springe ich einmal ins Wasser und fahre dann gleich wieder weiter. Es läuft so gut, dass ich mit leichtem Rückenwind bis Ross durchfahre. Der Ort knüpft an die Goldgräber Zeiten an. Aus dem Garten, einer gut besuchten Kneipe, kommt live Musik. Zwei Oldies an Banjo und Gitarre. Wenn mir jetzt einer sagen würde, kommen lass uns hier bleiben, dann hätte ich wohl nicht nein gesagt. Aber so gehe ich einkaufen und fahre noch mal eine gute Stunde weiter bis zum Lake Mahinapua. Hier teile ich mir mit zwei deutschen Frauen die Sitzgruppe. Ich suche mir direkt wieder jemand zum Laden der Powerbank. Weil es so spät ist, gehe ich nicht mehr schwimmen, sondern fange gleich mit dem Kochen an. Heute koche ich gleich eine größere Portion für morgen mit, die ich dann morgen auf der Mt Brown Hut essen kann.


14.3.25 Lake Mahinapua -> Mt.BrownHut, 40km + 4std Aufstieg. Der Vollmond hat die ganze Nacht leuchtet. Ich mache den Sonnengruß und gehe wenigstens für ein Foto an den See. Zum Baden ist es mir zu kalt. Gestern habe ich zu sehr gefroren. Es geht wieder zurück durch den tunnelartigen Wald auf den HW6 nach Hokitika. Im Zentrum steht ein Uhrenturm. Drumherum zweistöckige Gebäude, ein Museum mit Säulen, das gelb leuchtende, klotzige Regent Theater und etwas weiter eine Kirche mit hohem Turm. Dazwischen mehrere Straßen mit Geschäften und Bars. Ich finde den Supermarkt und kaufe meine Kleinigkeiten ein. Am Parkplatz werde ich auch endlich meinen Müll los. Dann fahre ich auch schon wieder raus aus der Stadt. Ich will den WestcoastTrail nutzen, habe aber die Zufahrt verpasst. Nun folge ich ihm und der Bahnstrecke auf einer parallelen Straße. Vor einer Fabrik mit vielen Gasbehältern stehen zwei Lokomotiven der Kiwi-bahn. Es geht Fluss aufwärts nach Kanier. Hier mache ich an einem Picknickplatz gegenüber einem Hotel im Westernstil Frühstückspause. In einem auf und ab geht es zum Lake Kanier. Am Ufer will ich nur ein Foto machen und bekomme direkt wieder 10 Stiche von Sandflies ab. Also schnell weiter. Hinter dem Campingplatz geht die Straße in Schotter über. Eine Gruppe Radfahrer kommt mir entgegen. Sie haben es leicht auf ihren E-Bikes ohne Gepäck. Ein Stück weiter wartet schon der Bus mit dem Anhänger. Am Startpunkt des Wanderweges zur Mt. Brown Hut stehen vier Autos. Ich packe meinen Rucksack und lasse den Rest wieder in in zwei Taschen, durch Müllbeutel geschützt, auf dem Fahrrad. Zwischendurch kommt ein Huhn mit spitzem Schnabel und macht sich an der Orange zu schaffen. Ich verjage es. Hoffentlich picken sie nicht meine Müllbeutel auf, denn darunter sind auch noch Lebensmittel. Die erste Stunde geht der Weg mit leichtem Anstieg durch den Dschungel. Dann steigt er richtig steil an. Ich kann meine Stöcke kaum einsetzen, und packe sie weg, damit ich die Hände frei habe. Damit ziehe ich mich an den Wurzeln, Lianen und Bäumen hoch. Nun spüre ich sehr meinen schweren Rucksack. Ich habe mich entschieden, das Zelt mitzunehmen. Ohne wäre der Rucksack natürlich leichter, aber die Hütte hat nur vier Plätze, und wenn schon unten vier Autos stehen, könnte es oben eng werden. Nach der zweiten Pause wird der Weg wieder flacher und die Bäume kleiner. Dafür gibt es jetzt immer wieder sehr feuchte, matschige Stellen auf dem Weg. Ich habe die Baumgrenze erreicht und kann endlich Ausblicke genießen. Auch wenn die Gipfel rundherum in Wolken sind, glitzert die Sonne im See. Nach vier Stunden taucht das orangene Dach der Hütte zwischen den hohen Grasbücheln auf. Drei junge Leute, aus Hannover, Leipzig, Dresden kochen gerade hier Abendessen. Ich genieße erst einmal den schönen Ausblick und hoffe, dass die Sonne noch mal durchkommt, denn der Wind ist ganz schön frisch. Aber die Wolken nehmen zu und versperren letztendlich komplett die Sicht. Ich esse meinen Reisgericht kalt. In der Hütte gibt es zwar einen Ofen, aber nur wenig Feuerholz. Neben der Hütte gibt es eine kleine Fläche zwischen den hohen Grasbücheln, auf der ich mein Zelt aufbauen kann. In der Hütte wäre zwar auch ein Bett für mich frei, da ich aber nachts so oft wach werde und pinkeln muss, habe ich lieber meine Privatsphäre im Zelt. Leichter Regen prasselt aufs Zelt. Ich nutze das letzte Licht und lese im Buch, dann schlafe ich tief in meinen Schlafsack gekuschelt ein. Als ich in der Nacht wach werde, leuchtet der Vollmond hell. Anscheinend hat er eine Lücke in den Wolken gefunden.
15.3.25 Mt Brown Hut->Huphrey Wwoof 2, 4std Abstieg und 40km, 150hm. Ein Feuer roter Himmel weckt mich. Ich ziehe alles an, was ich dabei habe, friere aber trotzdem, als ich ab 6:30 Uhr das Spiel von Licht und Wolken beobachte. Die drei aus der Hütte kommen auch hinzu. Das Schauspiel dauert eine halbe Stunde. Die Sonne selber zeigt sich nicht. Ich frühstücke auf der Bank vor der Hütte und packe dann das Zelt ein. An den hohen Grasbüscheln hängen die Regentropfen. Wenn man hindurch geht wird man richtig nass. Ich nutze die Stöcke, um wenigstens die dicksten Tropfen abzuschlagen. Am anstrengendsten ist wieder das steile Stück im Wald. Ich nutze nur einen Stock und halte mich mit der anderen Hand an den Bäumen fest. Dreimal Rutsche ich auf den Wurzeln aus, kann mich aber immer fangen ohne mich zu verletzen. Als das steilste überstanden ist mache ich eine Pause. Die nächste Pause mache ich am Fluss. Hier fülle ich meine Wasserflasche auf und bemerke, dass das Zelt fehlt! Es muss unbemerkt vom Rucksack gerutscht sein. Ich mache mich auf den Rückweg und finde es glücklich nach fünf Minuten auf dem Weg. Gut, dass es nicht irgendwo ins Gebüsch gerutscht ist. Nach vier Stunden bin ich wieder am Fahrrad und packe alles zurück. Mein Regenschutz ist unbeschädigt, kein Vogel hat sich daran zu schaffen gemacht. Nun sind es noch 40 Kilometer bis zu Joan. Ich will dir mitteilen, dass ich gegen 4 Uhr ankomme, muss aber erstmal eine Stunde radeln, bis ich wieder Netz habe. Der Navi führt mich durch das große Flusstal. Hier gibt es nicht viel zu entdecken. Ein paar Sonnenblumen im Vorgarten, Scheinwerfer über einer Schafswiese? Ach ja, da stehen ja auch zwei Footballtore! Von Kanier geht es auf die Hau Hau Rd. Die Schotterpiste führt sehr steil über die Hügel ins nächste und übernächste Flusstal. Entlang der Blue Spur gibt es Relikte aus Goldgräber Zeiten. Ich erreiche die Humphreys Gully Rd und folge ihr bis zur gleichnamigen Brücke. Hier beginnt die steile Zufahrt zu Joans Grundstück. Joan kommt mir in Pumphose und Gummistiefel mit Cleo entgegen. Der große deutsche Schäferhund beruhigt sich schnell. Joan füttert die sieben Hühner und zeigt mir den Wohnwagen. Ein Stück weiter hinter dem Carport reinigt sie das Plumpsklo von Spinnenweben für mich. Das Haus hat einen gemütlichen Küchen- und Wohnbereich in dem auch ein Bett mit vielen Kissen steht. Die Kissen sind mit Frauen bedruckt. Im Raum gibt es viele Bücher in Regalen und als Stapel auf dem Tisch. Ein Holzofen wärmt das ganze. Es gibt einen Wasserfilter, bei dem man den pH-Wert einstellen kann. Wir tauschen uns aus und Joan überlegt, wie ich mich in den nächsten Tagen nützlich machen kann. Draußen beginnt es leicht zu regnen. Ich stelle mein Gepäck in den Wohnwagen. Dann gibt es Diner, Reis mit Gemüse und selbst gebackenes Brot mit Butter. Das WLan wird eingeschaltet und ich kann einige Bilder in den Blog hochladen. Ist arbeitet aber recht langsam, so dass ich nur wenig schaffe. Joan macht derweilen Chigong und geht die Hühner einsperren. Um 20:20 will sie sich bettfertig machen und ich gehe in den Wohnwagen.

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