Das einzige, was wir langfristig geplant hatten, die Fähre nach Italien, wurde gestern wg. Schlechtwetter gecancelt, fahren wir halt einen Tag später. Wir bleiben in Berat und üben den zweiten Blick:
Wir sehen Bäume voller riesiger Granatapfel.
Das Lasten-Fahrrad ist bei uns ein Symbol grün-ökologischer Urbanität, hier ist gefühlt jedes Rad ein Lastenrad, wobei es keine Obergrenze für die Beladung zu geben scheint.
Auf den Straßen sehen wir ansonsten viele deutsche Automarken der gehobenen Mittelklasse bzw. Oberklasse. Erstaunlich, auch wenn wir aus Deutschland wissen, dass nicht jeder, der ein solches Auto fährt, es auch bezahlt hat.
Überhaupt hören und sehen wir, dass Deutschland in Albanien einen sehr guten Ruf hat. "Deutschcolor" sehen wir in fast jedem Ort, Selbst der Politiker, der damals in Deutschland unbedingt gestoppt werden musste, und unser "Kaiser" genießen in Albanien ein so hohes Ansehen, dass sie neben Mao Tse-Tung und Che Guevara als Freunde Albaniens gefeiert werden. (Beide würden sich ob dieser Nachbarschaft wohl im Grabe undrehen.)
In Berat entdecken wir in der Hinterbebauung ein Derwischkloster und fühlen uns an unsere Entdeckungen in Blagaj erinnert.
Besonders in orthodoxen Kirchen wird deutlich, wie schwierig die Besucherrolle ist. Es fehlen die Gerüche, die Töne, die Gefühle und die Dynamik eines orthodoxen Gottesdienstes. So bleibt man ein bloßer Zu-schauer.
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