

Publié: 22.05.2025






























21.05.25 Vancouver->Vancouver Island, 155km,davon Rad 110km, 600hm. Um kurz vor 7 Uhr schleiche ich mich aus dem Zimmer und frühstücke. Danach packe ich alles aufs Rad. Die Halterung fürs Handy muss ich länger suchen. Als ich dann losfahren will, finde ich sie aber wieder nicht mehr. Ich bin unruhig. Wird alles klappen? Direkt 100 km, ist schon eine Herausforderung. Ich telefoniere noch mal mit Ulla und dann geht's los. Ich finde schöne Wege durch die Vororte an hübschen Villen vorbei. Dann geht es mit viel Verkehr am Fraser River entlang und hoch hinauf auf die gleichnamige Brücke. Auf dem Fluss schwimmen viele Baumstämme, die hier hin geflößt wurden und nun auf die Bearbeitung im Sägewerk warten. Uden Ort Delta herum führt mich der Navi über Nebenstraßen. Von jetzt auf gleich sind keine Autos mehr unterwegs und das ist sehr ländlich. Die Farmen reihen sich aneinander. Ich habe leichten Gegenwind aus südlicher Richtung, komme aber trotzdem gut voran. Das letzte Stück zum Terminal geht auf einem Damm scheinbar endlos geradeaus. Wäre ich fünf Minuten eher angekommen, hätte ich die 13 Uhr Fähre noch nehmen können. Die Überfahrt kostet 20 $, das Fahrrad ist umsonst. In der Wartezeit esse ich mein Müsli vor der Raststätte. Um als Radfahrer und Bord zu kommen muss man ganz bestimmte Wege einhalten und natürlich sein Fahrrad schieben! Finde ich alles etwas nervig. Die Überfahrt verbringe ich an Deck. Nachdem wir abgelegt haben, mache ich ein kleines Nickerchen, aber als wir dann durch die Inseln durchfahren, gibt es viel zu gucken. Nach knapp zwei Stunden geht es wieder aufs Rad. Richtung Victoria gibt es eine alte Bahntrasse, den Lochsite Drive. Dem kann ich ohne Navi folgen, nur an zwei, drei Kreuzungen ist nicht ganz klar, wo es weitergeht. Nach dem Abzweig bei Saani, lege ich noch mal eine Pause ein und hole den morgendlichen Sonnengruß nach. Ich verspüre Hunger und steuer den nächsten Supermarkt an. Zwei Hände voll Studentenfutter und zwei Bananen schaffen Abhilfe. Gegenüber kann ich auch Bier kaufen. Nebenan gibt es Cannabis. Ich bleibe bei Bier! Nun zähle ich die letzten Kilometer runter und es gibt noch einige Steigungen. Auf der ganzen Strecke fahre ich an doch recht dichter Bebauung vorbei und hinter Colwood entsteht ein komplett neues Stadtviertel. Ich sehe, dass ein Abzweig auch Duke Street heißt, realisiere aber nicht, dass ich hier abbiegen muss. Erst als ich die Hausnummer 3777 nicht finde, und schon bei 3779 nachfrage, merke ich meinen Fehler und brause den Berg wieder hinunter. Das Haus von Suzanne und Louis liegt schon komplett im Schatten. Die Tür wird geöffnet und beide freuen sich mich zu sehen. Ich bekomme ein großzügiges, schönes Zimmer mit Balkon und Blick aufs Meer. Nebenan ist direkt ein Bad für mich. Ich mache mich frisch und bekommen noch Dinner. Suzanne ist leider müde und verabschiedet sich, Louis leistet mir noch beim Essen Gesellschaft. Mit dem Passwort fürs WLAN gehe ich aufs Zimmer und ... mir fallen schnell die Augen zu.
22.05.25 Vancouver Island, Metchosin, WWOOF 1, Glasscheiben. Die Nacht war ich wieder sehr häufig wach. Zum einen habe ich die 110 Kilometer gespürt, zum anderen war mir beim offenen Fenster dann doch etwas kalt. Draußen sind das nur 8 Grad. Um 6 Uhr bin ich wach, hole das Sortieren der Bilder nach und mache den Sonnengruß. Um 8h frühstückt Luis mit mir. Um 9 starte ich mit Louis die Arbeit und Lisa, eine andere Wwoofin kommt an. Louis will den Unterstand für die Pfirsichbäume mit Glas belegen. Er hat 32 Scheiben geschenkt bekommen, die verschiedene Maße haben. Wir messen alle durch und sortieren sie nach
Dicke. Es gibt eine Obstpause und um 12:30h Lunch. Leider sitzen wir im Schatten und es ist zugig und kalt. Zum Glück kann ich anschließend in der Sonne Unkraut jäten. Louis ist derweil unterwegs und besorgt Balken. Wir laden sie vom Auto ab und ich soll nach seinen Vorgaben mit der Oberfräse Nute machen. Nachdem ich zwei Nute gefräst habe, möchte Louis sein Plan aber noch mal überdenken. Deshalb ist für heute Feierabend und wir öffnen um 17 Uhr ein selbstgebrautes Bier. Das würde ich gerne mit Luis am Strand in der Sonne trinken, kann ihn aber leider nicht überreden. So sitze ich noch bis um 19h alleine auf den warmen dunklen Felsen und schaue dem Meer, den Wellen und einigen Gänsen zu. Ich seniere über den und der Unterschied von Chillen und Langeweile.
23.05.25 Metchosin, WWOOF 2. Tag, Überdachung, Tower Point. Ich habe besser geschlafen, aber bin wieder früh wach. Kurz vor 8 Uhr gehe ich frühstücken. Es gibt Kaffee und Toast. Um 9h beginnen wir wieder mit der Arbeit. Ich Fräse weiter Nuten in die Querbalken, jetzt in Stufen je nach Anzahl der einzusetzenden Glasscheiben. Um 11 Uhr gibt's eine Tee- und Obstpause und um 12: 30 Uhr Lunch. Das meiste Gemüse kommt aus dem eigenen Garten. Alles ist sehr lecker. Am Nachmittag fährt Louis neues Holz zu holen und dich beginne alleine mit dem Abbau der Plastikfolie. Dabei kippt mir einmal die Leiter um. Ich kann mich aber an den Holzbalken festhalten und verletze mich nicht. Glück gehabt. Ich baue die Leiter um, dass sie besser steht. Als Louis wiederkommt bauen wir gemeinsam den letzten Rest zurück und Räumen alles abgerissene Holz weg. Ich fahre mit dem Rad zu dem kleinen Park am Tower Point. Hier dürfen die Hunde frei herumlaufen. Ich setze mich an der Küste mit schönen Blick in die Sonne und schaue den Hunden zu. Als ich wieder zurück bin, hole ich das selbstgebraute, 17 Uhr- Feierabendbier nach. Beim Dinner sind wir nur zu dritt. Suzanne ist in der Stadt eingeladen. Den Abend verbringe ich auf dem Zimmer. Schaue mir ein Video über Vancouver Island an und trage interessante Orte in die Karte ein.
24.5.25 Wwoof 3, Ausflug nach Victoria, 1.Balken. Am Morgen verbringe ich wieder viel Zeit am Handy im Bett. Kurz vor 8 Uhr gehe ich frühstücken und erfahre, dass Louis schon gleich losfahren will. Ich mache mir schnell ein Brot zum Mitnehmen. Mit dem 9Jahre alten Elektroauto von Nissan bringt mich Louis zum Hotel Empress und fährt weiter zum Baseballspiel seine Enkelkinder. Ich habe vier Stunden Zeit und mache einen Rundgang von insgesamt 9 km. Hinterm Parlamentshaus gehe ich über die Halbinsel zum Strand vom Holland Point. Hier liegt jede Menge gestrandetes Holz herum. Am Ufer entlang und am Anleger der Kreuzfahrtschiffe vorbei, komme ich zur Fishermans Wharf. Hier sind schon viele Touristen und sie stehen für Fish and Chips Schlange. Ich esse mein Brot auf der Bank mit Blick auf den Flug- und Fährverkehr. Hinter der Klappbrücke besuche ich Chinatown und schaue noch kurz in die Buchhandlung Munro. Dann sind die vier Stunden auch schon um und ich springe ins Auto. Ich mache mir zum Lunch Suppe und Nudeln warm und anschließend ein Nickerchen. Heute schneiden wir den ersten Balken zu und befestigen ihn. Ich würde auch noch den zweiten setzen wollen, aber Louis hält an seiner Tradition fest: um 17 Uhr ist Feierabend und es gibt das Bier! Ich suche einen Stock, der zu meinem Spiegel und Lenker passt. Mit etwas Klebeband ist der schnell befestigt. Nun lese ich auf der Terrasse bis der Schatten kommt. Dann gibt es wieder lecker Dinner mit Wein und Dessert. Wir unterhalten uns über die Wwoofing Erfahrung. Mir fällt es schwer, mich einzubringen. Ich bin eher der stillere Part.
25.5.25 WWOOF Tag4, 1.Reihe Glas, Witty's Lagoon. Zum Frühstück mache ich mir wieder ein Spiegelei. Punkt 9h beginnen wir mit der Arbeit. Wir setzen den zweiten Balken und dann noch einen kleineren als Auflage in die Mitte. Das Ausrichten dauert eine Weile, weil wir mehrfach nachbessern müssen. Nach dem Mittag reinigen wir die Glasscheiben und setzen die erste Reihe ein. Eigentlich hatte ich mit Lisa abgesprochen, dass wir um 5h eine Runde mit dem Kanufahren, aber nun hat der Wind aufgefrischt und Lisa möchte nicht mehr. Louis zeigt mir schon die Details vom Kanu und wie ich wieder hinein komme, wenn ich kentern sollte. Doch dann kommt Suzanne, und meint, dass wir wegen des Windes besser morgen früh eine Runde drehen können. So fahre ich mit dem Fahrrad zum hinteren Eingang des kleine Parks an der Witty's Lagune. Auf dem Weg runter zum Strand, am sitting Lady Wasserfall vorbei, kommen mir viele Leute entgegen. Am Strand liegt richtig viel Holz herum. Einige Leute haben daraus Unterstände gebaut. Ich setze mich in dem warmen Sand und lese für eine Stunde. Dann muss ich mich beeilen um pünktlich um 19 Uhr zum Abendessen zurück zu sein. Die andere wooferin, Lisa, hat das Abendessen bereitet, denn Suzanne und Louis sind zur Geburtstagsfeier ihre Enkelin eingeladen. Nach dem Essen planen wir beide jeder für sich die weitere Reise. Ich verwerfe den Gedanken mit der Fähre von Port Hardy nach Bella Coola zu fahren. Sie fährt erst am 9. Juli und würde 194 Dollar kosten. Stattdessen plane ich nun von Nanaimo zur Horseshoe Bay überzusetzen und dann Richtung Whistler zu radeln. Die weitere Route könnte dann zu den Rocky Mountains führen und schließlich in Calgary enden. 1700km und 15000 hm. Das macht rein rechnerisch 28 Tagesetappen a 60 km und 500 hm. Und dann blieben noch 14 Tage zum Wandern. Ich mache noch den Abwasch, als Louis und Suanne schon wieder zurückkommen.
26.5.25 Wwoof 5, Kanutour und Balken 3-5. Nach dem Sonnengruß frühstücke ich heute schon um 7h, damit ich um 8h mit Suzanne eine Kanutour machen kann. Als wir starten wollen, frisch der Wind etwas auf. Die Ebbe fällt besonders niedrig aus, so dass wir einige Inseln gar nicht umfahren können. Eine Seehundfamilie verlässt ihre Sonnenbank und beobachtet uns vom Wasser aus. Neben ein paar Enten, Fischreiher sind auch Weißkopfseeadler zu sehen. Heute schneide ich nun alleine die Balken zu, während Louis die Glasscheiben putzt. Immer wenn er eine fertig hat, ruft er mich und wir setzen sie gemeinsam ein. So können wir Reihe 2 und 3 abschließen. Immer wieder hat Suzanne richtig leckeres abwechslungsreiches Essen zubereitet und Lisa hilft dir dabei. Sogar an den Strand bekomme ich Wildlachs geliefert und kann ihn mit dem selbstgebrauten Bier genießen. Nach dem Abendessen verabschiedet sich Lisa. Sie wird morgen früh mit dem Bus nach Vancouver fahren. Ich habe entschieden noch einen Tag zu bleiben. Vielleicht schaffen wir es das Projekt abzuschließen.
27.5.25 WWOOF bei Suzanne und Louis, 7.Tag. Als ich nach einer Stunde im Bett, einem Telefongespräch mit Manni und meinem Sonnengruß zum Frühstück gehe, sitzt Lisa schon im Bus und Suzanne macht sich zur Yogastunde bereit. Leider hat sich Louis ein paar Änderungen überlegt, so dass ich die letzten beiden Balken noch mal bearbeiten muss. Erst nach dem Mittag kann ich die restlichen Balken anpassen. Tatsächlich setzen wir um kurz nach 17h die letzte Scheibe ein. Damit ist für mich mein Wwoofing Auftrag beendet. Heute ist der wärmste Tag seit ich hier bin und ich traue mich ins Wasser zu gehen. 20 Züge hin und zurück, mehr ist bei der Wassertemperatur von 9,5°C nicht drin. Die Nackenmuskulatur verkrampft sich. Aber die Felsen sind schön warm und so taue ich schnell wieder auf. Beim Durchblick in meiner E-Mails entdecke ich, dass ich den Flug von Calgary nach New York am 9. statt am 11. Juli gebucht habe. Also musste ich mich auch um zwei Übernachtungen dort sorgen. So richtig gefällt mir das nicht, aber mal schauen wofür es gut ist. Zum Abendessen sind wir heute nur zu zweit. Luis gib mir anschließend noch ein paar Tipps zu meiner Route. Ich gehe noch mal an den Strand und sehe, wie die Seehunde aufs Wasser schlagen. Heute Abend sind die Berge besonders gut zu sehen.
