Otro día en Fuji-san, cada segundo es diferente
Una de mis compañeras de habitación tenía pesadillas justo encima de mí y gemía horriblemente toda la noche, pero con un suave "kssss" logré calmarla. Al amanecer, volví a salir...


Publicado: 06.11.2025















































Gestern nach der Nachtbusfahrt, die ohne Probleme verlief (alle Fenster und auch die Sicht nach vorne waren mit dicken wattierten Vorhängen abgedeckt, es war wieder völlig ausgebucht, alle schliefen und es war mucksmäuschenstill. Ich war wahrscheinlich die einzige, die geschnarcht hat….) war nicht viel: Ein kleiner Spaziergang am Fluss, Vögel beobachten, ein bisschen shoppen und am Abend war endlich unser altes Takoyaki-Restaurant um die Ecke wieder auf, derselbe Besitzer (und einziger Tätiger da), ein bisschen ernster als vor sechs Jahren, aber er strahlte, als ich vor Behagen zu grunzen begann, als ich den ersten Bissen in den Mund nahm.
Alle Rezepte sind seine eigene Erfindung, die Oktopus-Bällchen werden direkt vor deinen Augen zubereitet: mit Gas geheizte halbrunde Gusseisenformen werden mit einem sehr dünnflüssigen Teig gefüllt, darauf kommt ein Stück Tintenfisch und je nach Rezept (es gibt etwa 30 verschiedene Kreationen) werden noch andere kleingeschnittene Zutaten daraufgegeben. Bei mir waren es Frühlingszwiebeln, frischer Rettich und Fischrogen. Nach einigen Minuten legt er eine nicht gefüllte Bällchen-Hälfte oben drauf und beginnt, mit zwei Piekegabeln zu drehen und zu wenden, bis alles perfekt rund und hellbraun und knusprig ist, eine echte Kunst! Dann kommt eine besondere Umami-Sauce oben drauf und dünne Fäden Majonaise, zum Abschluss nochmal Frühlingszwiebeln für den Farbeffekt. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Dinger höllisch heiß sind, man muss also etwas Geduld aufbringen, bevor man hineinbeißen kann.
Der ganze Laden ist ausstaffiert mit unzähligen Tintenfischen aus Wolle, aus Plastik, aus Papier, Ballons, Lampen, Teekannen, alles in Oktopusform. Dazu spielt angenehme Musik und die Gäste bleiben gerne lange. Ich werde mich wohl wieder durch die Speisekarte durchessen in den kommenden Wochen.
Heute, gut ausgeschlafen, habe ich mich selig durch Kyoto gesessen, auch wenn ich zwischendurch wieder 12 km gewandert bin. Als erstes wieder am Philosophenpfad, einem Ort, der mich immer wieder richtig glücklich macht, in einem kleinen Café am Straßenrand in der Sonne. Gegenüber gab es eine interessante Keramikausstellung. Die Stücke werden ohne Glasierung direkt am sehr heißen Feuer gebrannt, alles ist Zufall und Glückssache, auch wenn jahrelange Ausbildung und Übung dazugehören. Der ganze Prozess und die Gedanken dahinter sind auf dem Leaflet erklärt, das ich abfotografiert habe, haben mich sehr beeindruckt. Der Künstler war anwesend, verbeugte sich aber nur bescheiden ganz kurz in der Tür zum Hinterzimmer.
Dann wieder weiter und eine kurze Sitzpause bei meiner Stummelschwanzkatze. Das nächste Mal muss ich daran denken, ein bisschen Katzenfutter zu besorgen und mitzubringen.
In der Nähe war wunderbar unaufdringliche seltsam melodische leise Musik zu hören. Ein junger Mann saß da am Wegrand und schlug sanft mit weichen gepolsterten Schlägeln auf eine große runde Tongue Drum ein, ganz träumerische, beruhigende Töne kamen da raus. Ich hatte schon lange von so einem Ding geträumt und beschloss, herauszufinden, ob man so ein Instrument vielleicht in Kyoto finden würde.
Aber zunächst wollte ich zum Nanzen-ji, wieder einem meiner Lieblingstempel von den vorigen Besuchen. Oder eigentlich ist hier für mich nicht der Tempel die Hauptsache, sondern das Eingangstor, ein riesiges eigenständiges Gebäude aus sehr dunklem Holz mit dicken Säulen, einem schön geschwungenen Dach, einer Galerie zu der man hinaufklettern kann (aber das hab ich das letzte Mal gemacht) und hohen Holzstufen, auf denen man sitzen und sich ausruhen kann.
Der eigentliche Tempel hat auch schöne Linien und Kurven und ist zweifarbig, an einigen Stellen hat man das Holz dekorativ weiß verziert, mir zu unruhig. Aber für die gesamte Tempelanlage mit Gärten muss ich mir noch später Zeit nehmen, heute war ich nur in den frei zugänglichen Teilen.
Dahinter im Park liegt dann die andere Sensation von Nanzen-ji: Ein riesiges altes gemauertes Aquädukt, das eine große Bedeutung für die Wasserversorgung Kyotos hat und Wasser vom nördlich gelegenen Biwa-See in die Stadt transportiert. Dieses Bauwerk mit seinen zahlreichen Bögen und Durchgängen ist eine beliebte Kulisse für Photo-Aufnahmen, sei es für Paare, Touristen, Mode-Aufnahmen, Klassen- oder Hochzeitsphotos und es macht großen Spaß, diese aufgeregten Akteure bei ihren Aktivitäten zu beobachten. Ich fand es allerdings heute viel leerer als vor sechs Jahren. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass der Tourismus weniger hektisch und massiv ist als damals, aber vielleicht liegt das auch an den Orten, die ich bevorzugt besuche.
Danach fand ich dann das Musikgeschäft :“World Ethnic musical instruments shop“ steht auf der Visitenkarte, ein echtes Musikmärchenland mit teilweise antiken Instrumenten aus aller Welt und eben meiner kleinen Metalltrommel! Der Besitzer selber spielt viele Instrumente und liebt finnischen Heavy Metal, Nightwish und so, und zeigte mir ganz stolz eine Kantele in seinem Sortiment.
Ich hätte gerne das halbe Geschäft leergekauft, zog aber sehr froh ab mit meinem neuen Spielzeug, das gut für die Seele, das Herz und die Laune ist, wenn da mal was schief läuft.