Intermediate Stop
Mileage: 161596 It had rained all night. The drumming on the roof and ongoing stomach cramps had


Published: 02.10.2026
Kilometerstand: unverändert
Es war der erste Oktober. Wir waren also seit fast drei Monaten unterwegs. Wenn man so darüber nachdachte, klang das schon ziemlich abenteuerlich. Nun ja.
Heute sollte es nach Lissabon gehen. Zuerst versuchten wir, wie gestern vorbereitet, einen Taxidienst für die Fahrt zu buchen. Leider funktionierte das jedoch nicht, wer wollte sein Taxi schon eine Stunde irgendwo hinfahren ohne sicher sein zu können, dann nicht eine Stunde Leerfahrt zurück zu haben. Wir passten unsere Planung also an und suchten nun eine Fahrt zum Bahnhof von Sintra, um dann von dort mit dem Zug zu fahren. Das funktionierte wunderbar. Nach wenigen Augenblicken war ein Fahrer gefunden und nach wenigen Minuten wurden wir abgeholt. Der Fahrer kannte den Stellplatz und die Kilometer zum Bahnhof sehr gut und erklärte uns, dass er die Strecke fast täglich fahre. Er gab uns auch einen Tip wo wir in der Nähe des Stellplatzes heute Abend gut essen gehen könnten, wenn wir wollten.
Am Bahnhof in Sintra stiegen wir dann in die S-Bahn nach Lissabon-Rossio, wo wir nach 38 Minuten ankamen. Im Bahnhof waren wieder sehr schöne Fliesenmalereien zu sehen, die wir aber dieses Mal nur im Vorbeigehen wahrnahmen.
Wir steuerten direkt auf den ,Praça Dom Pedro IV‘ zu. Der Boden, im sehr akkurat gepflasterten Wellenmuster, war sicher eine Hommage an die Seefahrerei, konnte jedoch, wenn man nur durch die Kamera sah, sicher auch seekrank machen. Wir erhaschten nebenbei einen Blick auf das ,Convento do Carmo‘, das nur einige Straßen entfernt zu stehen schien.
Unser nächstes Ziel war der ,Elevador de Santa Justa‘. Der öffentliche Personenaufzug aus dem Jahre 1902 ist heute noch in Betrieb und verbindet den Stadtteil Baixa mit dem höhergelegenen Stadtteil Chiado.
Von dort ging es weiter zum ,Castelo de São Jorge‘. Die lange Schlange und ein ordentlicher Eintrittspreis, schon am Tor der Burgmauer, hielten uns jedoch davon ab uns auch nur den äußeren Burghof anzusehen. Stattdessen versorgten wir uns lieber nebenan mit ,Pastel de Bacalhau‘, wir hatten ja noch ein paar Kilometer zu laufen.
Wir schlenderten weiter durch die ,Alfama‘, die Innenstadt der Metropole, welche für ihr sehr lebendiges Nachtleben bekannt war und suchten nach den bekannten Straßenbahnen.
An der Kathedrale der Stadt und der gleich nebenan befindlichen ,Igreja de Santo António‘ - in der mittlerweile ein Museum untergebracht war - vorbei, gelangten wir zur ,Igreja da Madalena‘. Auf der Kreuzung vor dieser Kirche gelang uns dann endlich das eine oder andere Foto des historischen Verkehrsmittels.
Weiter ging es in Richtung des Flusses Tejo zum ,Praça do Comércio‘. Von diesem aus öffnete der ,Arco da Rua Augusta‘ den Zugang zur Stadt, während das Reiterstandbild von José I das zentrale Element des Platzes bildete.
Da wir langsam pflastermüde wurden, setzten wir uns ans Ufer des Tejo und legten eine Pause ein. Der Blick auf die ,Ponte 25 de Abril‘ erinnerte uns sehr an die Golden Gate Bridge von San Francisco.
Wir berieten, wie wir unsere verbleibende Zeit nutzen würden. Statt uns noch das ,Mosteiro dos Jerónimos‘ und den ,Torre de Belém‘ anzusehen, fuhren wir lieber mit der Metro zum ,Parque Eduardo VII‘, spazierten durchs Grüne und tranken zum Schluss Cappuccino in einem netten, kleinen Café.
Unser Weg zum nächsten Bahnhof führte uns weiter durch Parks, vorbei am Justizministerium und der neuen Universität. Über uns konnten wir die Flugzeuge im Landeanflug auf den nahen Flughafen sehen.
Ein Blick auf das ,Aqueduto das Águas Livres‘, welches Teil eines ehemaligen, großen Wasserversorgungssystems war, zeigte, dass Lissabon im 18. Jahrhundert groß genug war, um ein solches imposantes Bauwerk zu stemmen.
Wir erreichten den Bahnhof ,Sete Rios‘ gegen 17.00 Uhr und waren damit voll im Berufsverkehr gelandet. In der S-Bahn zurück nach Sintra standen wir also die erste Hälfte der Fahrt wie die Sardinen, dann wurden die ersten Sitzplätze frei und wir nahmen Platz.
Da die Busverbindung zum Stellplatz uns nun noch einmal fast eine Stunde gekostet hätte, entschieden wir uns kurzer Hand wieder für den Taxidienst und waren nach etwas mehr als einer Viertelstunde wieder bei Gary.
Dann war es auch schon fast wieder Zeit, um an das Abendessen zu denken. Wir spazierten also, nach einer schönen entspannenden Dusche, ein paar Schritte zu dem Restaurant in Janas, das uns auch der zweite Taxifahrer wärmstens empfohlen hatte. Die Portionen waren reichlich und insbesondere das Parmesanhühnchen war ein Genuss, ganz zu schweigen vom Nachtisch.
Satt, zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken fielen wir nach der erneuten Rückkehr zu Gary einfach nur noch ins Bett.
