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2026 - August - Montenvers and Mer de Glace

Publié: 21.08.2026

Die Fahrt mit der Zahnradbahn Montenvers und die anschließende Gletscherbesichtigung sind sicherlich ein Erlebnis, zugleich aber auch in hohem Maße erschreckend.

Kaum an einem anderen Ort bekommt man so eindringlich vor Augen geführt, wie weit die Klimaerwärmung bereits vorangeschritten ist.

Die Fahrt mit der alten Zahnradbahn führt zum größten Gletscher Frankreichs, dem Mer de Glace (Eismeer). Von der Bergstation bringt eine Seilbahn die Besucher hinab in das Tal über dem schwindenden Eismeer.

Nach dem Bau dieser Seilbahn im Jahr 1988 reichten am Ende der Tour noch drei (!) Stufen aus, um direkt den Gletscher zu betreten. Inzwischen musste eine Treppenschleife mit weit über 500 Stufen nach unten gebaut werden. Auf dem Weg abwärts sind an den Felswänden kleine Hinweisschilder mit Jahreszahlen angebracht. Sie zeigen anschaulich, wo sich das Eis des Gletschers noch vor einigen Jahren befand.

Deutlicher lässt sich das Voranschreiten der Erderwärmung kaum dokumentieren. Jeder Klimakrisenleugner sollte hierher mal einen Ausflug unternehmen.

Nun aber zum vergnüglichen Teil dieses Ausflugs. Wir hatten an diesem Tag wechselhaftes Wetter mit dichten Wolken, etwas Regen und kurzen sonnigen Abschnitten. Für eine klassische Tour hoch in die Berge war die Wetterlage wegen potenzieller Gewitter nicht geeignet. In einer solchen Situation bietet sich der Abstecher von Chamonix zum Mer de Glace geradezu an.

Der Zugangsbereich zur Zahnradbahn (Chemin de fer du Montenvers) beginnt am Bahnhof von Chamonix auf einem etwas separat gelegenen Gleis. Die Bahn wurde bereits 1908 feierlich eröffnet und bedient die heutige Strecke seit Mai 1909 durchgehend. In den Anfangsjahren verkehrte sie noch unter Dampf, bis die Strecke im Jahr 1954 vollständig elektrifiziert wurde.

Ab 1961 wurden nacheinander mehrere Seilbahnanlagen gebaut, um den Besuchern den beschwerlichen Abstieg zum Eis zu erleichtern. Die modernste Anlage wurde Anfang 2024 für den Publikumsverkehr freigegeben und im Frühjahr 2025 feierlich eingeweiht. Die relativ kurze Fahrt hinab ist wirklich beeindruckend. Man blickt auf die nackten, grauen Felswände und begreift sofort, dass hier noch vor kurzer Zeit gewaltige Gletschermassen lagen.

Zusätzlich bietet sich während der Fahrt ein fantastischer Panoramablick auf die markanten Granitnadeln Les Drus und Les Grandes Jorasses.

Unten angekommen wartet die lange Treppe zur Eisgrotte. In dieser faszinierenden Eiswelt tropft es mittlerweile an allen Ecken, dennoch kann man noch immer durch das Innere des Gletschers spazieren.

Übrigens führt ab der Bergstation der Zahnradbahn auch ein Wanderweg neben den Gleisen zurück hinab ins Tal. Hätte es nicht gerade wieder zu regnen angefangen, wäre das eine schöne Option gewesen.

Obwohl dieser Ausflug auch finanziell mit 49,70 Euro für Erwachsene schon recht teuer ist, lohnt sich die Ausgabe. Es war ein Ausflug, der nachhallt.

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