星期五,6月2日:参观基尔曼汉监狱
在2026年6月2日的星期五,我们的都柏林之行带我们到一个历史悠久的地方:位于都柏林的基尔曼汉监狱。厚厚的石墙,寒冷的走廊,以及那些知道比很多历史书籍更多故事的牢房——在这里,爱尔兰的历史变得触手可及。许多在爱尔兰独立运动中具有重要意义的人物曾在这里被囚禁,游览时可以切身体会到过去与现在的交汇。...

已发布: 24.02.2026
Heute war einer dieser Tage, die man sich nicht ausdenken kann. Eigentlich fing alles harmlos mit dem Besuch im ADC College an. Neue Eindrücke, wir hatten Fragen, die Stimmung hob sich, als wir wieder draußen waren – bis ich mir plötzlich das Knie verdrehte. Ein falscher Schritt, ein stechender Schmerz – kurz darauf verabschiedete sich auch noch mein Kreislauf. Ich wurde blass, alles fing an zu zittern. Schnell wurde ein Stuhl organisiert, der allerdings hierbleiben musste – ich offenbar wohl auch erst einmal.
Zur Sicherheit wurde ein Krankenwagen gerufen. Wir warteten. Und warteten. Nach etwa 45 Minuten dann die Absage – der Rettungswagen würde doch nicht kommen. Also Plan B: Uber-Taxi. Zusammen mit Frau Seaman machte ich mich auf den Weg ins Krankenhaus.
Dort angekommen meldeten wir uns an und warteten erst einmal eine Stunde. Dann wurden wir von einer Schwester aufgenommen, die uns mit der Aussicht auf eine weitere Stunde Wartezeit wieder ins Wartezimmer schickte. Also warteten wir. Und warteten. Und beobachteten. Nebenbei unterhielten wir uns mit ein paar Iren – sehr freundliche Menschen –, die erzählten, dass es auch durchaus länger dauern könne. Das taten wir noch als Scherz ab.
Im Halbstundentakt fragten wir nach Schmerzmitteln für mich. Nach etwa zweieinhalb Stunden bekam ich sie tatsächlich, Frau Seaman war da sehr hartnäckig und hatte alle halbe Stunde nachgefragt. Wir zwei haben so viel geschnuddelt um uns wach zu halten und ja nicht den Moment des Aufrufs zu verpassen. Zu diesem Zeitpunkt lag die Wartezeit bereits bei acht Stunden. Im Wartezimmer wurde inzwischen gemunkelt, dass es auch schon mal zwölf oder gar 23 Stunden dauern könne – und dass nach Mitternacht die Pubs schließen und dann die „Alkoholleichen“ eintreffen würden. Wir lachten noch. Dann kamen sie. Und zwar in voller Gestalt, wenn man es nicht gesehen hat, glaubt man es nicht.
Wir beschlossen, unseren angestammten Sitzplatz zu verlassen und uns in sicherere Gefilde zurückzuziehen. Gegen halb vier nahmen wir einen Partnerwechsel vor: Herr Frattollino übernahm mit viel Elan und Frau Seaman fuhr ins Hotel. Kurz vorher ging ein Ruck durch uns – mein Name wurde aufgerufen. Juchhu, endlich dran! Die Ernüchterung folgte sofort: nächstes Wartezimmer.
Dort trafen wir einige Patienten wieder, die schon Stunden zuvor mit uns gewartet hatten. Große Ernüchterung. Bis dahin sollte ich weder essen noch trinken. Irgendwann störte es mich kaum noch – vermutlich hätte ich sonst unterwegs einfach angefangen zu verdorren.
Herr Frattollino brachte jedoch so gute Laune mit, dass er mich sofort ansteckte. Wir saßen da wie Waldorf und Statler aus der Muppet Show und kommentierten alles und jeden. Wir lachten Tränen. Um sechs Uhr morgens fragte ich erneut, wann ich endlich etwas essen dürfe. Antwort: Das könne ich doch ruhig machen.
Zwischendurch bot ich eine kleine schauspielerische Einlage und spielte Zittern sowie Kreislaufkollaps, es fehlte nur noch die Regieklappe, der Regisseur stand neben mir und war zufrieden mit meiner Leistung. Eine Schwester erschien mit Messgeräten – leider waren sämtliche Werte im grünen Bereich. Diese konnte ich bedauerlicherweise nicht beeinflussen. Es gab auch auf unsere Anfrage Medikamente, auf den angefragten Eisbeutel warte ich jedoch heute noch. Auf die Frage um sieben Uhr, wann denn endlich ein Arzt käme, erhielten wir die wenig beruhigende Antwort: „I have no idea.“ Sprachlosigkeit. Und danach wieder Lachanfälle.
Kurz nach neun dann endlich mein Name. Rein zum Arzt, Jeans runter, kurze Untersuchung, weiter zum Röntgen. Dort überlegten wir, wen wir wohl alles wiedersehen würden – oder ob es vielleicht eine geheime Kammer oder Rampe gab, über die man entsorgt wurde. Nach übermüdet kommt blöd, und nach blöd kommt definitiv doof. Diesen Zustand hatte ich schon Stunden zuvor erreicht.
Beim Röntgen musste ich mich strategisch zwischen die hübsche Schwester und Herrn Frattollino platzieren – sonst wären wir vermutlich heute noch dort. Danach musste ich mich selbst überwinden, von der eiskalten Röntgenpritsche wieder aufzustehen. Es war mir fast alles egal, ich wollte so gern schlafen.
Gegen zehn Uhr wurden wir ein letztes Mal aufgerufen. Mit Dolmetscher am Telefon – den wir eigentlich nicht gebraucht hätten, „our english is very well“ – bekamen wir Arztbrief, Rezept, Krankmeldung und zwei Unterarmgehstützen überreicht. Und so verließen wir nach einer epischen Nacht die heiligen Hallen der Dubliner Uniklinik.
Was für ein Tag. Knie kaputt, Kreislauf beleidigt, Geduld bis aufs Äußerste getestet – aber immerhin mit Humor überlebt.