Kosovo
Von Nordmazedonien aus wollten wir weiter in das jüngste Land Europas fahren, das Kosovo. Aber das gestaltet sich gar nicht so einfach. Das Kosovo wird seit dem Kosovokrieg von...


Pubblicato: 06.10.2025










































































































































































Langsam begann die Uhr zu ticken und unsere verbliebenen Wochen und Tage und wurden immer schneller immer weniger. Aber es stand noch ein Land auf unserer Liste, dass wir bisher nur gestreift haben: Bosnien-Herzegowina. Zwischen dem Kosovo und Bosnien-Herzegowina liegen aber erstmal Montenegro und Serbien. In Serbien erwartete uns auch Julianes Familie für eine kleine gemeinsame Tour. Also ging es von Peja im Kosovo über einen kleinen Schwenk durch Montenegro nach Mokra Gora in Serbien.
Es war erstmal wieder ein langer Ritt bis Mokra Gora, aber es zeigte sich wieder, dass jede Fahrt durch Montenegro eine Panoramafahrt ist. Das Land ist einfach überall eine Augenweide. Das fing schon am Grenzübergang an. Der Weg von Peja nach Montenegro führt natürlich durch kaum besiedeltes Gebirge entlang von Bilderbuch-Tälern. Der äußerste Ostzipfel Montenegros ist muslimisch geprägt. Also empfing uns eine grüne Gebirgslandschaft, in der die Vielzahl an Moscheen auch nach all den Wochen immer noch irgendwie ungewöhnlich wirken. Wir waren wohl in den letzten Jahren zu oft in den Alpen.
Der Balkan hat, wie schon öfter erwähnt, eine große Diaspora in Westeuropa. Allerdings verteilen sich die Menschen nicht gleichmäßig über Europa. Viele Albaner sind nach Deutschland, viele Kosovaren in die Schweiz und hier im muslimischen Teil Montenegros rund um Rožaje dominieren Luxemburger Kennzeichen die Straßen.
Durch schönstes montenegrienisches Bergland ging es dann weiter nach Serbien. Auch wieder war der Grenzübergang eine reine Panoramastraße. Der Grenzübertritt lief zum Glück problemlos und die serbischen Grenzbeamten störten sich nicht an unserem Aufenthalt im Kosovo und unserer Ausreise aus Serbien über den Kosovo.
In Serbien hieß unser Ziel Mokra Gora in der Nähe der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, weil wir hier Julianes Familie treffen wollten um ein wenig auf gemeinsame Offroadtouren durch den Tara Nationalpark zu starten.
Die meisten Tracks im Tara Nationalpark waren dann doch eher Waldautobahnen ohne viel Herausforderung. Wir wollten dann auch weiter nach Bosnien-Herzegowina und Julianes Familie Richtung Montenegro um ihren Sprinter ein wenig weiter zu testen und kennen zu lernen. Deswegen ging es zum Abschluss noch für alle nach Višegrad in Bosnien-Herzegowina.
Nach Višegrad trennt sich unsere Wege wieder. Julianes Familie fuhr weiter gen Süden und wir blieben noch in Bosnien-Herzegowina. Unser nächtes Ziel war der vermutlich traurigste Ort Bosniens, wenn nicht gar des gesamten Balkans: Srebrenica. Hier fand 1995 ein Massaker an bosniakischen Männern und Jungen infolge der Bosnienkriege statt. Der Weg von Višegrad dorthin ging durch schönste, verträumte Mittelgebirgslandschaft, die nicht erahnen ließ, dass hier vor 27 Jahren ein brutaler Krieg wütete. Nur die vielen Mienenwarnschilder an den Bäumen erinneren an dieses traurige Kapitel.
Die Region um Srebrenica war früher muslimisch geprägt und somit vorrangig von Bosniaken bewohnt. Heute liegt Srebrenica in der serbisch-orthodoxen Entität Republik Srpska, ein Resultat des Bosnienkriegs. Srebrenica war einer der ersten Orte, der von serbischen Paramilitärs überfallen wurde. Er konnte zwar recht schnell von bosniakischen Truppen zurückerobert werden, die Lage blieb aber aufgrund der Frontlage äußerst prekär, sodass Srebrenica recht schnell von serbischen Paramilitärs eingekreist und belagert wurde. Beim Versuch sich aus diesem Kessel zu befreien konnten die Bosniaken unter Naser Orić viel Land gewinnen, begangen aber zahlreiche Kriegsverbrechen, denen ungefähr 1000 Zivilisten zu Opfer fielen. Die Zahlen schwanken stark je nach Quelle. Daraufhin übernahm Ratko Mladić den Befehl über die serbischen Paramilitärs und schloss den Ring um Srebrenica wieder enger, was zu einer großen Fluchtbewegung aus den umliegenden Ortschaften in die Stadt führte. Die Einwohnerzahl verzehnfachte sich, die Strom- und Wasserversorgung brach zusammen und Lebensmittel sowie Medikamente wurden schnell knapp. Dies unter steten Beschuss und Terror der serbischen Militärs. Als Folge erklärten die UN Srebrenica zur Schutzzone unter niederländischer Führung und richtete eine Militärbasis in einer alter Fabrik in Potočari, einem Dorf in der Nähe von Srebrenica, ein. Leider erlaubte das Mandat der Schutztruppe Waffengewalt nur im Fall der Selbstverteidigung. So kam es ringsum immer wieder zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen serbischen Paramilitärs und bosniakischen Einheiten. Schließlich eskalierten die serbischen Paramilitärs weiter und blockierten die Versorgung des Lagers. Hilfskonvois wurden nicht mehr durchgelassen, genauso wie die Ablösung der Blauhelmsoldaten. Dies hatte zur Folge, dass die Zahl der UN-Soldaten stetig sank. UN-Beobachterposten wurden angegriffen und meist kampflos erobert. In dieser verzweifelten Lage wurde von den niederländischen Soldaten mehrfach Nato-Luftunterstützung angefordert, die aber ausblieb. Wohl auch, weil die serbischen Einheiten UN-Soldaten als Geiseln genommen hatten und mit deren Tod bei weiteren Angriffen drohten. Schließlich marschierten serbische Paramilitärs in die Schutzzone ein und die Menschen flohen nach Potočari in die niederländische Basis, größtenteils Frauen und Kinder. Die Männer ahnten bereits was ihnen bevorsteht und machten sich auf einen Langen track in Richtung bosniakisches Gebiet. Dann eskalierte alles weiter. Die Frauen und Kinder wurden in Busen aus der Fabrik gebracht und von den übrigen Männern getrennt. Die Männer und Jungen wurden an verschiedenste Orte gebracht und systematisch ermordert. Der Männertrack, der sich vorher auf den Weg gemacht hatte, wurde überfallen und beschossen. Mehr als 8000 Jungen und Männer zwischen 13 und 78 wurden ermordert und das zum Teil vor den Augen der Blauhelmsoldaten die mangels Mandat tatenlos blieben.
Somit steht Srebrenica heute für die grauen des Krieges und das, obwohl die Stadt einst für ihr Kurbad und Heilwasser europaweit berühmt war. Zur Kur kommt seitdem Krieg niemand mehr und das Kurbad verfällt. Heute macht die Stadt allgemein einen sehr vernachlässigten traurigen Eindruck.
Wir übernachteten an den Heilquellen der Stadt, die so eisenreich waren, dass der gesamte Bachlauf rot leuchtete. In der ehemaligen Batteriefabrik und dem Lager der UN-Soldaten ist heute ein Dokumentationszentrum eingerichtet. Hier gibt es eine große Fotoausstellung zum Bosnienkrieg im allgemeinen und es werden auf vielen Bildschirmen Zeugenberichte aus Srebrnica dokumentiert. Aber es schien so, als ob das alles nur halbherzig betrieben wird. Große Teile der Ausstellungsäle wurden nicht beleuchtet oder ausgeschildert, sodass wir uns auf die Suche nach Lichtschaltern im Dunkeln machen mussten. Auch blieben viele Bildschirme einfach aus und man hatte keine große Lust für uns die Räume der Videodokumentation zu öffnen. Das geschah erst nach der Ankunft größer Touristentruppen. Am Ende wird gerade die Videovorführung über die Massaker an den Jungen und Männern bei uns in Erinnerung bleiben. Im lauf des Films werden Erschießungen von Männer und verschiedene Tatorte gezeigt. Beim zeigen einer der Männertracks sprang plötzlich eine Muslima in der Vorführungshalle auf, schrie, zeigte auf einen Mann der in dem Track zu sehen war und fing zu weinen an. Das führte uns nochmal deutlich vor Augen, dass diese schrecklichen Taten nur 27 Jahre her sind und Opfer wie Täter noch immer hier wohnen und leben. Umso trauriger ist das alles, wenn man gerade live aus Ukraine sieht, dass sich alles schon wieder wiederholt.
Wir verließen mit gedrückter Stimmung Srebrenica und fuhren entlang der Drina, dem Grenzfluss zu Serbien, weiter nach Norden. Die Drina selbst ist ein wunderschöner breiter Fluss, der mit seinen vielen Kurven an den Rhein erinnert. 1995 wurde er zum Grab vieler ermorderter Bosniaken. Die serbische Seite ist kaum bewohnt, dafür gibt es immer wieder in den Fels gehauene Klöster zu sehen. Wir verließen irgendwann die Panoramastraße entlang der Drina um nach Westen Richtung Tuzla zu fahren. Vom Podcast "Neues vom Ballaballa-Balkan" hatten wir bereits viel von Tuzla gehört.
In Tuzla merkten wir recht schnell, dass es nicht viel zu machen gab. Also gönnten wir uns eine Limo in einem der vielen schicken Cafés und aßen einen typisch bosnischen Dürum. Danach ging es weiter nach Doboj.
Doboj liegt an einem Nadelöhr des kuriosen Gebildes Bosnien und Herzegowina. Der Friedensvertrag von Dayton zementierte 1995 die Gebietsgewinne der Serben und konserviert diesen Zustand bis heute. So begründet sich das heutige Gebiet der Republik Srpska auf den von den Serben durchgeführten ethnischen Säuberungen und hat eine große Verschiebung der Bevölkerungsmehrheiten zur Folge. Aus diesem Grund kann es die internationale Staatengemeinschaft nicht zulassen, dass sich die Republik zum selbständigen Staat abspaltet, da dann defacto die ethnischen Säuberungen von Erfolg gekrönt wären. Um die Republik Srpska ein wenig zu schwächen verblieb im äußersten Nordosten ein dritter Bezirk, der Brčko-Distrikt unter Bundesstaatlicher Verwaltung und teilt die Repubik Srpska in zwei Teile. Also neben den zwei Entitäten gibt es auch noch diesen Distrikt als Kondominum mit eigener Verwaltung, Steuern und Polizei. Dieses Land kann nicht funktionieren, aber die Leute können immerhin günstig in Brčko-Distrikt tanken. So billig, dass Brčko eine eigene Tankstellenkette besitzt die Tankstelle und Hotel praktisch kombiniert wie wir kurzfristig feststellen mussten, weil unser gebuchter AirBNB-Host in Doboj uns sitzen ließ.
Von Doboj ging es dann nach Süden nach Sarajevo mit ein paar kleinen Zwischenstopps.
Je näher wie Sarajevo kamen, umso schlechter wurde das Wetter und die Berge ringsum hingen in den Wolken. Es wurde mal wieder Zeit für eine Pause und wir hielten im kleinen Ort Vranduk und erkunden den historischen Dorfkern.
Wir übernachteten oberhalb von Zenica an einem Spomenik. Spomenik sind brachiale Denkmäler aus Beton oder Stahl die Tito in Gedenken der Gefallen des Zweiten Weltkriegs und zur Nationsbildung überall in Jugoslawien aufstellen lies. Meist sind sie im schlechten Zustand und in Vergessenheit geraten. Bei Zenica liegt es so promient oberhalb der Stadt, das hier immer was los ist. Zumindest berichtete das uns dies der einzige Mann den wir hier trafen. Er war aus Zenica und zeigte uns Bilder von seinem Haus und Enkeln und schenkte uns ein wenig zu Knabbern für Karl. Einfach so.
Von Zenica war es dann nicht mehr weit bis Sarajevo und wir mieteten uns hier für drei Nächte in einem Plattenbau ein. Sarajevo, die Hauptstadt von gesamt Bosnien und Herzegowina und der Förderation Bosnien und Herzegowina hat auf dem ersten Blick typischen osteuropäischen Plattenbaucharm, besitzt aber, wie soll es anders sein, eine nette kleine osmanische Altstadt in der es nur so vor Menschen wimmelt. Auch heute noch trifft man hier auf viele Muslime. Dabei fällt auf, dass in Bosnien, und Sarajevo im Speziellen, ausgesprochen viele Muslime aus dem arabischen Raum ihren Europaurlaub verbringen. Wir trafen zum Beispiel Menschen aus Dubai und Malaysia. Aber das passt zur Geschichte der Stadt. Lange lag Sarajevo am Schnittpunkt von Abendland und Morgenland, sodass hier Christen, Juden und Muslime friedlich coexistierten und der Stadt den Namen "Jerusalem Europas" einbachten.
Wir nahmen an einer sehr informativen Freetour zur Geschichte Sarajevos teil und lernten die meisten interessanten Plätze der Stadt kennen. Jedoch blieben viele Fragen zur jüngeren Geschichte und vorallem zur Belagerung durch die Serben offen. Dafür gab natürlich auch eine Tour von einem Einheimischen, der die Belagerung als Kind miterlebte. Hier prasselten viele interessante Fakten zur Weltpolitik auf uns ein und wir erfuhren viel über den Terror, dem die Zivilbevölkerung während der Belagerung ausgeliefert war. Sarajevo liegt in einem weit gestreckten Tal und alle umliegenden Berge waren damals von serbischen Einheiten besetzt. Von dort schossen die Besatzer jeden Tag im Durchschnitt 300 Granaten wahllos auf die Stadt. Davon zeugen noch heute viele nur notdrüftig zugemauerten Einschlagslöcher in den Häuserwänden der Plattenbauten und die Rosen von Sarajevo, mit rotem Harz ausgegossene Einschalgskrater an Orten an denen Menschen gestorben sind. Mit dem Granatenterror sollte die Zivilbevölkerung zermürbt und die Aufgabe der Stadt erzwungen werden. Leider zeigte sich auch bei dieser Tragödie die UN aufgrund des Vetorechts Russlands als zahnloser Tiger. Zwar konnten sie erreichen, das der Flughafen Sarajevos, der letzte Flaschenhals raus aus der belagerten Stadt nicht von den Serben besetzt wurde sondern von der UN für Hilfsflüge genutzt werden konnte. Sie stimmten aber zu, dass über den Flughafen keine Zivilisten fliehen durften und schlossen so den Belagerungsring. Militärisch griff die UN eh nicht ein. Blauhelme dienten lediglich als Schutzschilde für Zivilisten, die zum Beispiel die tödliche Sniper Alley überqueren mussten, ansonsten wandelten die Blauhelmsoldaten wie unberühbare zwischen den Zivilisten der Stadt, die permanenter Bedrohung ausgesetzt waren. Immerhin gelang es den Bosniaken an der dünnsten Stelle des Belagerungsrings, dem von der UN kontroliierten Flughafen, einen Versorgungstunnel zu graben.
Kalt lief es uns allen auf der Tour den Rücken herunter, als unser Guide von den Bombadierungen erzählte und auch auf die Ukraine zu sprechen kam als plötzlich sämtliche Sirenen der Stadt Alarm schlugen. Es war Punkt 12 Uhr und der Sirenentest lief. Dies war entwerder vom Guide sehr gut abgestimmt oder schauriger Zufall. Denn es ist nicht so, dass Bosnien und Herzegowina kein interesse bei den großen Mächte Europas weckt. Um den Einfluss auf den Balkan konkurieren die EU mit wirtschaftlichen Anreizen, die Türkei mit dem Bau von Moscheen und Russland mit fleißig antiwestlicher Propaganda. Das sorgt für nach wie vor reichlich Konfliktpotential zwischen den verschiedenen Ethnien im Land. So plant der Präsident der Republik Srpska die Gründung einer eigenen Armee und macht damit den ersten Schritt zur eventuelle gewaltsammen Abspaltung.
Aber zurück zur Geschichte, am Ende wurde die Belagerung nach langem Ringen mit dem Eingriffen der Nato und der Bombardierung der serbischen Einheiten rund um Sarajevo nach vier Jahren beendet. Auslöser war das verherrende Markale-Massaker der Serben. Weniger Monate später endete der Bosnienkrieg mit Unterzeichung des Dayton-Vertrags und die aktuelle Frontlinie wurde als neue Grenzen der Republik Srpska manifestiert. Dies erklärt den koriuosen Grenzverlauf der Republik Srpska und die immer noch halbe Umrahmung Sarajevos von den Serben.
Wir verließen Sarajevo mit gemischten Gefühlen und besuchten Sarajevos Naherholungsgebiet im Vorort Idliza. Hier entspringt die Bosna aus einer großen Karstenquelle und in der Nähe befindet sich die in Bosnien bekannte Therme Idliza, die schon die Römer nutzten.
Karlchen sorgte mit seinem Erkundungsdrang bei den Bademeistern für Erheiterung. Diese saßen die meiste Zeit entspannt in ihrem kleinen Büro am Beckenrand und pafften fleißig E-Shisha.
Danach ging es erstmal weiter nach Westen Richtung kroatische Grenze. Wir kamen nahe an Mostar vorbei und haben so unsere große Balkanschleife geschlossen. Da unsere Tage nun wirklich knapp wurden, wollten wir den G nochmal auf die Piste schicken und steuerten dafür den Blidinje Naturpark an. Auf dem Weg dorthin stoppten und übernachteten wir im kleinen Städtchen Konjic.
Der Blidinje Naturpark liegt an der Grenze zu Kroatien. Dementsprechend ist hier auch der kroatische Teil der Förderation von Bosnien und Herzegowina. Wir wussten nicht so richtig was uns in dem Naturpark erwartet. Die Informationen im Reiseführer waren eher spärlich, aber das scheint für Bosnien und Herzegowina normal zu sein. Es mangelt an Highlights. Aber der Naturpark war eine wahre Überraschung, eigentlich ist er ein Wintersportgebiet, dementsprechend leer ist es im Sommer. Dafür hat man eine herrliche Landschaft für sich allein und Offroadfahrspaß gab es auch noch.
Der Naturpark war nochmal eine wahre Überraschung für uns, weshalb wir auch zwei Nächte blieben. Aber wir mussten in großen Schritten weiter nach Norden. Das nächste Ziel war Travnik. Langsam wurde es wirklich schwer die restlichen Tage noch zu füllen, da alles irgendwie gleich klang.
Von Travnik ging es in die alte Königsstadt Jajce. Wir stellten uns eine alte Stadt mit großer Burg vor, aber wie so oft wurden wir überrascht. Es gab die Überreste der alten Burg und ein altes Stadttor und das wars dann auch schon. Dafür hat die Stadt ihren eigenen, wirklich coolen Wasserfall und ein wenig außerhalb fanden wir ein wirkliches Highlight. An einem kaskadierten Wasserlauf stehen heute noch viele historische Wassermühlen, die wie an eine Szene aus Herr der Ringe erinnern.
Von Jajce ging es wieder mal in die Republik Srpska nach Banja Luka. Früher war es ein umkämpftes Gebiet. Das fällt auch beim Fahren durch die Gegend auf. Wir treffen immer wieder auf Kriegsversehrte mit fehlenden Gliedmaßen am Straßenrand oder sahen sie bei der Gartenarbeit. Banja Luka ist heute die Haupstadt der Republik Srpska. Heutzutage leben hier nur noch wenige Muslime, aber ein paar muslimische Relikte sind noch zu finden. Banja Luka selbst ist wenig aufregend. Es gibt viele Repräsentationsbauten und serbisch-orthodoxe Kirchen. Ein Gedanke ging uns beiden aber nicht mehr so richtig aus dem Kopf. Nachdem wir von all den grausamen Geschichten des Bosnienkriegs gehört haben: das Massaker von Srebrenica, die Belagerung von Sarajevo und viele mehr, hatte man irgendwie das unangenehme Gefühl, dass jeder Mann um die fünfzig potentieller Täter gewesen sein könnte. Dieses Gefühl wurde von der Fülle an Wappen und Nationalfarben in der ganzen Stadt bestärkt. Auch Verherrlichungen von Kreigsverbrechern konnte man als Schmierereien finden.
Nach Banja Luka verließen wir Bosnien-Herzegowina und jetzt ging es in großen Schritten Richtung Heimat.
