

Publicado: 20.06.2025









Heute geht es früh aus den Betten, denn wir sind um 8:15 Uhr in Djarindjin mit Bundy zu einer „Cultural Tour“ verabredet. Gestern Abend haben wir schon den Reifendruck abgelassen, denn alle Teilnehmer müssen in ihren eigenen Fahrzeugen dem Guide über den Strand und durch die Dünen folgen.
Zusammen mit zwei anderen Paaren geht es pünktlich los. Bundy kommt mit seinem drei Söhnen, einem Enkel und zwei Hunden, die ausgezeichnet erzogen sind (die Hunde).
Zuerst fahren wir an den Strand, wo uns Bundy eine Einführung in die Gegend und die Geschichte seines Volkes gibt.
Im Anschluss geht’s weiter zum Chile Creek, wo die Jagd auf Mud Crabs (riesige Krabben) und Mangrove Jack (leckerer Fisch, der in den Mangroven lebt) beginnt. Die Fahrt ist ganz schön anspruchsvoll, einige Male rutschen wir im Sand weg, gerade so wie im Schnee.
Für die Jagd werden alle mit Speeren bewaffnet. Am Ende fangen aber nur seine Söhne etwas, wir wären verhungert ;-) Wir streifen dazu gemächlich an den Mangroven im Creek entlang und suchen nach Spuren. Bundy zeigt uns, wonach wir schauen müssen. Und immer wieder entdecken wir auch Spuren, finden aber nichts. Zum Glück können wir wenigstens beobachten, wie die Jungs die Krabben mit ihren Speeren aus ihren Verstecken holen. Zwischendurch erzählt uns Bundy immer wieder mal was über die Gesetze und Rituale seines Volkes.
Der Chile Creek ist malerisch und unberührt. Obwohl alles sehr gemächlich abläuft, ist es am Ende ganz schön anstrengend, denn man ist die ganze Zeit in der prallen Sonne.
Nachdem einer von Bundys Söhnen eine besonders schöne Mud Crab gefangen hat, bitte ich ihn, mir zu zeigen, wie man das Teil hält ohne dass sie einem den Finger abzwickt. Das muss gleich beim ersten Mal klappen, tut es auch. Ganz wohl ist mir dabei aber nicht, ich behalte die Scheren, mit denen sie nach mir zu schnappen versucht, immer im Auge.
Zum Abschluss werden zwei der Krabben und ein Mangrove Jack auf dem Feuer zubereitet. Die Krabben werden einfach lebendig in die Glut gelegt (sorry Franzi). Der Verzehr ist ein Hochgenuss. Birgit ist vor allem beeindruckt, wie das alles funktioniert, ohne irgendwelche mitgebrachten Werkzeuge oder Materialien, nur mit dem was gerade so herumliegt.
