Foilsithe: 12.06.2018
Wie sich rausstellte hatte ich auf der naechtlichen Bustour und die folgenden 2 Tage danach Margen Darm Probleme, sodass ich nur im Hostel rumgelegen habe und versucht habe meine Verdauung wieder in dem Griff zu bekommen. Eine einmalige Erfahrung. Die Herrin des Hauses hat mich auf strenge Diät gesetzt und mir sogar ihre selbstgemachten Pfannkuchen verwehrt. Sie hat sich wirklich gut um mich gekümmert. Derweil hat Stefan alleine die Stadt erkundet und mich mit dem nötigsten versorgt. Am dritten Tag war ich dann wieder einigermaßen fit, sodass ich mich auch mal rausgewagt habe. Arequipa hat viele schöne alte Kolonialgebäude und Kirchen zu bieten. Auch das berühmte Kloster Santa Catalina, das die Spanier einst gründeten um ihren Mädchen die beste Bildung zu ermöglichen und/oder eben ein Leben als Nonne für sie vorsahen – in einer Stadt in der Stadt. Arequipa liegt schon auf 2300m Höhe und ist umgeben von 6000m hohen Vulkanen und Bergen.
Hauptgrund für die Reise hierher war auch der Ausflug ins nahegelege Colcatal. Einer der tiefsten Canons der Welt. Berühmt für seine tiefen Schluchten, die Kondore, die darin leben, und die tollen Wanderungen, die man dort Unternehmen kann. Also endlich mal selber aktiv werden. Genug ausgeruht und erholt. Wir brauchten einen neuen Grund zum erholen. 3 Uhr morgens wurden wir im Minibus abgeholt. Um 8 Uhr wollten wir am Aussichtspunkt für die Kondore sein. Dem Aushängeschild dieser Region. Sie können bis zu 80 Jahre alt werden. Nachts als wir ca. 4600m passierten bin ich vom eiskalten Metall und dem Eis an dem Fenstern aufgewacht. Ja, es wird sehr kalt dort oben. Mein Kopfkissen hat für ordentliche Isolation gesorgt. Meinem Kopf hat dann leider etwas Halt gefehlt. Es ließen sich dann tatsächlich ein paar Kondore blicken. Allerdings auf der späteren Rückfahrt noch viel besser und zahlreicher - allerdings nur aus dem Bus heraus. Nach einem kleinem Frühstück begann dann auch die Wanderung. Im Prinzip ging es die nächsten 3h auf 6km bei sengender Hitze 1000m bergab auf ca. 2300m. Das war echt anstrengend. Die Aussichten aufs Tal und die gegenüberliegenden Dörfer und Terrassen waren aber wunderschön. Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann noch ein paar Dörfer weiter zu unserer Unterkunft in Sangalle. Der Pool war frisch gefüllt mit dem ueber die aufgeheitzten Steine laufenden Wasser. Ein erholsamer Schlusspunkt nach langer Wanderung. Nach kurzer Happy Hour und langen Peru Libres (Pisco mit Cola) waren wir bettfertig. Wir wurden als schnelle Gruppe eingestuft, sodass wir bis um 5 Uhr schlafen durften und nicht wie viele andere schon um 3 Uhr los mussten. Wir mussten ja auch wieder 1000m nach oben - nach Capanaconde zurück. Denn alles was hoch fallt, steigt auch wieder runter. Oder so ähnlich. Im Lichte des Vollmonds ging es also bergauf – und das durchaus steil. Im Tal war es nach wie vor recht warm und nach spätestens 5min fng man auch wieder an zu schwitzen. Nach ca. einer Stunde wurde es dann hell und mit steigender Höhe auch wieder kälter. Die Höhe und die erschwerte Atmung waren auch die größte Herausforderung beim Aufstieg. Oben angekommen gab's zur Belohnung ein Frühstück und den Rest des Tages sollten wir noch zu einigen Sehenswürdigkeiten gefahren werden.
Daraus wurde dann aber nichts weil in Peru wegen steigender Benzinpreise und den damit verbundenen Lebenshaltungskosten die Bevölkerung zum Generalstreik aufgerufen hat! Und Generalstreik ist dort noch das was das Wort verspricht! Sämtliche Straßen – auch in den entlegenden Dörfern wurden mit Steinen und Beton verbarrikadiert.
Kein Durchkommen bis 16 Uhr. Somit hatten wir dann etwas mehr Zeit in Yanque und konnten uns dort noch ein bisschen die Zeit vertreiben. Museum, Dorfplatz, Kneipe und Kirche. Das, was eben jedes Dorf so zu bieten hat. Mehr brauchts ja auch eigentlich nicht. Um 4 waren die Straßen dann auch wieder einigermaßen befahrbar und bis nach Arequipa ging es dann auch recht zügig.
In Arequipa war dann allerdings wieder Fullstop. Sämtliche Zufahrtsstraßen waren kilometerlang mit Reisebussen und LKWs vollgestellt, weil die Blockaden hier eben 24h dauerten. Unser Minibus - wie alle übrigen Autos auch - haben ihr Glück abseits der grossen Straßen gesucht um in die Stadt zu gelangen. Gegen 10 sind wir dann wieder im Hostel angekommen. Abenteuerlich und interessant. Sowas hat man in Europa noch nicht gesehen. Oftmals aber auch der einzige Weg die Regierung irgendwie zum Handeln zu bewegen. Am nächsten Tag war dann wieder Normalzustand. Die Benzinpreise waren wieder gesunken. Und wir haben den Nachtbus nach Cusco genommen. Wieder 1000m nach oben. Erstmal akklimatisieren.