PeruGirl - Ein halbes Jahr unter Lamas
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Huaraz, Arequipa und Cusco

প্ৰকাশিত: 26.11.2016

Ziemlich genau vier Wochen sind vergangen seit ich den letzten Blogeintrag hier verfasst habe und ehrlich gesagt kann ich kaum glauben, dass ich inzwischen schon fast drei Monate in Peru bin. Aber was ich mir selbst prophezeit habe, ist wahr geworden, denn ich wusste eigentlich schon bevor ich geflogen bin, dass ich es niemals durchhalten werde, jede Woche einen Blogeintrag zu verfassen - immerhin bin ich konsequent geblieben ;) 

Und nun habe ich das Gefühl, dass ich schon wieder sagen kann, dass in diesen letzten Wochen viel passiert ist, doch es ist auch wirklich so. :D Wie sagt man denn so schön?: Irgendwas ist immer ;) Und das ist auch gut so! Denn wer weiß, wann ich wieder einmal einen Abstecher nach Peru mache?! ;)

Doch weiß ich auch dieses Mal eigentlich nicht, wo ich anfangen soll^^ Inzwischen bin ich aber übrigens wieder in Cusco und sitze auf einer wundervollen Terrasse im fünften Stock - bei Sonnenschein und 23 Grad! Und im Moment kann ich meine deutschen Verwandten und Freunde damit wohl sogar richtig neidisch machen, denn in Deutschland scheint es der Jahreszeit angemessen ja doch etwas kälter zu sein :D Doch ich bin ehrlich - Ich kann bei diesem Wetter einfach nicht verstehen, dass es bereits November ist, geschweige denn, dass morgen der erste Advent sein wird. Weihnachten im Sommer ist eben doch etwas extrem Merkwürdiges, doch dieses Mal (Sommer oder Winter, wie man es nimmt^^) muss ich offensichtlich ohne Schnee auskommen :D

Doch eigentlich sollte ich auch jetzt wieder von vorne anfangen zu erzählen - in der Hoffnung, dass ich mich noch an alles erinnere :D

So habe ich mich vor einigen Wochen auf den Weg zum Flughafen von Cusco gemacht - Ein ziemlich komisches Gefühl, wenn man weiß, dass man sich nur auf einen weiteren Weg begibt und eben nicht nach Hause fliegt, doch ich wusste eben so gut, was für eine tolle Reise mir bevorstand und so ließ sich das Ganze doch ganz gut ertragen ;) Dezent unvorbereitet kam ich dann in Lima an, wohl wissend, dass ich sowieso nur einen halben Tag dort Zeit haben und eine Freundin treffen würde, die zufällig auch gerade einige Tage in Lima verbracht hat (und mehr Plan hatte als ich, was aber auch nicht so schwer war^^) und irrte etwas umher bis ich am Busterminal mein Busticket nach Huaraz gebucht und mir meinen Weg nach Miraflores, dem wohl schönsten Viertel Limas, verschafft hatte. Im Nachhinein zählt wohl hauptsächlich, dass ich es irgendwie geschafft habe, insofern mache ich mir da jetzt wirklich keine Gedanken mehr :D Ganz abgesehen davon, dass ich jetzt wieder etwas schlauer bin und nie wieder so unvorbereitet in eine Großstadt gehen werde :D - übrigens auch ein gut gemeinter Rat von mir an alle, die das hier lesen^^ Aber auch wenn alle immer sagen, dass es sich überhaupt nicht lohnt, nach Lima zu gehen, so sind die beiden Viertel Miraflores und Barranco nicht nur schön, sondern strahlen eine unglaublich angenehme Atmosphäre aus. Und da ich vor Peru nicht mehr im Urlaub war, hat mich der Anblick des Meeres ziemlich umgehauen :)

Doch ich habe es nicht nur nach Lima geschafft, sondern sogar zu meinem eigentlichen Ziel^^ Und so kam ich in der mir völlig fremden Stadt Huaraz um halb sechs Uhr morgens an - allerdings auch hier minimal unvorbereitet :D Und ja, ich habe mich zunächst ziemlich verloren gefühlt. Und ja, man wird komisch angeschaut, wenn man als achtzehnjähriges, weißes Mädchen alleine durch die Gegend zieht, aber was soll's? - Erfahrungen sammeln sich schließlich nicht von alleine ;) Doch da ich nicht mal wusste, wo ich hätte anfangen sollen, mir ein Hostel zu suchen (auch eines der Dinge, die ich in Zukunft wohl immer vorher machen werde^^), war ich eigentlich sogar fast dankbar, dass ich an diesem Tag "Opfer" der peruanischen Tourismusbranche wurde und gleich am Busterminal von irgendeinem Vertreter einer Reiseagentur angequatscht wurde^^ Natürlich weiß ich, dass man hier eigentlich allem und jedem misstrauen soll, doch letztendlich bin ich dann doch selbstbewusst genug, um etwas abzulehnen und jung genug, um im Notfall abhauen zu können :D Und letztendlich kann ich mich wirklich nicht beklagen, denn so habe ich mir ein Hostel, eine Trekkingtour und einen Tagesausflug eingefangen und das für einen nicht allzu schlechten Preis ;) Und da Huaraz eigentlich sowieso nur der Ausgangspunkt von Trekkingtouren und anderen Ausflügen ist und außer einem wunderschönen Hauptplatz im Zentrum der Stadt nicht wirklich etwas zu bieten hat, war ich umso glücklicher, dass ich gleich meinen Tagesausflug starten konnte: zum Gletscher Pastoruri! Und so ätzend die ewige Busfahrt und so unnötig die einzelnen Zwischenstopps auch waren: für den Gletscher hat sich dieser Trip auf jeden Fall gelohnt! Denn der Gletscher war nicht nur wunderschön, sondern es war auch irgendwie krass, dass man plötzlich von einem normalen Shirt auf die Winterjacke umsteigen muss und sich wirklich fühlt wie in der Antarktis - Peru hat eben doch einiges zu bieten ;)

Und so kam ich am Abend von einem zwar sehr touristischen, aber doch sehr lohnenswerten Trip zurück und wollte mich eigentlich komplett fertig machen für meinen Trek, der am darauffolgenden Tag starten sollte. Ich hab meine Sachen vorbereitet und bin duschen gegangen, doch als ich wiederkam, stand ein netter Typ der Reiseagentur klopfend an meiner Tür, um mich zu fragen, ob es denn möglich wäre, die Tour um einen Tag zu verschieben, da anderen Teilnehmern irgendwas passiert sei. Ich, gutherzig wie ich bin (^^), war etwas irritiert, aber habe natürlich zugestimmt, denn ich hatte zum einen einen Puffertag eingebaut und zum anderen hatte ich sowieso mit einem Trek von fünf Tagen anstatt vier geplant und als er mir noch angeboten hat, dass ich einen Ausflug umsonst bekommen würde, konnte ich als Schwabe ja quasi gar nicht mehr nein sagen :D und so bin ich eben am darauffolgenden Tag nicht für den Santa Cruz Trek früh aufgestanden, sondern für die sogenannte Laguna 69. Wandertechnisch wohl schon eine kleine Vorbereitung auf den Trek (ja, es war anstrengend^^), aber es war nicht nur die Lagune, die so tiefblau war, wie ich sie noch nie in meinem Leben gesehen habe, sondern auch der Weg selbst, der mich begeistert hat. Zunächst entspannt entlang eines kleinen Flusses und am Fuße von Gletschern, wohin man sich auch drehte, wurde es dann doch ziemlich steil und anstrengend, doch der Anblick der Lagune hat das tausendfach bezahlt gemacht!

Und so kam ich auch an diesem Abend nach dem Ausflug im Hostel an - zwar fertig, aber motiviert für meine Trekkingtour. Doch auch dieses Mal sollte es nicht so sein, wie ich das gerne gehabt hätte, was ich allerdings mal wieder erst nach meiner ausgiebigen Dusche erfahren sollte. Ich, mal wieder fertig geduscht, will zu meinem Zimmer zurück und wer steht da: ein Mann von der Reiseagentur (ein anderer dieses Mal^^) :D Natürlich weniger, um mir zu sagen, was ich noch vorbereiten sollte, sondern um mir einmal mehr zu sagen, dass die Trekkingtour am darauffolgenden Tag wohl nicht stattfinden würde - Grund: irgendeine Feier in der Stadt, wegen der es wohl nicht möglich sei, die Stadt zu verlassen.^^ Dass eine Feier in der Stadt stattfindet, weiß man eben immer erst am Abend vorher - wie hätte ich nein sagen können? :D Ob das in Ordnung sei, wurde ich aber sowieso nicht gefragt, also hatte ich im Prinzip gar keine Wahl :D Aber eins muss man ihm lassen, denn er hat mir nicht nur fünfhundert Mal gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss, sondern er hat mir versprochen, dass die Tour zu 100% am nächsten Tag losgehen würde. Versprechen von hier würde ich zwar normalerweise nicht trauen, aber er hat sogar recht behalten. Und man soll ja schließlich immer das Positive sehen ;) Also war die Tour zwar inzwischen schon zweimal verschoben worden, doch das hat mich nicht davon abgehalten, mich umso mehr auf die Zeit in der Natur zu freuen. Und so stand ich nach einigen Stunden Busfahrt mit ein paar anderen Leuten diverser Nationalitäten mitten im Nirgendwo :D Von da aus machten wir uns auf den Weg - zunächst vorbei an einigen kleinen Dörfern und Einheimischen, die uns sogar ausnahmsweise nicht immer nur irgendwas verkaufen wollten, sondern sich auch manchmal einfach nur gefreut haben, uns zu grüßen ^^ Doch schon nach zwei Stunden waren wir abgeschottet von jeglicher Zivilisation. Entlang eines Flusses bahnten wir unseren Weg zu unserem ersten Zeltplatz. Aber wer jetzt denkt, dass da irgendetwas Campingplatzartiges vorzufinden war, den muss ich bitter enttäuschen :D Und ich kann euch sagen: Es ist doch immer wieder komisch, wenn es abends eben wirklich nur so lange hell ist wie die Sonne scheint und fließendes Wasser nur im Fluss zu finden ist^^ Und von sanitären Anlagen muss ich wohl gar nicht erst sprechen :D Doch ich konnte das all die Tage unglaublich genießen! Auch einfach mal wertzuschätzen, in was für einem Luxus wir normalerweise leben und zu spüren, wie wertvoll eigentlich manche Dinge sind. Und so habe ich es in all diesen Tagen einfach genossen, abseits von allem zu sein. Wundervolle Landschaften mit Gletschern und die tollsten Bergseen zu entdecken und so zum Beispiel auch den Berg, der als Vorlage für Paramount Pictures gedient hat zu sehen, aber auch einfach mal wieder für mich zu sein und trotzdem viele coole Leute kennenzulernen. Denn egal, wohin man geht: Man trifft so viele Leute und es ist immer wieder aufs Neue spannend zu erfahren, woher sie kommen und was sie für eine Geschichte mitbringen. Und auch wenn es oft nur oberflächliche Gespräche sind, so kann man doch spüren, dass man nicht alleine ist und das tut unglaublich gut!

Und so bin ich einfach unendlich froh, dass ich diesen Trip gestartet habe, obwohl es doch einige Arschtritte von einer Freundin hier gebraucht hat, um mich dazu zu bewegen, denn so sehr es mich gereizt hat, in den Norden zu fahren, so unsicher hat es mich auch gemacht, zu wissen, dass ich alleine reisen würde. Doch es war eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich in keinster Weise missen möchte!

Eigentlich konnte ich so aber auch gleich im Reisefieber bleiben, denn nach zwei Tagen im Projekt nach meinem Trip nach Huaraz sollte es schon wieder losgehen - dieses Mal aber nur für ein Wochenende ;) und zwar in die - wie ich jetzt im Nachhinein sagen kann - nicht nur schönste Stadt Perus, sondern auch die Stadt, die kulinarisch gesehen mein abaoluter Himmel ist :D So konnte ich also quasi gar nicht anders, als alles mögliche zu essen und davon vermutlich viel zu viel :D Doch eigentlich waren wir gar nicht wegen der Stadt selbst gekommen, sondern wegen dem nahegelegenen Colca Canyon - einem der tiefsten Canyons der Welt. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das jetzt nicht so wirklich vom Hocker gehauen hat, aber das lag vielleicht auch ein bisschen daran, dass ich bereits den Grand Canyon gesehen habe und der Colca Canyon selbst eigentlich eher wie ein Tal als ein Canyon aussah - war ganz schön anzusehen, aber mehr als das dann eben auch nicht ;) Die Kondore, dir wir dort sehen konnten sind jedoch wirklich beeindruckende Vögel! Und das von jemandem zu hören, der mit Vögeln eigentlich gar nichts anfangen kann - das muss wirklich was heißen :D Aber egal wie der Canyon auch war: Der Ausflug nach Arequipa war unglaublich schön! Defintiv ein Ziel, das ich in meiner Zeit hier nochmal ansteuern werde ;) ganz besonders, wenn ich viel Hunger habe :D

Da ich nun aber auch wieder in Cusco bin, heißt das auch, dass ich wieder neu in die Projekte gestartet bin. Im Großen und Ganzen ist vom Projektinhalt alles gleich geblieben, sodass ich weiterhin im Krankenhaus, im Kindergarten und beim Volleyballtraining tätig bin, doch ein ziemlich cooles Projekt ist für mich noch hinzugekommen: die Arbeit in einem Hundeprojekt, das sich um Straßenhunde hier in Cusco kümmert. Und so arbeite ich nun eben nicht mehr nur mit Menschen zusammen, sondern auch mit Hunden ;) Das wirklich Schöne an dieser Arbeit ist, dass die Hilfe auch wirklich ankommt dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird. Dadurch dass das ganze Hundeheim nur zwei Besitzer hat und keine finanzielle Unterstützung vom Staat bekommt und somit nur durch Nebenverdienste der Besitzer und Spenden existieren kann, werden die Freiwilligen dringend gebraucht und das kann man deutlich spüren.

Doch abgesehen von dem Hundeprojekt kann ich vor allem, was das Krankenhaus betrifft leider noch nicht allzu viel sagen - aus diversen Gründen, die ich gleich noch benennen werde :D Aber das erste Mal dort war bereits um Längen besser als in Calca, denn wir haben jetzt nicht nur absolut coole Arztkittel, sondern durften im Labor richtig mithelfen und konnten so bereits am ersten Tag einiges mitnehmen - sowohl im medizinischen Bereich, aber auch, was die tolle Atmosphäre dort anbelangt. Das zweite richtige Mal im Krankenhaus hingegen war allerdings wieder weniger effektiv und eher ein Reinfall, denn für mehrere Stunden irgendwelche Dinge in den PC tippen ist jetzt dann doch nicht so ganz meine Lieblingsbeschäftigung :D

Jetzt aber zu den versprochenen Gründen ;) Denn vor ungefähr drei Wochen durfte ich gleich mal die Seitwechselnnd und war plötzlich selbst Patient in einem Krankenhaus und durfte nach meinem Besuch dort freudig feststellen, dass ich Parasiten habe^^ Und auch wenn ich hier in Peru nicht unbedingt einen Krankenhausbesuch erlebt haben wollte, so war es doch auf jeden Fall eine Erfahrung - irgendwie ein absolutes Chaos^^ Und als die Ärztin dann noch ihre Handytaschenlampe herausgeholt hat, um einer Freundin, die auch krank war in den Mund zu schauen, da war es dann absolut vorbei mit der Seriosität :D Immerhin haben sie beim Blutabnehmen direkt die Vene getroffen - das schafft bei mir selten jemand^^

Der andere Grund hat mit mir persönlich eigentlich gar nichts zu tun, aber da wir im Krankenhaus arbeiten eben doch :D So durften wir gleich ziemlich am Anfang erfahren, dass die Krankenhäuser in Cusco streiken und nur noch ein paar Leute für Notfälle anwesend sind. Und da die Universität zum Beispiel schon seit einem Monat streikt, frage ich mich schon gar nicht mehr, wie lange der Streik wohl noch dauern wird. Er war immerhin gleich mal als "unbegrenzt" angekündigt - Ich bin gespannt, wann sie sich wieder entschließen zu arbeiten :D

Das war's mal wieder von mir heute ;) Auch in nächster Zeit wird das aber mit dem regelmäßigen Schreiben eher nichts, denn es sind wieder einige Reisen geplant, doch irgendwann wird es wieder ein Update von mir geben - ich verspreche es ;)

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