Der Norden ruft! Endlose Wälder in Schweden, die magische Weite am Nordkap und die dramatischen Fjorde in Norwegen. Ein Roadtrip durch Skandinavien ist der ultimative Reisetraum. Doch so wild und frei die Landschaft ist, so gut muss die Planung sein – besonders, wenn man nicht im riesigen Wohnmobil, sondern im kompakten Kleinwagen unterwegs ist.
Ich nehme dich heute mit in die Vorbereitung meines dreiwöchigen Abenteuers. Hier erfährst du, wie ich die Route bis zum nördlichsten Punkt Europas geplant habe und wie mein Mix aus festen Unterkünften und Nächten im Zelt funktioniert hat.
1. Die Route: Kilometer machen für das große Ziel
Viele sagen, das Nordkap sei in drei Wochen Stress. Meine Erfahrung: Es ist machbar, wenn man strategisch plant und Prioritäten setzt.
Der Weg nach oben (Schweden): Um Strecke zu machen, ging es auf dem Hinweg zügig durch Schweden nach Norden. Die schwedischen Straßen sind oft gerader und erlauben ein schnelleres Vorankommen als die kurvigen Küstenstraßen.
Das Ziel: Wir sind tatsächlich bis zum Nordkap gefahren. Hier hatte ich – genau wie für die Lofoten auf dem Rückweg – bewusst mehrere Tage eingeplant. Das Wetter da oben ist unberechenbar, und man möchte nicht nach 3000 Kilometern Anreise im Nebel stehen und sofort wieder abfahren müssen.
Der Rückweg (Norwegen): Vom Nordkap aus ging es die spektakuläre norwegische Westküste Richtung Süden.
Prioritäten setzen: Man kann nicht alles sehen. Am berühmten Geirangerfjord habe ich beispielsweise nur einen kurzen Zwischenstopp für Fotos eingelegt, ohne Übernachtung. Der Fokus lag klar auf dem hohen Norden.
2. Unterkünfte: Komfort trifft Abenteuer
Ich war nicht mit einem Camper unterwegs, sondern mit einem Kleinwagen. Das erfordert ein anderes Pack-Management, bietet aber Vorteile auf engen Serpentinen. Meine Übernachtungs-Strategie war ein Hybrid-Modell:
Die Basis (Schweden & Norwegen): Entgegen dem typischen "Vanlife"-Trend habe ich sowohl in Schweden als auch den Großteil der Zeit in Norwegen in festen Unterkünften (Hotels, B&Bs, Hostels) geschlafen. Das hat den riesigen Vorteil, dass man sich nach langen Fahrtagen in ein gemachtes Bett legen kann und morgens keine Zeit mit Zeltabbau verliert. Gerade bei norwegischem Regenwetter ist ein festes Dach Gold wert.
Der "Joker" (Wildcampen in Norwegen): Trotz der festen Unterkünfte hatte ich ein Zelt dabei – und das war auch gut so. An ausgewählten Orten in Norwegen habe ich das Zelt genutzt, um dank des Jedermannsrechts direkt in der spektakulären Natur aufzuwachen. Es war also kein "Muss", sondern ein "Kann" für besondere Momente.
Finnland (Campingplatz): Lediglich in Finnland habe ich einen offiziellen Campingplatz angesteuert.
Hinweis: Die typischen Camping-Hütten (Hytter) habe ich auf dieser Tour nicht genutzt.
3. Finanzen: Karte, Kleingeld & Verpflegung
Skandinavien ist teuer, das ist kein Geheimnis. Aber wie zahlt man eigentlich?
Bezahlen
Skandinavien ist Vorreiter beim bargeldlosen Zahlen. Egal ob Supermarkt, Tankstelle oder Fähre – die Karte (am besten Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr) ist das Mittel der Wahl. Mein Tipp: Ganz ohne Bargeld würde ich trotzdem nicht losfahren. Ein wenig Kleingeld (Münzen) in der Landeswährung dabei zu haben, ist zur Sicherheit immer gut – manchmal braucht man es doch für eine Dusche auf einem einfachen Platz oder eine kleine Spendenkasse im Nirgendwo.
Alkohol & Einkaufen
Wer abends gerne ein Bier oder einen Wein trinkt, muss wissen: Das läuft hier anders als in Deutschland. Alkohol über einem bestimmten Prozentsatz gibt es nicht im Supermarkt, sondern nur in staatlichen Monopol-Geschäften (Vinmonopolet in Norwegen, Systembolaget in Schweden).
Diese Geschäfte sind nicht an jeder Ecke zu finden und haben eingeschränkte Öffnungszeiten.
Spontankäufe am späten Abend sind kaum möglich – wer also den Sonnenuntergang mit einem Drink genießen will, muss vorplanen.
4. Mobilität im Kleinwagen
Mit dem Kleinwagen durch Skandinavien zu reisen, ist entspannter als man denkt. Während sich die Wohnmobile aneinander vorbeiquetschen, huscht man im PKW auf den engen norwegischen Straßen entspannt durch.
Maut & Fähren: In Norwegen läuft fast alles automatisch. Registriere dein Kennzeichen vorab bei Epass24 oder AutoPass. Auch viele Inlandsfähren scannen einfach das Kennzeichen. Ohne Registrierung kommt die Rechnung zwar auch (per Post), aber oft mit Verzögerung.
Sprit: Im hohen Norden wird das Tankstellennetz dünner. Mein Credo: Wenn der Tank halbvoll ist und eine Tankstelle kommt – tanken. Sicher ist sicher.
5. Fazit: Die Mischung macht's
Drei Wochen bis zum Nordkap und zurück sind eine stolze Leistung. Die Kombination aus schnellem "Hochfahren" durch Schweden und dem Genießen der norwegischen Küste hat sich bewährt.
Für mich war auch die Entscheidung für feste Unterkünfte als Basis genau richtig, um erholt zu bleiben, während das Zelt mir die Flexibilität gab, an den schönsten Spots der Natur ganz nah zu sein. Man muss sich nicht für "nur Hotel" oder "nur Camping" entscheiden – beides zu kombinieren, ist vielleicht der beste Weg für einen Roadtrip im PKW.