Day 9: We go over to the East!
At the Elbe canal


Published: 20.08.2020













































Heute verließen wir die Pension "Ratskeller" nach einem angenehmen Frühstück draußen im Hinterhof. Wir werden die sehr netten und aufmerksamen "Pensionäre/innen" vermissen. Bei strahlendem Sonnenschein ging es gen Norden, in Richtung Ostsee. Durch den gestrigen Regenguss war es in den Wäldern noch angenehm kühl und die Wege noch teilweise feucht. Wie immer bisher wurde es jedoch schnell sonnig, warm und trocken. Nach knapp 30 km kamen wir in Schwerin an, was sich bereits vor Ortseingang durch das Auftauchen der ersten Seen bemerkbar machte. Wir radelten durch die sehr schöne Innenstadt, auf der Suche nach einem freien Plätzchen in einem der vegan-geprägten Cafés. Da wir allerdings zur Mittagszeit ankamen, waren alle Plätze besetzt. So beschlossen wir, zuerst zu dem Schweriner Schloss zu radeln. Ein durchaus imposanter Bau, welcher neben einem Museum ebenfalls den Landtag beherbergte, mit einer beeindruckenden Gartenanlage. Das dachten sich bestimmt auch die zahlreichen Leute, die wir schön umkurvten mit unseren treuen zweirädrigen Gefährten. Viele Enten und Gänse waren in den zahlreichen Teichen zu sehen. Eine Foto-Session mit zentralem Blick auf das Schloss durfte da natürlich nicht fehlen :-)) Nachdem wir diese Schweriner Sehenswürdigkeit von außen angeschaut hatten (für drinnen hätte man anstehen müssen, vermutlich war es voll), ging es zur "KostBar" und wir futterten uns durch die halbe Karte. Während wir dort saßen, bemerkten wir, wie wenig Abstand die Leute zu uns hielten: Der Tisch stand auf dem Bürgersteig und die vorbeigehenden Leute vermittelten den Eindruck, dass die Straße (in dieser Fußgängerzone) für sie heiße Lava sei und sie deshalb immer knapp an unserem Tisch auf dem Bürgersteig gehen mussten. Merkwürdig! In Mecklenburg schien sowieso die Corona-Pandemie und die Schutzmaßnahmen noch nicht richtig in den Köpfen der Leute angekommen zu seien (bzw. schon wieder weg). So trugen einige Bedienungen auch keinen Mund-Nase-Schutz.
Nach dieser Stärkung ging es weiter gen Norden an den Schweriner Seen vorbei. Diese Strecke war landschaftlich sehr schön, wir konnten diese aber kaum genießen, zunächst aufgrund des hohen Aufkommens anderer Radfahrer auf dem doch eher schmal gebautem Radweg und danach aufgrund von gefühlt Millionen kleiner Fliegen, die insbesondere an Jörg's Armhaaren kleben blieben, aber auch überall sonst. Nachdem wir wieder nordwärts abgedreht waren und eine überraschende Steigung absolviert hatten, mussten wir uns erst einmal "ent-fliegen". Oben auf dem Hügel stand eine Informationstafel zu dem sogenannten Niklot-Pfad (Sagenwanderpfad), der hier begann. Der Fürst Niklot war im Mittelalter bei der Eroberung der Burg Dobin involviert. Außerdem ist dieses Gebiet für viele Sagen bekannt, sodass ein Wanderpfad mit unterschiedlichen sagenumwobenen Punkten geschaffen wurde. Diesen Pfad fuhren wir zum Großteil ab. Dabei trafen wir auf Highland-Rinder, die mit ihrem langen Fell ganz schön knuffig aussahen. Leider ließen sie sich weder streicheln noch füttern.
Der letzte Teil der Strecke nach Wismar verlief durch schöne Waldwege und schließlich auf einem Fahrradweg, der einer Achterbahn in nichts nachstand. Zahlreichen Steigungen folgten kleine Abfahrten; so konnten die Schweißperlen direkt wieder vom Fahrtwind getrocknet werden. Praktisch! Außerdem hatten wir an manchen Stellen tolle Aussichten :-)) Gegen 19:30h kamen wir am Hotel (Park-Inn) im Hafen von Wismar an. Dies war ganz schön teuer an diesem Wochenend-Samstag, aber wir hatten keine Wahl... Abends saßen wir noch an einem Pier, lauschten zur Musik einer Privatfeier, die auf einem Segelschiff stattfand, und bewunderten den Sonnenuntergang und die sich auf der Wasseroberfläche spiegelnden Farben des Himmels.
Daten zur 9. Etappe (Navigation mit Naviki, Modus: Alltag)
Start: Hagenow
Ziel: Wismar
Strecke: 75,7 km
Fahrzeit: 4h 53min
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,5 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 44,8 km/h