Nachdem wir in der Nacht zu Samstag, den 21.12.2019, erst gegen eins im Nest waren, tut der morgendliche Kaffee ganz gut. Auch das restliche Frühstücksangebot, im Hostel Graf in Buchara, mundet wieder vorzüglich. So packen wir gut gestärkt unsere Sachen und machen uns an den Anlassvorgang von unserem Moskvich. Immer wieder spannend. Trotz keiner offensichtlichen Bedienfehler, braucht Schrotti ein Weilchen bis er rund läuft. Auf dem Weg aus der Stadt pumpen wir Luft auf und nahe Gazli tanken wir Propan und Benzin. Hier müssen wir auch nochmal bei einer Vulkanisazia vorstellig werden, unser Reifen vorn rechts verliert doch zu schnell Luft. So kommen wir irgendwo im Nirgendwo mit ein paar Einheimischen ins Gespräch. Ich bekomme lokale Narkotika angeboten und schmeiße mir etwas von dem braunen Pulver unter meine Zunge und warte. Passiert nix, außer dass sich lauter Spucke im Mund sammelt. Da das Zeug (ich denke eine Art Tabak) auch nicht besonders schmeckt, hat es in mir keinen neuen Liebhaber gefunden. Wie recht häufig, werden wir gefragt ob man in Deutschland Arbeit findet und das Leben dort gut ist. Ich antworte wie meistens: "Sprache lernen, Touristenvisa beantragen, Arbeit suchen und bleiben. Deutschland braucht junge Menschen die arbeiten wollen." Darüber freuen sich die Gesprächspartner immer sehr. Dann fahren wir weiter gen Nordwest, bis Marcus in der Dunkelheit mutmaßlich einen Hund überfährt. Wir halten, suchen, können aber kein Unfallopfer finden, welches versorgt werden müsste. Nachdem unser Nummernschild eingesammelt ist geht es weiter. Als es dann beginnt komisch im Auto zu riechen, müssen wir erneut halten und ich die Kabelverbindung für unsere Lichtinstallation erneuern. Selbige schmorte vor sich hin. Gegen halb acht sind wir dann in Urganch, kaufen eine Kleinigkeit ein und gönnen uns in dem Konsumtempel noch einen Cappucchino. Anschließend geht es zum Navigator Inn Hostel, wir beziehen nach etwas Diskussion mit dem Manager (der Preis auf booking.com wäre sehr niedrig und eigentlich müsste er mehr Geld bekommen, ...) unser Zimmer, lassen uns ein kleines Abendbrot schmecken und nutzen die Infrastruktur des Etablissements. Ich skype mit der Heimat, drehe ein Ringel mit Rango und dann geht es ab in die Horizontale.

Gegen viertel zehn bin ich am Sonntagvormittag wieder mit Rango im Norden von Urganch unterwegs. Dann gibt es kalte, fettige Pommes und ein Spiegelei mit Brot, Marmelade und Tee zum Frühstück, bevor wir auschecken. Das Anlassen von Schrotti will wieder so überhaupt nicht gelingen. Ich vermute das Problem im Vergaser. Beim Öffnen fällt mir eine fehlende Schraube auf, welche ich bei meiner Durchsicht in Buchara noch festgeschraubt zu haben glaube. Ohne diese sitzt der Luftfilter nicht richtig auf dem Vergaser und der Motor zieht Fremdluft. Wir brauchen ein paar passende Schräubchen und machen uns deshalb auf den Weg zum Basar. Nach einer guten Stunde Spazierens, sind wir zurück bei Schrotti, ich verbaue die neuen Teile und suche anschließend Hilfe für den nächsten Startversuch. Die Batterie ist mittlerweile wieder leer. Schnell erklärt sich ein anderer Autofahrer bereit zu helfen. Jetzt fällt mir auf, dass nun auch ich, beim morgendlichen Umstellen auf Benzinbetrieb, vergessen habe den Gashebel umzulegen. Der Biss ins Lenkrad erscheint wieder geradezu verlockend... Anspringen will unser Russe trotzdem noch nicht. Auf das Angebot einen Kfz-Mechaniker zu rufen, gehen wir erstmal nicht ein. Ich öffne nochmal den Vergaser, puste alle Düsen durch, suche neue Starthilfe und dann springt unser Moskvich tatsächlich wieder an. Schwere Geburt! Wir fahren zum Bahnhof von Urganch, ich will mich erkundigen ob Bahnfahrten mit Hund in Usbekistan möglich sind. Da der Transit durch Turkmenistan mit Auto recht teuer erscheint und auch die Einreise in den Iran mit der Karre nicht ohne monetäre Hürden zu haben ist, haben wir beschlossen Schrotti nach Möglichkeit noch in Usbekistan zu verkaufen. Sowohl ein Polizist, als auch eine Fahrscheinverkäuferin versichern: "Mit Maulkorb und Tierausweis kein Problem." Das sind gute Nachrichten. Es ist bereits früher Nachmittag, als wir uns endlich auf dem Weg nach Chiwa befinden. Hier sind wir gespannt auf die kompakte, noch von ihren Stadtmauern umschlossene, historische Altstadt. Das Oasenstädtchen hat dann auch definitiv seinen Reiz. In den letzten fünf Jahren ist die Altstadt wohl mit Hilfe der chinesischen Seidenstraßeninitiative auf Vordermann gebracht worden und mittlerweile touristisch gut erschlossen. Hier finden wir die vermutlich höchste Dichte an kleinen Pensionen und Hotels, die uns in Zentralasien bisher untergekommen ist. Nach knapp zwei Stunden ist es Zeit für ein Käffchen und wir fahren zu einem potenziellen Lagerplatz für die Nacht. Etwas nördlich liegt der Gaukulsee, an dessem südlichen Ufer laut Internet ein wilder Zeltplatz wartet. Nach Besichtigung der Örtlichkeit, beschließen wir wieder zur Altstadt zu fahren und die kommende Nacht in der Karre zu pennen. So drehen wir während der blauen Stunde noch ein Ringel innerhalb der Stadtmauern und haben schließlich fast jeden Weg in der Oasenstadt begangen. Dann parken wir Rango im Moskvich und kehren in einer nahen Kneipe für eine Schüssel Laghman und einen Teller Plov ein. Dazu lassen wir uns etwas Tee schmecken und verweilen, bis uns der Wirt gegen halb zehn vor die Tür setzt. So schlendern wir ganz gut gesättigt und durchgewärmt zu Schrotti und machen es uns für die Nacht so gemütlich wie möglich.

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