

已发布: 23.01.2026
























































Jetzt geht es mit Copa Airlines, der nationalen Fluglinie Panamas, weiter nach Costa Rica – dem Hauptziel unserer Reise. Diese in Mittelamerika dominante Fluglinie setzt ausschließlich auf Boeing 737 Flugzeuge verschiedenere Baureihen mit einem Durchschnittsalter von 9,6 Jahren. Die Fluglinie ist soweit ok und auch Mitglied der Star Alliance (Lufthansa, AUA etc.).
Die Geschichte Costa Ricas reicht mindestens bis 8000, möglicherweise bis 12.000 v. Chr. zurück. Bis zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert n. Chr. lebten vermutlich bis zu 400.000 Menschen im heutigen Staatsgebiet.
Zwar erreichte Christoph Kolumbus bereits 1502 das Gebiet des heutigen Costa Rica, doch setzte die Kolonisierung durch Spanien erst 1560 ein. Diese Kolonialphase, in der die Region von eher geringer Bedeutung war, endete 1821 mit der Unabhängigkeitserklärung. 1823 bis 1838 war Costa Rica Mitglied eines mittelamerikanischen Staatenbundes, machte sich aber 1838 selbstständig. Kaffee und Bananen bildeten bald die wirtschaftliche Basis und brachten eine konservative Grundbesitzerschicht hervor.
Erst 1889 kam es zu ersten freien Wahlen, doch wechselten sich danach autoritäre Präsidenten ab, deren Regime Züge einer Diktatur trugen. 1948 kam es zu einem Bürgerkrieg, bei dem rund 2000 Menschen ums Leben kamen. José María („Don Pepe“) Figueres Ferrer gründete die Zweite Republik, bald folgte die Abschaffung der Armee ( bis heute hat Costa Rica kein Militär), 1983 die Neutralität. Dieses und die zunehmende Prosperität brachten dem Land den Beinamen „Schweiz Mittelamerikas“ ein. Von 2006 bis 2010 war der Friedensnobelpreisträger von 1987, Óscar Arias Sánchez, Präsident Costa Ricas, das 2007 einem Freihandelsabkommen mit den USA beitrat.
Der Empfang in Costa Rica ist nun nicht gerade einladend, wir müssen nahezu 1 ½ Stunden in der Warteschlange vor der Immigration verbringen, es waren allerdings fast gleichzeitig einige Flugzeuge aus USA gelandet. Abfertigung dann war aber schnell, freundlich und problemlos.
Die Stadt San José ist nicht unbedingt ein Haupttouristenziel, aber wir wollen einfach der Hauptstadt unseres Ziellandes unsere Referenz erweisen.
Am nächsten Morgen starten wir unseren Stadtrundgange mit einer lokalen Führerin.
Vom Hotel geht es gleich auf die Hauptstraße in der Innenstadt, der Fussgänger Zone Avenida Central, auch Avenida Zero genannt, sie teilt die Innenstadt in zwei Hälften. Am Plaza de la Democracia sehen wir nicht nur das Nationalmuseum von Costa Rica in der ehemaligen Festung Bellavista, sondern auch den brutalen Betonklotz des Gebäudes der legislativen Versammlung Costa Ricas und gleich daneben das „Blaue Schloss“ - das heutige Museum der Demokratie.
Man sieht in San José öfter den üblen Gegensatz von historischen Bauten und benachbarten Betonklötzen.
Durch den „Parque National“ geht es in die eher historische Stadtteile Carmen und Merced. Hier ist heutzutage auch das nationale Kulturzentrum CENAC in einer ehemaligen Rum- und Likörfabrik angesiedelt.
Neben schönen alten Häusern gibt es auch ein paar Kuriositäten zu sehen: ein Stück der Berliner Mauer als Geschenk von Deutschland, die „Wand von Don Quijote“ oder die „Escuala Metalica“, eine Elementareschule, deren Fassade mit übriggebliebenen Eisenblechen vom Bau der „Kaffee-Eisenbahn“ im 19.Jahrhundert verkleidet ist.
Der Parque Morazan ist ein weiterer grüner Bereich mit den von Mexiko gestiftete „Alas de México“ (Flügel von Mexico).
Weiter geht’s zur Plaza de La Cultura, dem zentralen Platz von San José. Später werden wir hier einen kurzen Blick ins Foyer des Teatro Nacional de Costa Rica werfen und das unter dem Platz befindliche „Museo del Banco Central de Costa Rica“ – so der offizielle Name – besuchen. Der reale Name ist „Museo del Oro Precolombino“ – und wunderbare Goldarbeiten kann man hier bewundern.
Aber zuvor folgen wir wieder der Avenida Central / Zero vorbei an teilweise recht skurrilen Bronzefiguren zum Mercado Central.
Hier taucht man in engen Gängen in das volle tägliche Leben Costa Ricas ein. Es gibt alle Arten von Lebensmitteln, Heilkräuter, Haushaltsgeräten, Speisekiosks in fast bedrückender Fülle. Voll von Eindrücken sind wir dann doch froh, das heftige Gewusel noch einiger Zeit wieder zu verlassen.
Vorbei am historischen Hauptpostamt geht ins zum Nationaltheater, das eine ganz interessante Geschichte hat. Gegen 1890 hatte sich die damals berühmte Opernsängerin Adelina Patti geweigert, in „unzureichenden Sälen“ aufzutreten, was die – damals nur etwa 20.000 - Bewohner von San José nicht akzeptieren wollten, worauf die Regierung rasch ein Dekret zum Bau beschlossen hat. Finanziert wurde das Projekt durch eine spezielle Steuer auf Kaffee-Exporte, damals die Quelle des nationalen Reichtums. Nach doch 6-jähriger Bauzeit wurde das Theater am 21.10.1897 feierlich mit der Oper Faust von Charles Gounod eingeweiht.
Der Besuch im Museum der Prä-Kolumbianischen Goldkunst war sicher der Höhepunkt unseres Aufenthaltes in San José – Goldschmiedearbeiten von hoher künstlerischer Qualität und unschätzbaren Wert zeigen dem weißen Mann wieder einmal, dass es auch vor den sogenannten „Entdeckungen“ durch die europäischen Abenteurer in den Ländern Gesellschaften mit einem sehr hohen Kulturlevel gegeben hat, leider ist so viel davon durch die europäischen Barbaren zerstört worden.
Am Abend erleben wir schon im Hotel noch ein Erdbeben, „nur“ Stärke 4,3 – für San José überhaupt nichts Besonderes, da sowas alle 2 bis 3 Wochen vorkommt. Für uns war das heftige Schütteln unseres Hotelzimmers im 6. Stock schon eher unangenehm, da unbekannt.
