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De garrapatas y de la emigración

Publicado: 11.11.2024

Warum bin ich eigentlich noch in Deutschland? Das frage ich mich ernsthaft. Und diese Frage geht mir seit Tagen nicht aus dem Kopf.

Seit ich ausgelernt bin wollte ich nichts anderes machen als Praxisanleitung. Zunächst ging das nicht. Weil es keine freien Stellen gab. Man glaubt es kaum….

Da ich aber nicht still sitzen kann und einen Entwicklungsdrang in mir habe, habe ich dann Soziale Arbeit studiert. 1,3 Endnote und bin trotzdem (!) in die Pflege zurück gegangen.

Weil es das ist was ich schon immer wollte. Schon als ich als Kind in der Hausarztpraxis von Doktor D. saß.

Es roch nach Pflaster und seinem Aftershave. Ein toller Arzt mit weißen Haaren und Goldzahn. An der Wand hing ein Poster mit einer riesigen Zecke. Natürlich versteht man als Kind nicht, dass es sich um eine vergrößerte Darstellung handelte. Ich wusste: wenn die mich erwischt, war’s das!

Viel kleiner dagegen war der schwarze Leberfleck an meiner Brust, aber er musste weg. Ich überwachte genauestens die „Operation“ und leitete Doktor D. an, noch eine weitere Naht zu setzen, als er schon beenden wollte. Na gut, er tat es und stach erneut zu.

Ich wusste schon immer ganz genau was ich wollte. Und beruflich war das Praxisanleitung. Und ich denke, ohne eingebildet klingen zu wollen, dass ich darin sehr gut bin.

Manchmal vielleicht etwas zu leidenschaftlich. Das kann positiv sein, weil es Innovation fördert. Das kann negativ sein, weil ich schnell frustriert bin, wenn andere nicht das Potenzial erkennen, das ich selbst in dieser Aufgabe sehe.

In Deutschland, oder zumindest an der Klinik, an der ich arbeite, wird Praxisanleitung nicht sehr groß geschrieben. Wertschätzung? …wo?

Zitat Simba: Hallooo? Ist da jemand? Irgendjemand?

Ich habe das große Glück, dass ich in meiner kleinen Welt meiner eigenen Station walten kann wie ich möchte. Shared Governance wird gelebt und ich erfahre die vollste Unterstützung.

Und ich denke, deshalb sind auch die Auszubildenden so zufrieden.

Aber das ist nicht im ganzen Haus so. Wir haben weder Räume, noch Zeit, um gute Anleitung vor und nachzubereiten. Finanzielle Wertschätzung? Sprechen wir da nicht drüber!

Und deshalb bin ich mit Erasmus in Salzburg. Speziell mit Fokus auf PA. Das war mir wichtig. Deshalb arbeite ich hier nicht als Pflegekraft. Sondern hospitiere beim Team der Ausbildungskoordination.

Und bin überwältigt. Manchmal so schlimm, dass mir die Tränen in den Augen stehen. Ich bin neidisch und völlig überfordert mit diesem Arbeitsklima hier. Von den Konzepten, den Ideen die sie leben. Von dieser hoch professionellen Struktur der Anleitung, der Betreuung, dem Niveau.

Davon sind wir an meiner Klinik so unendlich weit entfernt! Meilen. Jahre!

Und dann frage ich mich: was mache ich noch in Deutschland? Will ich wirklich weiter so arbeiten? Zwar glücklich in meinem kleinen Kosmos meiner Station. Aber wissend, dass es außerhalb der Stationstüren still zu stehen scheint? Dass wir so immens weit entfernt von diesem Niveau sind, das hier herrscht?

Ich stecke unendlich viel Energie in Praxisanleitung. Nicht nur in meine eigene, sondern habe mich zuletzt auch darein gehängt Strukturen zu ändern. Ohne Erfolg! Und das frustriert. Und ich habe es bei meinem ganzen Ehrgeiz nicht verdient gefrustet zu sein. Denn ich will etwas schaffen!

Und wenn Deutschland da nicht mit zieht. Dann schäme ich mich! Und kämpfe trotzdem weiter…oder wandere aus!

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