2025-01-22 Ha Giang Loop, Vietnam
3 días en moto por las montañas


Publicado: 28.01.2025











27.01.25 Hanoi->Jakarta->Sydney, 9000km. Mit Unterbrechungen schlafe ich von 3:33 bis 6:10h auf der Sitzgruppe im Flughafen von Hanoi. Als ich aufstehe, ist der Check-in schon geöffnet. Ich packe Proviant in den Tagesrucksack und gebe den großen Rucksack auf. Kaum 15min später stehe ich in der Schlange zur Sicherheitskontrolle, da fällt mir ein, dass ich mein Taschenmesser nicht umgepackt habe. Nun ist es zu spät, es wird gefunden und ich muss es abgeben. Leider habe ich keinen Fensterplatz mehr bekommen, aber anscheinend fliegen wir eh die meiste Zeit über Wolken. Ich versuche etwas zu schlafen. Das gelingt mir nicht, weil ich den Kopf nicht anlehnen kann. In Jakarta muss man 2 QR-CODE scannen, für die Gesundheits- und Zollerklärung. Und ich muss mir ein Visum kaufen, weil ich mein Gepäck einmal abholen und am anderen Terminal wieder aufgeben muss. Die 31€ kann ich mit Karte bezahlen. Zwischen den Terminals fährt einen kostenloser Skytrain. Auf dem Weg dahin suche ich einem Essensstand, bei dem ich mit Karte bezahlen kann und kaufe zweimal Hähnchen mit Reis, einmal zum mitnehmen. In Terminal 3 angekommen, wird mein Flug nach Sydney in der kühlen Abfertigungshalle noch gar nicht angezeigt. So gehe ich wieder raus in die Wärme, und lege mich dort auf eine Sitzgruppe und mache ein Nickerchen. Als ich kurz nach 16h wieder hineingehe, wird angezeigt, dass mein Flug eine Stunde Verspätung hat. Am Quantas-schalter kann ich mein Gepäck bis Christchurch aufgeben. Dass es prima, denn dann brauche ich den großen Rucksack bei dem 12-stündigen Aufenthalt in Sydney nicht mit mir rumschleppen. Ich habe mir nämlich überlegt, einmal in in die Stadt zu fahren um mir das Opernhaus anzusehen. Nun passiere ich ohne Probleme die Sicherheitskontrolle und habe viel Zeit. Das Boarding soll um 20 Uhr beginnen. Ich suche einem Platz, der nicht so unterkühlt ist und lese mein Buch aus. Diesmal wird erst nach dem Boarding das Handgepäck kontrolliert. Ich muss mein Wasser abgeben. Aber zum Glück nur die kleine Flasche, und nicht die Filterflasche, in der auch noch etwas Wasser ist. Dieser Reihenfolge der Kontrolle finde ich total blöd. Sie mich auch immer wieder überrascht, weil es an jedem Flughafen anders ist. Diesmal habe ich in dem 8reihigen Flieger einen Fensterplatz mit der Nummer 57k. Es ist schon 21:30h als wir abheben und das Flugzeug eine Runde um Jakarta fliegt. Nun kommen die Stewardess 4 mal vorbei. Es gibt Wasser und eine Tüte Salzgebäck, dann das Hauptgericht und Eis. Und danach könnte ich auch noch einen Kaffee nehmen. Ich möchte aber jetzt lieber schlafen. Kann ich aber auch noch nicht. Spiele noch zwei Sudokus, bis dann doch meine Augen schwer werden. Ich schlafe bis 1800km vor Sydney.
28.01.25 Sydney. Wir bekommen im Flugzeug ein Einreiseformular für die Gesundheits- und Zollerklärung. Man darf keine Früchte und Fleisch einführen. So esse ich die Bananen und das Hähnchen auf, das ich eigentlich zum Mittag essen wollte. Wir landen um 8h. Die Einreise ist kein Problem. Da ich mein Gepäck durchgecheckt habe, kann ich direkt mit dem leichten Rucksack los in die Stadt, ich habe ja 12h Wartezeit. Der Zug T8 bringt mich für 0,60€ in die Stadt. Hier muss man nicht umständlich ein Ticket kaufen, ich muss nur die Kreditkarte hinhalten, schon öffnet sich die Sperre. Ich steige St. James aus und mache erst einmal den Sonnengruß auf dem feuchten Rasen neben dem großen Springbrunnen. Ein Park schließt sich an den anderen bis zur Bucht. Weiße Vögel mit schwarzem Kopf und langem krummen Schnabel picken auf der Wiese. Eine Gruppe Kakadue machen Lärm. In der Sonne ist es nun sehr warm. Athletische junge Männer kommen mit nackten Oberkörper joggend vorbei. Vom Mrs Macquarie's Point habe ich einen guten Blick auf das Opernhaus. Ich verweile und mache ein Nickerchen. Dann gehe ich um die Bucht zum Opernhaus, dass ich mir aber nur von außen anschaue. Es ist wirklich ein schönes Gebäude. Ein Däne hat es in den 60'er Jahren gebaut. Durch die Scheibe des Restaurants kann ich einen Blick ins Innere werfen. So ähnlich soll auch die Oper von innen aussehen. Durch ein altes Lagerviertel, indem jetzt Restaurants und Geschäfte untergebracht sind, gehe ich auf die Harbour Bridge. Hier könnte man auch einen der Brückentürme besteigen, es kostet aber 23 Dollar. Der Blick von der Brücke ist aber auch schon schön. Es ist viel Fährverkehr in der Bucht und vor der Oper. Mein nächstes Ziel ist das Postamt. Für drei Dollar geht die Post ab. Nun geht eine heftige Schauer nieder, und ich stelle mich einen Augenblick unter. Ich will noch neue Sandalen kaufen, weil die Tewas leider durchgelaufen sind. Im dritten Laden werde ich für 50 Dollar fündig. Ich bin gespannt, ob die was taugen. Nun ist es schon 16:30h und ich steige an der Metrostation Museum wieder in die Bahn. Am Flughafen dann die Enttäuschung: für den Flug werden zwei Stunden Verspätung angezeigt, aus denen dann später drei werden. Ich nehme zum Hostel Kontakt auf, und soll Ihnen ein Foto vom Ausweis schicken. Das geht bei Booking.com aber gar nicht und auch meine E-Mail wird nicht versendet. Ich schicke Ihnen meine Reisepassnummer und bekomme einen Schlüsselcode mitgeteilt und eine Anleitung, wie ich aufs Zimmer komme. Hört sich kompliziert. Das lange Warten fällt mir nun schwer, schließlich bin ich schon zwei Tage unterwegs. Ich bin froh, als wir um 21:30 endlich an Bord dürfen.
29.1.2025 Christchurch. Um 6 Uhr klingelt mein Wecker im Flughafen. Obwohl ich häufig wach war, muss ich doch auch geschlafen haben, denn die zwei Stunden waren schnell um. Ich packe die Luma ein und vor dem Eingang erwartet mich ein leuchtend roter Morgenhimmel. Was für eine schöne Begrüßung! Es steht auch ein Bus bereit. Den kann ich nicht mit Karte zahlen und der Fahrer kann keine 50 Dollar wechseln, aber ich darf so einsteigen. Am Anfang der Bealey St. steige ich aus und muss 1, 6 Kilometer bis Hausnummer 263 laufen. Punkt 7h bin ich da, aber die Rezeption ist noch geschlossen und ich nehme den Schlüssel aus der Keybox. Im Zimmer ist schon Bewegung, aber drei Leute schlafen noch. An meinem Bett funktioniert der Strom nicht, deshalb wähle ich ein anderes, freies und lade direkt die Powerbank. Dann melde ich mich bei der Rezeption und Buche gleich eine dritte Nacht für 25 Dollar. Sowie ich später höre, ist es das günstigste Hostel weit und breit. Dann erstmal duschen und die Klamotten durchwaschen, die ich 2 Tage und Nächte an hatte. In der Küche sind wir nur zu zweit. Ich koche mir einen Tee und esse dazu Weißbrot. Mehr habe ich erst mal nicht. Als erstes besorge ich mir eine SIM-Karte, dann gehe ich ins mehrere Supermärkte und bin doch erstaunt wie teuer hier alles ist, aber etwas essen muss ich ja. Dann gehe ich in den ersten Fahrradladen. Hier gibt es nur neue Fahrräder, aber im Vorort fünf Kilometer weiter gibt es ein Gebrauchtradhändler. Ich fahre mit dem Bus dorthin. Das billigste Rad, für 250 Dollar, erscheint mir geeignet. Nach einer Probefahrt und einigen Gedanken hin und her verlasse ich trotzdem erst mal den Laden um die Trade me App zu laden. Das neuseeländische Gegenstück zu eBay. Nachdem ich dort durchgeklickt habe und kein besseres Rad in dieser Preisklasse gefunden habe, gehe ich wieder zurück in den Laden und kaufe das Fahrrad, dazu noch ein Schloss, ein Kettenschloss, einen Reserveschlauch, einen Helm und einen 15'er Maulschlüssel um die Pedalen abzuschrauben. Das muss man nämlich machen, wenn man das Fahrrad im Bus mitnehmen möchte. Nun starte ich meine Proberunde entlang des Heathcote River und suche dabei nach Dachlatten, die ich für meine Gepäckträger benutzen kann. Aber hier ist alles so aufgeräumt und ordentlich, nirgendwo liegt Müll herum und englischer Rasen, so weit das Auge reicht. Rechts und links des Flusses stehen einstöckige Einfamilienhäuser. Alles seit mehr als 30 Jahren fertig. Es dauert lange bis ich mal eine Baustelle entdecke und werde gleich fündig. Die Bauarbeiter schneiden mir drei Dachlatten zu. Ich fahre noch am Fluss weiter und dann noch Norden. Langsam muss ich sehen, dass ich meine Runde beende, weil der Akku vom Handy gleich leer ist. Im Supermarkt kaufe ich fürs Abendessen ein und eine Packung Eis. Auch hier wäre es wieder schön, jemand an seiner Seite zu haben. Denn in der Packung sind gleich vier Hörnchen. Im Park entdecke ich noch Akrobaten die üben, auf der Snakeline, Jonglage und am Ring. Dafür haben sie extra ein Gestell aufgebaut. Im Hostel angekommen bereite ich meinen Abendessen. Gut, dass ich für die instant Nudeln nur heißes Wasser brauche, denn die Küche ist übervoll. Mit dem heißen Topf gehe ich nach draußen an den Tisch zu drei Leuten. Ein Deutscher, ein Koreaner und ein Israeli. Nach und nach mehr kommen immer mehr Leute, dabei ein DJ aus den Niederlanden und der Rest alles deutsche. Der DJ hat Rum mitgebracht und Jan, dessen Vater auch Uwe heißt, besorgt Eis. Ich bekomme auch einen guten Schluck ab und schnitze dabei die Dachlatte, die ich in bewährter Form am Lenker befestigen will. Es ist schon fast 23 Uhr, als ich ins Bett gehe.
30.1.25 Christchurch, 2.Tag, Mt. Pleasant, 39km, 511hm. 10:30 Uhr, jetzt habe ich mal richtig lange und gut geschlafen. Zum einen hatte ich Schlaf nachzuholen und zum anderen bestimmt wegen der Zeitverschiebung. Es ist schon richtig warm, als ich in der Sonne frühstücke. Ich habe noch keinen rechten Plan, was ich heute machen will. Für Akaroa bin ich zu spät dran, dort fährt nur morgens ein Bus hin. In der Stadt bleiben und Museen angucken, dafür ist das Wetter zu schön. Ich entscheide mich für Mt Pleasant. Aber bis ich mal los komme ist es schon 12:30h. Ich fahre am Fahrradladen vorbei und nehme mir noch einen gebrauchten Schlauch mit. Leider fällt mir erst später ein, dass ich auch einen Spiegel gebrauchen könnte. Bevor die Steigung anfängt, mache ich am Avon eine Pause. Hier riecht es schon deutlich nach Meer und Seevögel sitzen auf dem anderen Ufer. Hinauf geht es an hübschen Villen vorbei und später durch Weiden. Einzelne Palmen stehen am Wegesrand und ich sehe das erste neuseeländische Schaf! Oben, auf der Summit Road, mache ich Pause mit schönem Blick auf das Mündungsgebiet des Avon. Es bläst ein kräftiger Wind, aber im Windschatten und in der Sonne ist es warm und ich mache ein Nickerchen. Das letzte Stück zum Gipfel ist ein steiler Schotterweg. Nun habe ich Blick auf den Fjord von Lyttelton. Im Hafen liegt das Kreuzfahrtschiff Norway Sun. Es wird wohl gleich ablegen, denn zwei Schlepperboote sind in der Nähe. Und tatsächlich erklingt bald das Horn und das große Schiff fährt aus dem Fjord. In drei Tagen wird es in Auckland sein. Ich überlege ob ich nach Lyttelton hinunter fahre und durch den Tunnel zurück. Doch das ist verboten. Im Internet finde ich einen Artikel von 2014, wo überlegt wird, ob nicht Fahrräder durch den Lüftungsschacht fahren könnten. Die Busse dürfen ja Moment auch keine Fahrräder mehr mitnehmen, weil sie die Scheinwerfer verdecken. Aber es wurde extra ein PKW Shuttle eingerichtet. Ich entscheide mich aber für den Beach von Sumner. Nun geht es fast 500 Meter bergab. Am Strand gibt es eine Höhle und viele Leute sind im Neopren im Wasser. Sie trainieren: mit dem Surfbrett hinaus paddeln bis zu einer Wendemarke und zurück mit den Wellen zum Wendepunkt am Strand. Und das mehrmals hintereinander. Nach der Abfahrt ist es mehr leider zu kalt um ins Wasser zu gehen. So radle ich nach einer Pause noch ein Stück am Strand entlang zurück zum Hostel. Unterwegs schaue ich beim Fahrradladen vorbei, der hat aber schon zu, und kaufe noch im Supermarkt ein. Die Küche ist wieder sehr voll und deshalb mache ich es wie gestern. Kochend Wasser über die instantnudeln und damit raus auf die Bank. Dazu gibt's heute noch Thunfisch und natürlich Bier. Heute war Bitburger das günstigste! Es gibt einen Bücher Tausch Schrank. Ich habe die Auswahl zwischen 5 deutschen Büchern. Ich wähle, "Wer zuerst lügt". Dadurch dass es länger hell ist, gehe ich ja auch später schlafen. Im Bett lade ich noch Bilder hoch und schlafe um Mitternacht ein.
31.1.25 Christchurch-> Rakaia River, 91km, 445hm. Die Nacht war ruhig, von den anderen im Zimmer habe ich nichts gehört. Ich koche mir einen Tee und esse meinen Müsli draußen. Einige schlafen immer noch, doch zum Packen brauche ich jetzt etwas Licht, sie drehen sich verärgert um. Schnell ist alles im Rucksack verstaut und ich packe alles draußen aufs Fahrrad. Um 10:30 Uhr geht's los auf Radwegen raus aus der Stadt. Ein Stück auf der 73, die viel Verkehr hat und dann parallel zu ihr, wo es etwas ruhiger ist. In West Melton, 60 Kilometer vor meinem Ziel, ist schon der letzte große Supermarkt an meiner Route. Dann geht es immer weiter geradeaus bei leichtem seitlichen Gegenwind, durch Weiden hindurch, an haushohen Hecken vorbei, die den Wind Bremsen sollen. An einigen Stellen werden die Weiden mit riesigen Fahrgestellen bewässert. Ich finde die Landschaft sehr langweilig und komme nur mit 16, 17 km/h voran. An der Straße lädt auch nichts ein zum Pause machen, so folge ich einem Schild zum Friedhof. Auf dem kurz geschnittenen Rasen, zwischen den Gräbern, steht eine Bank. Hier mache ich Mittagspause und lege mich anschließend für ein Nickerchen zwischen den Gräbern. Als ich weiterfahre ist es schon 16 Uhr. Ich muss also fast eine Stunde geschlafen haben! Auf der rechten Seite kommen nun langsam Berge in Sicht. In Windwhistle gibt es eine Tankstelle. Dort würde ich gerne noch ein Bier und Milch fürs Frühstück kaufen. Aber hier ist niemand, Benzin gibt es nur in Selbstbedienung mit der Karte. Dann gibt es vielleicht eine Möglichkeit am Campingplatz, der hinterm Fluss liegt. Zum Fluss hinunter gibt es eine schöne Abfahrt. Das Wasser ist richtig blau und die Brücke darüber ist eine mit Holz belegtes Stahlkonstruktion aus dem 19 Jahrhundert. Hier treffe ich ein deutsches Pärchen, sie sind mit Wohnmobil unterwegs und können mir später die Powerbank laden, denn auf dem Platz gibt es keinen Strom und keinen Laden. Der nächste ist 15 km entfernt. Aber es gibt super heißes Wasser zum Duschen und zum Kochen. Doch vorher gehe ich einmal zum blauen Fluss hinunter. Ulla meldet sich und wir sprechen über unseren gemeinsamen Urlaub im Sommer auf den Azoren. Sie will nun Flüge heraussuchen und wir können uns dort zum Abschluss meiner Weltreise treffen. Es wird schon dunkel, als ich zum ersten Mal, nach langer Zeit, den Kocher wieder starte. Komischerweise ist der anfangs undicht am Regler und kurzzeitig läuft auch Benzin über meine Hand und entzündet sich. Das kann ich zum Glück schnell löschen. Ich drehe das Benzin ab und danach ist er dicht. Es gibt Nudeln mit Brokkoli. Zum Nachtisch noch einen Whisky und Schokolade. Um 23 Uhr schlafe ich ein.
2.2.25 Geraldine-> Lake Alexandrina, 89km, 935hm. Ich starte um 8:30h. Es geht über eine Anhöhe. Dort mache ich den Sonnengruß und telefoniere mit Johanna. Zum Frühstücken halte ich am Fluss Opuha. Die Wolken hängen tief und kommen weiter runter. Auf der nächsten Höhe 420m, gibt es einen Aussichtspunkt mit Namenstafel der Berge, die zwischen 1000 und 1500 Meter hoch sind. Nun sieht es nach Regen aus und ich mache mich schnell auf die Abfahrt nach Fairlie. Dort schlender ich auf der Suche nach einem Spiegel an den Geschäften vorbei. Vor der Bäckerei ist eine riesige Schlange, sie stehen für einen besonderen Apfelkuchen an. Es fängt an zu niesel, aber ein anderer Radfahrer macht mehr Hoffnungen, dass das Wetter hinterm Pass, besser sein wird. Ich packe lieber alles in Plastik, ziehe aber kein Poncho an, weil ich vergessen habe, ihn vorher aus dem Rucksack zu nehmen. Und tatsächlich kann ich dem schlechten Wetter davon fahren. Am Straßenrand finde ich immer wieder Sachen. Heute eine Ratsche vom Spanngurt, einen Gummihammer und eine blonde Perücke mit Zöpfen. Davon mache ich zumindest ein Bild bei der Pause. Weil es noch feucht ist, setzt ich mich zur Mittagspause unter die Bäume vor einem Haus. Eine große Herde Schafe wird gerade zusammengetrieben, und schon kommen zwei große Transporter mit Anhängern, um sie abzuholen. Auf der Straße Nummer 8 ist nun richtig viel Verkehr. Der ist nervig. Einige Autofahrer fahren wirklich viel zu nah an mir vorbei. In dem kleinen Örtchen vor dem Burkespass, gibt es eine kleine Kapelle, die verschlossen ist. Im Eingang steht ein kleiner Engel, ich hoffe, dass er mich vor den rasenden Autofahrern beschützt. Die Burkes Passhöhe, 2200ft=709m, die ich nach einem steilen Anstieg erreiche, ist tatsächlich eine Wettergrenze. Blauer Himmel, hohe Berge in der Ferne, und eine weite Prärielandschaft leuchten mir entgegen. Hier gibt es sogar einen geschotterten Radfahrweg neben der Straße. Obwohl ich einen richtig kräftigen Rückenwind habe, komme ich auf dem Schotter aber nur langsam voran. Da fahre ich doch dann lieber wieder mit den Autos auf Asphalt, weil es besser rollt. Bei der nächsten Abfahrt kommt der leuchtend blaue Tekaposee in Sicht. Vom Parkplatz, über die Fußgängerbrücke, bis zu den Geschäften in den Ort, sind viele asiatische Touristen unterwegs. Ich kaufe ein paar Kleinigkeiten ein und frage bei der Touristinfo nach dem Zeltplatz, den ich am östlichen Ufer auf meiner Karte entdeckt habe. Der ist der Frau aber nicht bekannt. Ich fahre trotzdem erst in die Richtung, schaue dann aber noch mal auf die Karte bei Google Maps und entscheide um zu drehen und zum Alexandria See zu fahren. Das sind noch mal elf Kilometer on top. Die Sonne brennt und ich bin schlapp. Es geht am Holiday Camp vorbei, über die Höhe und dann hinter einem Gatter über eine Schotterpiste zum See. Am Ufer stehen Bäume und dazwischen Ferienhäuser aus Holz. Ich stelle das Fahrrad am Parkplatz ab, der auch gleich zeitig der Zeltplatz ist. Etwas ungemütlich und uneben. Schöner wäre es unten am Ufer zu stehen, das ist aber nicht erlaubt. So gehe ich erst einmal schwimmen. Das Wasser ist frisch und klar und seicht mit sandigem Boden. Die Enten schwimmen um mich herum. Es gibt eine Sorte, da hat das Weibchen einen weißen und das Männchen einen schwarzen Kopf. In der ersten Reihe der Hütten sitzen Simon und Juliette auf der Terrasse. Ich werde auf ein Bier eingeladen, aus denen dann zwei werden und kann dort meine Powerbank aufladen. Sie waren auch schon beide in Deutschland und Simon erzählt von seinen Hofbräuhausbesuchen in München. Er hat auf einem Fischfangschiff gearbeitet und Juliette in Indonesien kennengelernt. Sie arbeitet nun in einem Altersheim mit Dementen. Ihre Schulausbildung verdankt sie einem holländischen Pärchen, die sie als Paten unterstützt hatten. Die Sonne geht unter und mir wird kalt. Zeit das Zelt zwischen den Kiefern aufzubauen und mein Essen warm zu machen.
3.2.25 Lake Alexandrina->Lake Pukaki, 48km, 230hm. Um sieben hole ich meine Powerbank ab und bedanke mich noch mal bei Simon. Zum Frühstück setze ich mich auf eins der Boote am Steg. Dann wandere ich zu dem Felsen. Erst gehe ich den Weg, der um den See führt und dann querfeld ein durch die braune Wiese. Das letzte Stück führt wieder ein Fahrweg direkt auf die Anhöhe. Nun klettere ich auf den Felsen und Filme mich dabei. Von hier kann man den ganzen See und die Berge in der Ferne überblicken. Zurück gehe ich über die Höhen. Nun packe ich als erstes und gehe dann noch mal schwimmen. Vom See zurück geht es erstmal bergauf. Die Sonne scheint heute den ganzen Tag kräftig. Ich fahre das Stück zurück zum Supermarkt. Dort kaufe ich 1kg Reis, die kleineren Packungen waren viel teurer. Dazu noch Würstchen und Paprika auf der 8 geht es wieder nach Westen über die weite Steppe und leichte Hügel. Einsatzkräfte überholen mich, ich komme aber an keinen Unfallort vorbei. Am Kanal mache ich Pause. Jetzt würde ich schon gerne im Schatten sitzen, den gibt es hier aber nicht. Die Straße am Kanal entlang ist für Autos gesperrt, so habe ich 17 Kilometer Ruhe. Zur Hälfte auf Schotter und Asphalt geht es an dem leuchtend blauen Wasser entlang. Heute treffe ich insgesamt 7 Radwanderer, zwei einzelne, ein Pärchen und eine Dreiergruppe aus Tschechien. Das Wasser des Kanals geht nun steil durch Rohre ins Kraftwerk am See und auch ich habe eine steile Abfahrt. An mehreren Parkplätzen ist das Übernachten verboten. Im Schatten eines Baumes mache ich Pause und gehe einmal schwimmen. Ganz im Norden von Lake Pukaki, gibt es einen Platz für Camper, der sehr riesig groß und gut besucht ist. Zelten ist hier eigentlich verboten. Ich finde ein Rasenstückchen neben einem Felsen und baue dort trotzdem mein Zelt auf. Die deutschen Nachbarn, mit dem krabbelnden Theo, laden meine Powerbank und die anderen haben noch Nudeln für mich über, so dass ich nach dem Bad im See gar nicht kochen muss. Ich laufe bis zur Toilettenanlage, um meine Trinkwasserflasche aufzufüllen. Aber hier gibt es kein Wasser, nur Plumpsklos. Etwas hungrig bin ich noch, so trinke ich im Sonnenuntergang ein Bier und esse Schokolade und Cashew Kerne mit Blick über den See auf dem Mt Cock.
