Marlgu Billabong
The Drafter dries its wings


Published: 06.06.2025
Heute schaffen wir es tatsächlich, zeitig loszukommen und so stehen wir schon vor 8 Uhr am ersten Aussichtspunkt der Gibb River Road mit phantastischem Blick auf die Cockburn Ranges.
Wir genießen unser Frühstück mit Ausblick, bevor wir uns auf den Weg zur El Questro Gorge machen. Bei der Abbiegung zur Gorge wird vor der tiefen Wasserdurchfahrt gewarnt. Als wir dann dort sind, trauen wir uns nicht hindurchzufahren. Und bei dem trüben Wasser kann man die Tiefe auch nicht abschätzen. In der Broschüre von El Questro wird auch ausdrücklich davor gewarnt durch das Wasser zu waten, wegen der giftigen Schlangen und Krokodile.
Wir kehren um. Aber glücklicherweise kommt uns jemand entgegen. Er ist gestern schon mal da durch, sagt er und mustert prüfend unser Fahrzeug. Ihr werdet kein Problem haben, meint er und fährt weiter. So ist es dann auch. Nur am Rückweg kippt uns das Auto einmal heftig zur Seite, weil wir etwas aus der Spur gefahren waren.
Der Weg in die Gorge ist äußerst kurzweilig, nach fast jeder Ecke gibt es wieder was Neues zu bewundern. Aber man muss konzentriert bei der Sache sein, denn es geht ständig über loses Geröll und Felsblöcke. Dazwischen immer wieder Abschnitte mit Wasser. Am Ende haben wir viel Zeit mit den Füßen im Wasser verbracht, so sauber waren unsere Schuhe schon lange nicht mehr!
Am sogenannten Halfway Pool ist für uns, wie für die allermeisten anderen, dann Schluss. Wir wollten den Übergang in die zweite Hälfte angehen, und standen auch schon kurz davor (bis zum Bauch im Wasser), da mussten wir erst noch eine entgegenkommende Gruppe durchlassen. Alle haben den schwierigen Abstieg schon gemeistert, bis auf den Letzten, der dann unmittelbar vor Birgit abstürzt ist. Er landet vollkommen unkontrolliert im Wasser, zum Glück an einer relativ tiefen Stelle. Er beteuert, dass alles okay sei, tastet aber immer wieder seinen Arm ab. Bei uns war damit die Luft raus.
Wir planschen ein bisschen im Pool und verratschen uns mit einem jungen Pärchen aus der Schweiz.
Gut dass, wir nicht weiter gegangen sind, denn es ist schon über eine Stunde nach Sonnenuntergang bis wir an unserem Stellplatz ankommen. Wahnsinn: Um 19:30 ist hier schon alles finster. Die Leute sind alle schon in ihren Fahrzeugen und haben kein Licht mehr an. Wir sind die einzigen, die an diesem wunderbaren Abend noch draußen sitzen und den Sternenhimmel bewundern.
