Von Dortmund nach Rügen mit dem Rad
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Tag 12: Die finale Etappe nach Stralsund!

Published: 20.08.2020

Der Eigentümer der Ferienwohnung hatte uns am gestrigen Abend noch einen Tipp für den bevorstehenden Weg gegeben: Wir sollten nicht direkt nach Stralsund fahren, sondern an der Ostsee entlang, über Born am Darß, Zingst und Pruchten. Anstatt der von Naviki vorgeschlagenen südlichen Route über Marlow, Bad Sülze und Tribsees folgten wir der Empfehlung und nahmen eine Verlängerung der Gesamtstrecke um etwa 20 km in Kauf. Gestartet waren wir wie so oft mit unserem Power-Müsli, das wir im Bett wegschnabulierten (wegen der Mücken im Rest der Wohnung). Nach unserem verdienten Ausschlafen packten wir unsere sieben Sachen auf die Fahrräder und es ging gegen halb 11h endlich los. Neben unserer Packroutine gehörte es auch, unsere Beine und Fußgelenke mit Insektenspray schützend einzusprühen; nach etwa 10-20 km kam dann noch Sonnencreme auf die Haut. Der nette Eigentümer verabschiedete sich noch und wünschte uns eine gute Fahrt. Das Wetter war übrigens wieder hervorragend. 

Bei Dierhagen führte uns der Weg auf einen Deich, auf dem sich auch der Fahrradweg befand. Mal rechts, mal links davon befanden sich reetgedeckte Ferienwohnungen. Und es war ganz schön voll! Nach dieser Engstelle mit relativ viel zweirädrigen Gegenverkehr ging es durch Wustrow. Dort verließen wir den Deich und folgten der Straße bis zum Hafen von Althagen. In der Nähe verlief früher die Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern. Wir bogen auf einen Fahrradweg ab, der uns am Wasser des Saaler Bodden entlang führte und als Ziele zunächst Born und später Wieck auf dem Darß hatte. Es war ein Weg in der Marsch mit viel Schilf um den Weg herum. Dieses schützte uns leider nicht vor dem Gegenwind, den wir heute besonders spürten. Unsere Geschwindigkeit reduzierte sich direkt von 18 km/h auf 14km/h. Puuh! Als wir einen kleinen Anlegesteg nach gefühlten 20 km erreichten (es waren real etwa 5 km), legten wir eine kurze erholsame Pause ein und ein Power-Riegel musste dran glauben. Von denen hatten wir gar nicht so viele gegessen wie geplant :-)) Als wir schließlich im Dörfchen Wieck am Bodstedter Bodden waren, vergewisserten wir uns, ob wir tatsächlich um den Flusslauf des Prerower Stroms herumfahren mussten. Leider war dies der Fall. Also ging es erst nördlich nach Prerow und dann östlich nach Zingst. Als wir in Zingst ankamen, hatten wir bereits 50 km absolviert und es war definitiv Zeit für eine ordentliche Mittagspause. Wir suchten nach einer gut bewerteten Futterstelle und entschieden uns für das "Café Rosengarten". Schick war es, aber auch ziemlich mückenlastig. Noch bevor wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, zählten wir ein halbes Dutzend Stiche (zuvor waren wir größtenteils verschont geblieben - durch konsequente Mückenkontrollen in den Unterkünften). Zwei Mücken wurden daraufhin von uns liquidiert und das Insektenspray kam zu seinem erneuten Einsatz. Für unser Wohlergehen sorgte ein Flammkuchen und ein großer Salat, zwei Stückchen Kuchen und diverse Kalt- und Warmgetränke. Lecker lecker :)

Im Café beschlossen wir, das letzte Stück der Strecke schnellstmöglich über Landstraßen zurückzulegen, da wir durch unseren späten Start und die etwas längere Pause nicht so gut in der Zeit waren. Die Mückenstiche quälten uns etwas und so langsam merkten wir den Druck des Sattels auf den Hintern (Jörg): Die gestrige langen Strecke forderte doch ihren Tribut! So ging es von Zingst am frühen Nachmittag wieder los. Wir verließen die Halbinsel und fuhren über die Meiningenbrücke, wo wir einen Reiher erblickten, wie er stehend im Wasser nach Futter suchte. Bei Tannenheim (Barth) fuhren wir gen Osten auf die L21 und über den kleinen Fluss Barthe. So fuhren wir zum ersten Mal für eine längere Zeit über eine Landstraße ohne Fahrradseitenstreifen oder daneben liegendem Radweg. Dies erforderte erhöhte Konzentration von uns, auch aufgrund des unstetigen Gegenwindes, glücklicherweise war die Anzahl der Autos eher niedrig. An einem Acker fuhren wir an einem Traktor vorbei, der uns daraufhin mehr oder weniger im Nacken saß. Wir hatten zu Beginn gute 800 Meter Vorsprung, der sich durch den Gegenwind reduzierte. Aber wir ließen durch leicht erhöhtem Kraftaufwand nicht zu, dass uns der Traktor überholte :-)) Glücklicherweise bog der Traktor bald ab und wir blieben problemlos in Führung. Nach 15 km auf der Landstraße ging es ab Duvendiek (Niepars) wieder über Fahrradwege nach Stralsund. Der Wechsel von der Landstraße auf die verkehrsberuhigten Wege war eine Wohltat. So merkt man, wie laut Autos eigentlich sind. Auf der Route hatten wir bereits einige Aussichtspunkte zum Kranich-Beobachten gesehen, so folgten wir nun der Straße "Kranichblick", konnten jedoch keine sehen. Da hat man im Herbst wohl mehr Erfolg. Der letzte Weg vor der Außengrenze Stralsunds zwischen Krönnevitz und Klein Kordshagen beinhaltete jedoch noch einmal alles: Kaum zu erkennende Wege, überraschende Steigungen, hohes trockenes Gras und etwas Sand. Schließlich erreichten wir erschöpft und glücklich das Hotel "Hafenresidenz" am Stralsunder Hafen, das für die kommenden Nächte unsere Unterkunft bereitstellen sollte. Abends belohnten wir uns in dem hoteleigenen Restaurant noch mit leckeren Burgern und Pommes :-))


Daten zur 11. Etappe (Navigation mit Naviki, Modus: Alltag)

Start: Hirschburg

Ziel: Stralsund

Strecke: 91,5 km

Fahrzeit: 5h 50min

Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,7 km/h

Maximale Geschwindigkeit: 28,9 km/h (auf gerader Landstraße)

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