<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#"><channel><title><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></title><description><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela</link><image><url>https://img1.vakantio.de/uploads/e758b6a0d7ddd81f7cf8d59f976624b8_small.jpg</url><title>von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela</title><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela</link></image><generator>Vakantio RSS</generator><lastBuildDate>Thu, 06 Aug 2026 07:23:35 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://vakantio.de/vak-service/rss/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela.rss" rel="self" type="application/rss+xml"/><language><![CDATA[de]]></language><item><title><![CDATA[Das Leben ist!]]></title><description><![CDATA[<figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/4b1f8a9f11281a9f3103432ea8e4426b_large.jpg" /><figcaption>Holzsteg bei Rapperswil</figcaption></figure><p><br /></p><p><b>Tag 7 / 21.Juli 2026: Schaffhauser-Zürcherweg: Rapperswil SG nach Einsiedeln SZ</b></p><p>«Wohhhhow, Augen auf!» Ich fühlte mich beim Aufwachen heute prächtig und stark! Es gab keine Schnarcher diese Nacht. Kein Wunder, meine Mitbewohner in der Pilgerunterkunft schienen durchs Band Sportskanonen zu sein. «Wenn ich dann irgendwann einmal wochenlang unterwegs sein werde, bin ich einer von ihnen!» kicher ich in mich hinein. Eine noch absurde Vorstellung, bin ich doch eigentlich so unsportlich! Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Heute freue ich mich besonders auf den Tag. Zwar stecken mir die Kilometer von gestern noch in den Knochen, aber meine Hitzekopfschmerzen sind weg. In weiser Voraussicht habe ich am Abend vorher alles schon eingepackt und zurechtgelegt, damit ich um 6.00Uhr nur noch lautlos aus dem Zimmer huschen, und mich im Gemeinschaftszimmer fertig machen kann. Es gibt nämlich nichts schlimmeres als raschelnde Nachbarn, wenn man schlafen möchte und ich war heute die Erste, die loswollte. </p><p>Nach einem obligatorischen Kaffee ging es um 7.00Uhr «ufd Löitsch». Ein paar Nüsse mussten her. Der Tag würde heute anspruchsvoll werden, hiess es überall, also war Proviant unverzichtbar. Auf den 841 Meter langen Holzsteg von Rapperswil (SG) nach Hurden (SZ) freute ich mich besonders. Gut bin ich früh los, denn um 7.00Uhr zeigte das Thermometer bereits wieder 23 Grad an und die ersten Kilometer waren komplett Schattenfrei. Vorbei an der Kapelle Heilig Hüsli genoss ich also den Weg auf dem längsten Holzsteg der Schweiz. Ich war sogar vor den Schwänen wach, freute ich mich. Ihre Köpfe steckten allesamt noch im eigenen Federkleid. </p><p>Vor Pfäffikon (SZ) wurde es ziemlich öde. Es ging gefühlt ewig in brütender Hitze den Bahngeleisen entlang und nach dem Bahnhof mühsam und schwer «obsi». Gott war das heiss! Der Stolz wollte es nicht zulassen, beim Ortsausgang die vielen steilen Treppenstufen mit dem Bus zu überspringen. Endlich oben angekommen setzte ich mich neben eine Bikerin, die ebenso fertig auf einem Bänkli bei der Aussichtsplattform «Luegeten» im Schatten sass und wir kamen ins Plaudern und Lachen, als wir unterm Bänkli einen ausgelegten liebestollen Brief vorfanden, in dem es um unerwiderte Liebe und Sehnsucht ging. An uns war der Brief jedenfalls nicht gerichtet. </p><p>Vor mir lag wohl der anstrengendste Teil des Tages. Der steile Aufstieg führte stetig weiter bergauf über Wiesen und Waldwege bis zum Etzelpass auf 947 m ü M, dem höchsten Punkt der Wanderung. Tatsächlich brauchte es eine gewisse Kondition, aber es fiel mir so viel leichter im Schattenwald nach oben zu kraxeln. Mir dämmerte langsam, dass gar nicht meine vermeintlich schlechte Kondition das Problem ist, denn die scheint ganz in Ordnung zu sein. Oben auf dem Etzelpass lud das historische Berggasthaus und die Kapelle St.Meinrad zu einer Rast ein. Dort traf ich zum ersten Mal die Frau, der ich fortan auf meinem Weg in den nächsten zwei Tagen immer wieder still begegne. Die erste echte Pilgerin! Nach der Passhöhe ging es über die historische Tüfelsbrugg und dem Geburtsort von Paracelsus gemütlich bergab. Vorbei am Galgenchappeli öffnete sich bald das Panorama auf das Hochtal von Einsiedeln. Von da an war die Wanderung nur noch purer Genuss. Was für eine Aussicht, was ein Panorama! Ich freute mich so darauf, das Kloster Einsiedeln wieder einmal zu sehen. Das letzte Mal war ich mit der katholischen Schule vor über 35 Jahren hier und ich liebe solch schönen, geschichtsträchtigen Bauten einfach. </p><p>Und dann stand ich plötzlich um 14.00Uhr davor. Nach der Ruhe auf dem Jakobsweg wirkte der Eintritt auf diesen riesigen, gepflasterten Platz so majestätisch und feierlich! In der Mitte des Platzes steht der markante barocke Pilgerbrunnen von 1747 mit einer vergoldeten Statue der Jungfrau Maria. Es ist Tradition, dass jeder ankommende Pilger aus allen 14 Düsen des Brunnens einen Schluck Wasser trinkt. Jeder Wasserhahn steht für eine andere heiligende Wirkung und besonderen Schutz. Ich liebe sowas ja abgöttisch, aber da ich die einzige Pilgerin weit und breit war, war es auch ein bisschen seltsam, um den Brunnen zu kreisen und sich die verschiedenen Heilungen und Schutze einzuverleiben. Egal, ich lächelte vor mich hin und fühle mich gleich wie neu geboren. Bei der Hofpforte fühlte ich mich dann noch einmal superwichtig, als mir Einlass ins Kloster gewährt wurde. Ich war heute die einzige Pilgerin und hatte freie Bettenwahl im kargen 8-er Schlafsaal. Überhaupt war es ein eigenartiges Gefühl, zwischen den wandelnden Mönchen und den verwaisten Klostergängen.</p><p>Um 16.30Uhr begann in der Klosterkirche die feierliche Vesper mit dem weltberühmten Gesang des «Salve Regina». Dies wollte ich unbedingt miterleben. Und weil ich all die geschichtsträchtigen Dinge in mir aufsaugen wollte, schwebte ich schon vorher die ganze Zeit durchs Kloster, durch die Kirche und das ganze Areal. Die Klosterkirche faszinierte mich extrem. Trotz hunderten von Besuchern war es mucksmäuschenstill im heiligen Gebäude. Man hätte eine fallengelassene Stecknadel hören können. Diese Aura in diesem Gebäude… unbeschreiblich! Nachdem ich mir alles angesehen hatte, setzte ich mich für längere Zeit einfach nur in eine Bank und sog die Stimmung auf. Jedes kleinste Detail in dieser Kirche und auch im Kloster haben eine tiefere Bedeutung. Ich war glücklich und zufrieden und total bei mir. </p><p>Plötzlich entdeckte ich einen kleinen Altar. Dort konnte man kleine Zettelchen beschriften und einwerfen. Die Mönche würden die Zettel lesen und für die jeweiligen Anliegen beten. «Wie schön!» dachte ich, und legte sofort los. Ich schrieb für meine Kinder und ein wenig auch für mich. Dass wir eine unheilbare, chronische Krankheit und dazugehörige Existenzängste endlich in den Griff bekommen, dass wir zuversichtlich und mutig bleiben, dass alle ein glückliches Leben führen können und Schwierigkeiten fernbleiben oder gut bewältigbar sein werden usw. Ich warf das Zettelchen, wie alle anderen auch zufrieden in die Trommel, drehte mich um und wollte wieder Platz nehmen, da passierte es! </p><p>Tränen brachen urplötzlich sturzflutartig aus mir heraus. (Man erinnert sich? Ich weine so gut wie nie und schon gar nicht öffentlich!). Ich setzte mich in die Bank und schloss die Augen, konnte aber die Tränen nicht zurückhalten. Es war für mich eigenartigerweise okay, und ich fühlte mich, als sässe ich allein in dieser riesigen Kirche. Unsere Familie hat über Generationen so vieles getragen. Es war, als bräche die ganze Last aller, und vor allem auch die Meine mit einer gewaltigen Wucht durch mich nach draussen. Ich erinnerte mich an den Satz: «Irgendwann erwischt es jeden, jeder Pilger weint einmal auf seiner Pilgerreise!» Bei mir war es also scheinbar an Tag 7 so weit. </p><p>Kurz später begannen die Mönche gregorianisch zu singen. Ein magischer Moment! Das Kloster blickt auf eine über 1000-jährige Tradition des gregorianischen Chorals zurück. Die ganze Vesper hindurch flossen die Tränen weiterhin ausnahmslos. Im Anschluss formierten sich die Mönche zur feierlichen Prozession und schritten gemeinsam durch den Mittelgang und stellen sich im Kreis um die Gnadenkapelle herum, wo sie die vierstimmige Salve Regina mit Blick auf die schwarze Madonna sangen. Auch ich setzte mich vor die schwarze Madonna und lauschte den besonderen Klängen. Meine Tränen wichen einer tiefen Zufriedenheit. Und der Strahlenkranz der Sonne um die Madonna symbolisierte für mich Neuanfang und Zuversicht genau im richtigen Moment. Eine tiefe innerliche Sicherheit und Zufriedenheit ergriffen mich und ich schwebte nach diesen Ereignissen mental und körperlich völlig ausgelaugt auf mein Zimmer zurück. Ich war in einem völlig wertfreien IST-Zustand. Das Leben ist! </p><p>Eigentlich freute ich mich beim Nachtessen auf ein Glas Klosterwein. Aber Pustekuchen, gab es natürlich nicht. Es gab hauseigenes Quellwasser. Auch nett. Beim Abendessen im Gemeinschaftsraum (dort befanden sich auch Tagesgäste) sprach ich einen Mönch an, ob man denn im Kloster auch einen Pilgersegen erhalte? Der Mönch war gar nicht so, wie ich mir einen Mönch halt so vorstellte. Er war eher etwas ruppig unterwegs, aber er bot mir an, später zum Sigismundaltar in der Klosterkirche vorbeizuschauen. Ich hatte keine Ahnung welches der Sigismundaltar war, aber scheinbar erwischte ich den richtigen Ort, als er auf mich zuschritt. Ich wollte wohl lustig erscheinen, als ich in meiner Unbedarftheit sagte « Sie müssen entschuldigen, ich hätte mich für diesen feierlichen Anlass gerne etwas schicker gemacht, aber leider habe ich nur die Kleider dabei, die ich eben am Leib trage!» Oha! Alarm! Fettnäpfchen! Er fand es wohl überhaupt nicht witzig und verzog keine Miene. Später erfuhr ich, dass es vielleicht auch als Flirtspruch hätte gewertet werden können. Ich musste innerlich grinsen, der Mönch war ungefähr 90 Jahre alt, aber nun gut, daneben ist daneben! </p><p>Er wechselte auf die andere Seite einer Absperrung und ich musste mein Gesicht ganz nah an das vorhandene Gitter halten. Er vergewisserte sich nochmal, ob ich Pilgerin sei und wo ich hinwolle. Dann sprach er für mich allein und ganz persönlich einen wirklich sehr schönen Pilgersegen. Die wichtigsten Elemente des Segens beinhalteten den Reisesegen, den inneren Segen und die Heimkehr. Plötzlich stoppte er abrupt und erklärte: «Moment, jetzt gibt’s noch Wasser!» Er drehte sich um, schnappte sich sein Aspergill, tauchte es grosszügig und mehrmals ins Weihwasser und wedelte mich durch die Absperrung hindurch mehrmals klatschnass. Leute schauten amüsiert zu und verstanden kein Wort. Auch ich musste innerlich lachen. Na, wenn das nichts hilft! Vielleicht hatte ich die Segnung ja auch besonders nötig, deswegen die Schwemme!? Oder er rächte sich damit womöglich für meinen blöden Spruch? Jedenfalls war die Zeremonie hiermit feierlich beendet und ich fühlte mich wie nach einer russischen Banja. Der Mönch verabschiedete sich knapp und verschwand in sekundenschnelle im Nirgendwo. </p><p>Triefend nass tappte ich durch die Klosterkirche nach draussen und gönnte mir in der «Gartenbeiz» nebenan «pflotschnass» und verwirrt mein Glas Klosterwein, wo ich meinem «Pilgergspänli» wieder wortlos begegnete. Sie wollte wohl nicht reden, ich sah momentan ja auch nicht wie ein seriöser Gesprächspartner aus! Aber das war mir gerade recht, Ich hatte heute nebst meiner körperlichen Reise eine zutiefst spirituelle innerliche Reise erlebt, die man eigentlich gar nicht angemessen beschreiben kann, weil einem dafür die Worte fehlen. Auch diesen Abend legte ich mich wieder ausgesprochen früh schlafen und dachte dabei voller Dankbarkeit einmal mehr: Das Leben ist!</p><p><b>Erkenntnis des Tages: </b></p><p>Das Leben ist! Punkt!</p><p>In Klöstern gibt es keine Spiegel, dafür umso mehr Weihwasser!</p><p>Ich bin nicht unfit, die Hitze ist schuld!</p><p>Distanz: 17km, Höhenmeter Aufstieg: 790hm, Höhenmeter Abstieg: 315hm</p><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/63f4781c912b2614a2c0fe8075e593e5_large.jpg" /><figcaption>Schlafende Schwäne</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/995a05c610b9a3e2862f89751c95bc06_large.jpg" /><figcaption>Wildgänse</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/46939852f93835b161faad5e42334c43_large.jpg" /><figcaption>Gemein, gerade als ich so Hunger und Durst hatte, ploppte diese Nachricht auf!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/0b658434ba46fc8efd7efb069c47cba9_large.jpg" /><figcaption>Blick vom historischen Gasthaus Meinrad</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/b4d9d97b68a969ea6b829fc9c8fdcd52_large.jpg" /><figcaption>Geburtsstätte von Paracelsus (1493) bei der Teufelsbrücke an der alten Wegachse über den Etzelpass</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/0962b4f049f1fcfb6fa9ee52ca9cf947_large.jpg" /><figcaption>Die Sihl führt kaum Wasser</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/11bcb23241c2ea7e7cb1cfd7439fdc59_large.jpg" /><figcaption>Man merkt, Einsiedeln kommt näher</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/63e952440976c554b9efd2e521bfb4a2_large.jpg" /><figcaption>Klosterkirche Einsiedeln.</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/a9ba5517cb19b322ad8b16f47ead672c_large.jpg" /><figcaption>Nach Rom der grösste zusammenhängende Kirchenvorplatz Europas</figcaption></figure>]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/tag-7-21juli-2026-schaffhauser-zuercherweg-rapperswil-sg-einsiedeln-sz</link><guid isPermaLink="true">https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/tag-7-21juli-2026-schaffhauser-zuercherweg-rapperswil-sg-einsiedeln-sz</guid><dc:creator><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></dc:creator><pubDate>Tue, 04 Aug 2026 14:53:00 GMT</pubDate><geo:lat>47.1267426</geo:lat><geo:long>8.752022499999999</geo:long></item><item><title><![CDATA[Erste Übernachtung]]></title><description><![CDATA[<figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/557b0e2e0d53d8a27e65881eb0fc2388_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><p><b>Tag 6  / </b><b>27.Juni 2026 </b><b>Schaffhauser-Zürcherweg  (Pfäffikon ZH - Rapperswil (SG)</b></p><p>Heute startete ich ausnahmsweise nicht in aller Herrgottsfrühe. Der Morgen war noch mit Terminen gefüllt, bevor ich mich endlich in den Zug Richtung Pfäffikon ZH setzen konnte. Und was soll ich sagen? Endlich einmal ein Startort, den man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreicht. Manchmal beginnen meine Etappen in Dörfern, die zwar wunderschön gelegen sind, aber gefühlt nur alle drei Stunden von einem Postauto angefahren werden. Diesmal war alles angenehm unkompliziert. Die Route war sehr klar. Vom Bahnhof Pfäffikon ZH nach Rapperswil (SG) geht es immer in Richtung Süden und oft Gewässern entlang. Verlaufen ist fast unmöglich. So mag ich das. Um 11.00Uhr lagen also 25km vor mir. Gut machbar, weil keine starken Steigungen vorhanden. Der Rucksack war etwas schwerer beladen als sonst, schliesslich wollte ich zweimal übernachten. Dazu kamen meine neuen, etwas zu grossen Trailrunningschuhe. «Füsse schwillen bei längerem Gehen an, das müsse so sein!» meinte die Verkäuferin. Na, das kann ja heiter werden! </p><p>Ich freute mich darauf, in der reformierten Kirche in Pfäffikon einen weiteren Pilgerstempel abzuholen und steuerte als Erstes auf diese zu. Es war schon wieder eine Bullenhitze und in der Kirche war es angenehm kühl. Aber wo ist denn nun besagter Stempel? Manchmal liegen sie am Eingang gut sichtbar auf, baumeln in irgendeiner Ecke an einer Schnur oder sie wohnen in einer winzigen Schublade, die aussieht, als wäre sie seit der Reformation nicht mehr geöffnet worden. Als ich schon enttäuscht aufgeben wollte und mir die Flyer in der hintersten Ecke durchsah, fand ich zwischen ihnen kleine Sticker, die wohl zum Einkleben gedacht waren. «Wie hässlich!», dachte ich und musste gleich laut lachen. Zwischen all den liebevoll gestalteten Stempeln in meinem Pilgerpass wird dieser Sticker künftig aussehen wie ein Ketchupfleck auf einem Hochzeitskleid. «En richtige Tolge im Reinheft».</p><p>Kaum wieder draussen meldeten sich dann auch meine neuen Schuhe zu Wort. Bei jedem Schritt rutschten meine Fersen leicht nach oben. Grossartig. Also setzte ich mich an den Wegrand und bastelte mit kleinen Silikonstreifen an meinen Füssen herum. Das Ergebnis war ungefähr so überzeugend wie ein Pflaster auf einem Wasserrohrbruch. Es wurde zwar etwas besser – aber eben nur etwas. Der Weg führte schattenlos dahin. Die 27Grad, welche ja eigentlich nur im Schatten gelten würden, verlangten mir einiges ab. Ein Sprung ins kühle Nass hätte auch nichts gebracht, die Wassertemperatur betrug ebenfalls 27 Grad. Und entweder lag alles im Naturschutzgebiet und die Ufer waren zugewachsen, oder es gab öffentliche Badeanstalten, die ich nicht besuchen wollte. Zudem sass mir die Zeit ein wenig im Nacken. Vor 19 Uhr wollte ich in Rapperswil ankommen, und gute sechseinhalb Stunden reine Gehzeit lagen noch vor mir. Die ersten Kilometer führten durch endlose traumhafte Schilflandschaften. Später wich der Naturweg leider dem Asphalt. Und seien wir ehrlich: Einer Strasse entlangzumarschieren gehört selten zu den Höhepunkten einer Pilgerreise. Die Motivation war sehr angekratzt, aber was will man machen. Dann kam Bubikon. Und plötzlich war alles wieder gut. Diese Gegend ist einfach wunderschön. Bauernhöfe, Wiesen, ein Moorsee – und überall Hibiskus. Wirklich überall. Ich habe noch nie ein Dorf gesehen, in dem so viele Hibiskussträucher blühen. Das Dorf müsste Hibiskus heissen! Das Dorf IST Hibiskus! Ich bin bis heute überzeugt, dass irgendwo in Bubikon ein geheimer Hibiskus-Grosshändler lebt. Anders kann ich mir diese Blütenexplosion nicht erklären. Für einen Moment fühlte ich mich eher wie in der Toskana als im Zürcher Oberland.</p><p>Auf dem Weg begegneten mir viele Tiere. Besonders erfreuten mich die Störche auf den Feldern und die Schwalbenschwänze, die hatte ich ewig nicht mehr gesehen. Ich fühlte mich so frei und glücklich auf diesem Abschnitt – unbezahlbar! Genau solche Augenblicke sind es, die man nicht planen kann. Kleine Momente, die man in den eigenen vier Wänden nicht erlebt. Genau deswegen ziehe ich immer wieder los. In Jona vor dem Abstieg nach Rapperswil wird man mit einer fantastischen Aussicht belohnt. So gerne hätte ich auf diesem Hügelzug eine Rast gemacht. Aber der Sonnenberg heisst wohl nicht umsonst Sonnenberg, es gab auch hier keinen noch so winzigen Schattenfleck. Es hat mich buchstäblich «schier putzt» vor Hitze und so langsam ging mir auch das Wasser aus. Mein Körper war mittlerweile im Modus „Bring mich einfach irgendwohin, wo es kühl ist.“ Ich war froh, als ich nach knapp 50Minuten Rapperswil erreichte. </p><p>Zum ersten Mal wollte ich in einer Pilgerherberge übernachten und ich war ein bisschen aufgeregt, als ich nach 7 Stunden an der Türe klingelte. Dies war unbegründet, ich wurde sehr herzlich vom Hergbergspärchen empfangen. Als ich nach einer Führung den Pilgerpass vorlegte, um den Stempel zu erhalten, hiess es: »Zerscht de Chölä!» Der über 70-jährige Herbergspapi musste auch schon Zechprellern hinterherrennen. «Unschön in meinem Alter» zwinkerte er mir zu. Ich mochte ihn auf Anhieb. Für gerade mal Fr.20.- erhielt ich ein bequemes Bett und durfte alle sanitären Anlagen benutzen. Und für weitere 10.-Fr. kochte die Herbergsmutter einen ausgesprochen feinen veganen «Znacht». Cazpacho und Risotto mit selbstgesammelten Pilzen standen auf der Speisekarte. Vorher schaute ich mir noch ein bisschen Rapperswil an und setzte mich an den Zürisee und gönnte mir einen gespritzten Weisswein. Der kostete fast doppelt so viel wie mein komplettes Abendessen. Diese Unverhältnismässigkeit bereitete mir Unbehagen und ich beschloss, ein gutes Trinkgeld in der Herberge liegen zu lassen. In dieser war ich nicht allein. Eine fünfköpfige Wandergruppe aus Deutschland machte ebenfalls Halt. Sie pilgerten zwar nicht auf dem klassischen Jakobsweg, waren aber acht Tage mit dem Rucksack durch die Schweiz unterwegs.</p><p>In dieser Fünfergruppe war der ganze Querschnitt der Menschheit vertreten. Wie in jeder Gruppe waren alle Rollen besetzt: Der «Quasli», der Witzbold, der Ruhige, der Gescheite und natürlich der leicht Mürrische. Die Gruppe war wunderbar und wirklich super.  Trotzdem verabschiedete ich mich nach dem Essen ziemlich schnell, ich hatte einfach zu viel Sonnenhitze abbekommen. Während nebenan der Rotwein floss und gelacht wurde, schluckte ich eine Kopfschmerztablette und verschwand ins Bett. Dem Mürrischen ging es wohl wie mir, auch er legte sich früh schlafen. Vielleicht war er gar nicht mürrisch – vielleicht war er einfach nur ausgelaugt und wollte Kraft für den nächsten Tag tanken. Ich jedenfalls schlief wie ein Herrgöttchen. </p><p>Erkenntnis des Tages: </p><p>Kauf Schuhe in der richtigen Grösse!</p><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/b64112cf762265fbb013489dee9944c7_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/c8d1430e7551ecec59f186fc1894d999_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/c1b4553afb696e776930aa2d805200d4_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/d012ce2db558d0d1cb35d06a3e9284a2_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/08d8fa4ed1ca43d7275f25bfc0585152_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/bfdf030e2f56b0ee2af3817416a263c2_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/9baca2e8279048eb9a87dc73dd039be7_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/46c781270bccb89eeaf8fff53a197774_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/c07311f0ab74c42c8707e03720e9492a_large.jpg" /><figcaption>Erste Übernachtung</figcaption></figure>]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/erste-uebernachtung</link><guid isPermaLink="true">https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/erste-uebernachtung</guid><dc:creator><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></dc:creator><pubDate>Thu, 30 Jul 2026 13:51:00 GMT</pubDate><geo:lat>47.2266239</geo:lat><geo:long>8.818437399999999</geo:long></item><item><title><![CDATA[Nicht mein Tag]]></title><description><![CDATA[<figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/8dcc10bc3708fca02edb090202dbdf8b_large.jpg" /><figcaption>Blick zurück zur Kyburg</figcaption></figure><p><b>Tag 5  / </b><b>27.Juni 2026 </b><b>Schaffhauser-Zürcherweg  ( Kyburg -Pfäffikon ZH)</b></p><p>Heute klingelte mein Wecker bereits um 4.00Uhr morgens. Ich wollte den 5.15Uhr Zug in Schaffhausen erwischen, was auch gelang. Ich wusste, heute würde es wieder sehr heiss werden, wenn auch nicht gleich 38 Grad wie beim letzten Mal. Mein Rucksack war fast so schwer bepackt, wie wenn ich später wochenlang in der Ferne wandern würde. Mein Plan war, eventuell das erste Mal eine Übernachtung einzuplanen, um am nächsten Tag nach Rapperswil weiterzuziehen. </p><p>Um 6.30Uhr startete ich also bei der Kyburg erstmal in Richtung Pfäffikon (ZH) in flachem Gelände. Heute kam ich nicht in den Tritt und seltsamerweise trug ich schon von Beginn an eine irre Hitze in mir. Auch die Energie vom letzten Mal war nicht vorhanden. Also stapfte ich los, Schritt um Schritt, mit der Kyburg im Rücken. Ein schöner Anblick! Nach einer Stunde schaute ich mich hin und wieder nach einer Bank um, bei der ich rasten und mein Sandwich frühstücken könnte. Aber da war nichts. Auch Stunden später nicht, es war wie verhext. So gut wie der komplette Weg dieser Etappe führt durch unbeschattetes, landwirtschaftliches Gelände und kleine Dörfer. Eigentlich ein schöner Weg zwischen Feldern, aber warum auch immer konnte ich ihn nicht geniessen. Da gab es keine inneren philosophischen Gedanken, keine besonderen Wahrnehmungen und auch keine spannenden Begegnungen – und schon gar keine rettende Bank im Schatten. Nur stumpfes Gehen. Ich versuchte ab und zu zu rasten und setzte mich irgendwann einfach an den Wegesrand. Noch bevor ich den Rucksack öffnen konnte, war mein ganzer Körper mit Ameisen übersäht und ich musste flüchten. Das gleiche passierte noch einmal mit einer «Brämeninvasion». Was ein seltsamer Tag. </p><p>Nach drei Stunden - die Hitze drückte inzwischen unbarmherzig, hielt ich unter einem Busvordächlein und trank endlich ein paar Schlucke. Mir fiel auf, dass ich kein bisschen schwitzte, wie seltsam, wo ich doch innerlich überkochte. Eigentlich war der Weg easy zu gehen. Kein extremes auf und ab und trotzdem empfand ich ihn als die anstrengendste Etappe bisher. Die beste Begegnung an diesem Tag war die mit Schweinchen auf einem Feld, die sofort auf mich zu gerannt kamen, als sie mich erblickten. Sie hätten bei der Hitze wohl auch gerne ein Schlammloch zum Suhlen gehabt, aber bei der Dürre gibt es halt keinen Schlamm. Irgendwann erreichte ich den Punkt, der durch ein Miniwäldchen nach Pfäffikon hinabführt. Endlich! Ich soff wie eine Kuh meine Getränke in einem Zug leer und biss einige Stücke von meinem Sandwich ab und durfte mich endlich ohne lästiges Getier setzen. Fortan ging es etwas leichter. </p><p>Die Etappe endet genau beim Bahnhof und in drei Minuten würde mein Zug zurück nach Hause fahren. Ohne nachzudenken, hüpfte ich sofort rein, ich besuchte nicht mal den Pfäffikersee oder die Kirche für den Pilgerstempel. Heute war einfach nicht mein Tag, ich hatte genug und wollte nur nach Hause. Um 12.00Uhr war ich schon wieder daheim und fühlte mich schrecklich. Mir war übel und schwindelig und der Nacken war extrem verspannt. Später las ich, dass es ein Alarmzeichen des Körpers sei, wenn man bei hohen Temperaturen nicht schwitzt. Ich hatte mir wohl einen leichten Sonnenstich eingefangen und ich war froh in diesem Zustand in meinem eigenen Bett im Dunkeln liegen zu können. Die nächsten Etappen werde ich erst wieder in Angriff nehmen, wenn die Temperaturen tagsüber unter 30Grad bleiben. Denn in Richtung Einsiedeln geht es viele Höhenmeter, ebenfalls ziemlich schattenlos hinauf. Ich freue mich trotzdem schon jetzt darauf! (AMA) </p><p>Erkenntnis des Tages: Hör auf deinen Körper!</p><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/74d5178b74362c37d7fd68c39d3592d5_large.jpg" /><figcaption>Die Berge kommen näher</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/ba54f2bf646486d6861c46fe4c84f337_large.jpg" /><figcaption>Der Sonne entgegen</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/6d9f84cd56940b20dc0f53477f5d50a0_large.jpg" /><figcaption>Süsseste Begegnung</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/cbb682fab7c0ad7ea74c58a84b4e11a5_large.jpg" /><figcaption>Nicht mein Tag</figcaption></figure>]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/nicht-mein-tag</link><guid isPermaLink="true">https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/nicht-mein-tag</guid><dc:creator><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></dc:creator><pubDate>Tue, 14 Jul 2026 12:01:00 GMT</pubDate><geo:lat>47.36708</geo:lat><geo:long>8.784768999999999</geo:long></item><item><title><![CDATA[Rekordhitze im Juni]]></title><description><![CDATA[<figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/2a9f101c5463cb1c60ca9ba5a996a9df_large.jpg" /><figcaption>St.Peter und Paul Kirche</figcaption></figure><p><b>Tag 4 / </b><b>27.Juni 2026 </b><b>Schaffhauser-Zürcherweg  (Neftenbach – Kyburg)</b></p><p>Um 5 Uhr klingelte mein Wecker. Eigentlich wäre ich gerne früher wieder pilgern gegangen. Aber dieser Juni ist wirklich ein Backofen. Genau mein Wetter, aber fürs Pilgern eher ungeeignet. Heute aber hielt ich es nicht mehr aus und wollte unbedingt los. Ausgerechnet am heissesten Tag der Woche. Dann gehe ich eben früh, dachte ich mir. 38 Grad wurden erwartet. Am Vorabend studierte ich meine Route. Anfangs führt vieles über Asphalt oder lichte Waldränder. Im späteren Verlauf geht es in den Wald, allerdings vor Kyburg mit starker Steigung. Ich wollte vor 12.00Uhr da sein, um der Hitze zu entgehen und Pipa nicht mitnehmen. Sie hätte sich die Pfoten kläglich verbrannt und hätte in der Hitze gelitten. </p><p>Ich kam erstaunlich gut aus den Federn, obwohl ich nur 3 bis 4 Stunden geschlafen hatte. So parkierte ich um 6.30Uhr bei der reformierten Kirche in Neftenbach. Natürlich war die Kirche noch geschlossen. Mit 1,5 Liter Getränk und Nüssen im Gepäck machte ich mich auf den Weg. Diesmal nur in leichten Turnschuhen, die bevorstehende Hitze bereitete mir etwas Sorgen. «Wenn das nur eine gute Idee ist», dachte ich, denn die Schuhe sind abgelaufen und haben kaum noch Profil. Dafür sind sie leicht und bequem wie Finken. So lief ich frühmorgens um 6.30Uhr schon bei 20Grad los durch Wohngebiete. Es war eine gute Idee so früh zu starten, denn die Sonne lag noch tief, und deswegen lag der Weg oft im Schatten. Trotzdem schwitzte ich von Beginn an. Aber ich fühlte mich supergut heute, als könnte ich Bäume ausreissen. </p><p>Eine sehr liebe Frau sprach mich um 7.00Uhr am Wegesrand an. «Ich hoffe sie bekommen in der Höhe heute auch noch etwas Kühle!», sagte sie im Verlauf des Gespräches. Ich sagte ihr: «Ich glaube eher nicht, ich laufe bis zur Kyburg, das wird zu wenig hoch sein.» In ihrem Blick konnte ich erkennen, wie verdattert sie war. Sie dachte ich gehe wandern, und wandern ist in den Bergen, «nämli»! Ich erklärte ihr, dass genau bei ihrem schönen Haus der Jakobsweg hindurchführe und ich auf ebendiesem wandere. Das erheiterte sie ebenso wie mich und wünschte mir gutes Gelingen. Was für eine herzerwärmende Begegnung so früh am Morgen um sieben. Und wie schön, dass es Menschen gibt, die einem einfach ansprechen. Überhaupt empfand ich die Menschen zwischen Neftenbach und Winterthur als äusserst freundlich. Jeder grüsste nett und lächelnd. Bis auf die Jogger, aber davon später mehr. </p><p>Das Hoch und runter nimmt bald ein Ende und nach Wülflingen beginnt ein langer, schöner, flacher Schotterweg und ab Blumenau geht es der Eulach entlang. An diesem Tag bin ich wirklich erstaunt, wie viele Menschen allein unterwegs sind. Auch im weiteren Verlauf des Tages, aber hier war es ja noch sehr früh und für die meisten wohl ein freies Wochenende. Hündeler, Spaziergänger, Jogger, Mama mit Babywagen usw. Es ist mir unbegreiflich, weil ich leider eine Nachteule bin und mir nie in den Sinn käme einfach so früh spazieren gehen zu wollen. Gleichzeitig finde ich es wunderschön. Was für eine friedliche Stimmung! </p><p>Etwas vom Eigenartigsten an diesem Tag war, dass ich urplötzlich – zackzeragg- mitten in Winterthur stand. Quasi aus dem Nichts! Ich merkte es erst, als ich eine grosse Kirche vor mir «googeln» wollte. «Aha! Winterthur also!» dachte ich und musste grinsen. Es handelte sich um die katholische St.Peter und Paul Kirche. »Nichts wie rein dachte ich! Vielleicht habe ich Glück, und drinnen ists kühl, denn mittlerweile rann der Schweiss nur noch so von der Stirn. War sie nicht, dafür aber wirklich sehr schön! Ich schaute mich nach einem Pilgerstempel um und fand – nichts! Vorn in der Kirche werkelte ein (wahrscheinlich) Messmer. Ich sprach den gutaussehenden Mann, geschätzt ein Portugiese an und fragte nach dem Pilgerstempel. Es hätte sein erster Arbeitstag sein können, denn er wusste gar nichts. Aber er war unglaublich freundlich und wir kamen ins Plaudern. </p><p>Er schlug vor, ob er bei der Pfarrei wegen des Stempels fragen soll, vielleicht sei ja einer da. Aber ich wollte keine Umstände machen. Natürlich hätte ich den Stempel gerne gehabt, und mit Sicherheit hat so eine grosse Kirche direkt am Jakobsweg einen Pilgerstempel, aber im Moment war es mir auch nicht sooo wichtig. Ich war so im Pilgerflow, ich wollte weiter, bevor die noch grössere Hitze kommt. Irgendwann muss er wohl mein knallrotes schwitzendes Gesicht bemerkt haben und fragte, ob ich etwas Kaltes trinken möchte, oder einen Kaffee! Ich solle doch gerne mitkommen! Wie süss dachte ich. Die erste selbstlose Geste auf meinem Weg. Aber wie gesagt, ich wollte keine Umstände machen und war auch neugierig auf meinen weiteren Weg. Wir sprachen über den Jakobsweg und «Daniel» war begeistert. Noch eine herzerwärmende Begegnung. Wie lieb bis jetzt alle waren! In der Kirche war es schwül, weswegen ich mich bald wieder auf den Weg machte. </p><p>Sofort fragte ich mich beim Austreten der Kirche, warum ich wohl abgelehnt habe. Einmal beim Stempel, und einmal beim Getränk. Keine Umstände machen… was ein Blödsinn, wenn es doch jemand anbietet! Ich nehme mir vor, die nächste nette Geste anzunehmen, egal was es ist! Es freut doch auch den Gebenden! </p><p>Ich stellte mir Winterthur immer so vor, dass ich ewig auf Trottoirs gehen muss. Aber so war es überhaupt nicht. Sehr kurz ging es durch die Altstatt, bevor es sehr steil nach oben in den Eschenbergwald ging. Mittlerweile war es 9Uhr und 26Grad. Bei Ursulas Bänkli machte ich eine Rast. Jede Stunde gab es etwas zu trinken, ein Zigarettchen und ein paar Nüsse aus dem Rucksack, bevor es weiterging. Auf der Bank stand «Ursula, du bist so gerne im Wald spaziert». Sie muss sehr geliebt worden- und bekannt in der Umgebung gewesen sein, wenn ihr eine so schöne Widmung gemacht wurde. Mit Ursula stiess ich mit meinem Magnesiumdrink an. Ich habe ihre Seele sofort in mein Herz geschlossen, auch wenn ich sie nicht kannte. Aber ich fühlte mich gerade sehr mit ihr verbunden. Ich konnte sie spüren! </p><p>Und als wir so auf der Bank sassen, joggte eine Joggerin ums Eck. Ich grüsste wie immer freundlich. Es kam wie bei allen Joggern heute- nichts! Wie eigenartig! Ich meine, mir käme es nie in den Sinn joggen zu gehen, und schon gar nicht dabei sprechen zu müssen, aber ein Nicken ist zu viel? Ich verstehe es nicht. Lustigerweise kreuzte ich schon sehr früh am Morgen ab und zu Jogger oder überholte sie. Ich bin eine zackige Wanderin. Und alle die ich getroffen habe, waren langsame Jogger, die nicht mal nicken konnten. Ich musste lachen, sie könnten doch gleich auch einfach wandern wie ich und wären sogar schneller? «Aber hey,» massregle ich mich selbst, «Ich bin auf dem Jakobsweg, es wird nicht geurteilt!» Und Ursula lacht wohl gerade mit und stimmt mir zu! </p><p>Nach dem Besuch bei Ursula geht es weiter in diesem wunderschönen Wald und sie geht ein Stückchen mit. Seltsamerweise begleiten mich auf dem Weg seit Ursulas Bank plötzlich Schmetterlinge. Vielleicht begleiten sie Ursula und mich ein Stückchen, eine schöne Vorstellung. Irgendwann verabschiedete ich mich von Ursula und ab da waren die Schmetterlinge wie durch Zauberhand verschwunden. Manchmal passieren während des Weges spannende Dinge. Zufälle, Hinweise, Erkenntnisse oder Antworten? Einmal lief ich z.B. ewig durch diesen wunderschönen trockenen Wald. Ich fragte mich, wie Tiere hier bei tagelanger Dürre mit Höchsttemperaturen überleben. Es gibt absolut nichts, kein Fluss, kein Tümpel. Kaum hatte ich die Frage zu Ende gedacht, biege ich 5 Sekunden später ums Eck und entdecke einen Waldbrunnen. Da also feiern die Tiere ihre Trinkpartys. Und hier wird der Fuchs lauern, wenn Mausi, Hasi und Frau Vogel sich einen Drink genehmigen. Prompter geht’s nicht! </p><p>Auf diesem Weg bin ich 3-mal kurz falsch abgebogen. Einmal wars ärgerlich, weil ich an der prallen Sonne steil nach oben zurücklaufen musste. Es war nie weit, aber 5 Minuten falsch laufen, heisst auch 5 Minuten zurückmüssen. Drei mal 10 Minuten sind 30 Minuten zusätzlich. Naja, man biegt ja im wahren Leben wohl auch nicht immer zu 100% richtig ab. Die Hauptsache ist doch, dass man nicht allzu spät wieder auf den richtigen Pfad zurückfindet. Wenn nicht, dann gute Nacht, dann beginnt das grosse Leiden! Ich habe zum Glück jedes Mal wieder rechtzeitig zurück auf meinen Weg gefunden. Auf meinem Jakobs- sowie auf meinem Lebensweg. </p><p>Um 10.15Uhr überquerte ich die Kyburgbrücke und der finale, steile Treppenaufstieg hinauf zum Schloss begann. 420 Treppenstufen bei 13% Steigung warteten bei 31 Grad auf mich. Zum Glück spendeten Bäume meistens Schatten, aber dennoch kam ich sehr langsam voran. Schritt für Schritt. Ich schnaufte wie eine Dampflok und dachte an die Jogger in Zeitlupe. Nun bin ich eine Pilgerin in Zeitlupe. Ich habe gelesen, dass 13%Steigung so viel ist, wie wenn man das Laufband in den höchsten Neigungswinkel stellen würde, kein Wunder kam ich aus der Puste. Zu den 420Treppenstufen gab es auch steile Abschnitte ohne Treppen, man durfte nicht schwindelfrei sein, man will hier nicht stolpern. </p><p>In meinem Schneckentempo, dafür kontinuierlich zog ich durch. Schritt für Schritt ohne Pause! Ich war heute mental und körperlich einfach super drauf. Oben in der Kyburg wartete mein Stempel und ein kühles Bier! Auch da begegnete ich mehr Menschen, die alleine unterwegs waren, als Pärchen. Im Museum, auf der Burg oder im Restaurant, alle waren sie heute alleine unterwegs und sahen zufrieden aus. Wie schön! Die leichten Turnschuhe waren heute die richtige Wahl. Die Sonnencreme schwitzte ich fortlaufend weg, so dass ich einen leichten Sonnenbrand mit nach Hause nahm. Zuhause angekommen legte ich mich völlig überhitzt in die eiskalte Badewanne. Draussen herrschten mittlerweile 38Grad. </p><p><b>Erkenntnis des Tages:  </b></p><p>Manchmal darf man «zur Last fallen!» </p><p>Ich brauche eine Trinkblase, damit ich bei extremem Wetter zwischendurch meine Kehle benetzen kann, ohne den Rucksack absetzen zu müssen und ohne aus dem Flow zu kommen. <b></b></p><p>Die Getränkekühltasche ist Gold wert. Danke Veiko! <b></b></p><p>Ich brauche dringend neue leichte Turnschuhe mit Profil, bei steilem, rutschigem Abwärtsgehen waren die sehr Abgelaufenen heute echt gefährlich.</p><p>Auch alleine ist man nie allein!</p><p><br /></p><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/2a9f101c5463cb1c60ca9ba5a996a9df_large.jpg" /><figcaption>St.Peter und Paul Kirche</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/ce154fe6cc1ee09a8cd9e63987201474_large.jpg" /><figcaption>Rekordhitze im Juni</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/8d50e75023bd8652093674bc43360e86_large.jpg" /><figcaption>Rekordhitze im Juni</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/982bb475302d445810ac98f4b45c20ef_large.jpg" /><figcaption>Tag 4!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/fbcbabd295230b7f3a3ea21b9812aa95_large.jpg" /><figcaption>Ursula :-)</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/5ae8c6beda37d83ee010c9b7b25a32ff_large.jpg" /><figcaption>31 Grad!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/8d0cfac28a0e520348741f938deb6f8d_large.jpg" /><figcaption>die Kyburg</figcaption></figure>]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/rekordhitze-im-juni</link><guid isPermaLink="true">https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/rekordhitze-im-juni</guid><dc:creator><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></dc:creator><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 13:14:00 GMT</pubDate><geo:lat>47.458368</geo:lat><geo:long>8.743395</geo:long></item><item><title><![CDATA[Erster Pilgerstempel ]]></title><description><![CDATA[<figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/2bfd4c4bd47d133ea6053cab2ee8eace_large.jpg" /><figcaption>Erster Pilgerstempel </figcaption></figure><p><b>Tag 3 / </b><b>14.Juni 2026 </b><b>Schaffhauser-Zürcherweg (Dachsen – Flaach)</b></p><p>Tag 3: Eine Woche später machen sich Pipa und ich uns auf in Richtung Flaach. Diesmal sind wir besser vorbereitet. Die wasserfesten On-Schuhe sind zwar sehr eng, haben mir aber nie Blasen beschert. Aber sie sind nicht atmungsaktiv, weswegen meine Füsse sehr schwitzten. Gut habe ich das noch bemerkt, bevor ich für mehrere Tage losziehe. Diesmal kramte ich meine sehr selten gebrauchten Wanderschuhe hervor, minimal zu gross, aber bequem. Ausserdem montierte ich das erste Mal meinen neuen Pilgerrucksack auf den Rücken, die selbstbemalte Jackobsmuschel baumelnd am Rückteil befestigt. Wieder starten wir erst um ca. 12.00Uhr. Wir sind einfach keine Frühaufsteher. Wie soll das später bloss klappen, wenn wir gezwungen sind, die Herbergen früh zu verlassen? Mit einem Getreideriegel und ein paar Nüssen legen wir gutgelaunt los. </p><p>Der Weg ist unfassbar schön. Es geht alles dem Rhein entlang, und trotzdem sind wir gut beschattet vom Wald. Von Rheinau nach Ellikon am Rhein geht es über sehr wurzelige Wege. Ein Velofahrer hat den Weg wohl so nicht erwartet und trägt sein Bike. Etwas in der Höhe setzen wir uns auf eine Bank. Aus dem Nichts erscheint ein Mann mittleren Alters und beginnt mit mir zu reden. Er war sehr mitteilungsbedürftig. Es hätte hier sogar Bunker am Rhein und Leute grillieren darauf, wusste er zu berichten. «Wie in Dachsen» dachte ich und fühlte mich gleich wie eine Klugscheisserin. Ein bisschen war es nett mit ihm zu plaudern, ein bisschen war es aber auch seltsam. Als wir weiterwollten, drehte er sich mit uns um und lief mit uns mit. «Na bravo!» dachte ich, «jetzt haben wir ihn an der Backe!» Ich bin eigentlich kein Angsthase, aber wir waren alleine auf weiter Flur und er sah mir manchmal etwas zu lange in die Augen für meinen Geschmack. Irgendwann kamen wir zu seinem Fahrrad, das an einem Baum lehnte und er brauste allein davon. Seltsam, aber irgendwie auch nett dachte ich. Die zwischenmenschlichen Kontakte werden auf meinem Weg sanft gesteigert. Am ersten Tag gab es keinen, am zweiten Tag einen schweigenden und jetzt heute einen flüchtigen. Ich sehe mich vor dem geistigen Auge schon kurz vor Santiago de Compostela umringt von hunderten von Menschen angeregt tiefgründige Gespräche führen. </p><p>In Ellikon am Rhein kehren wir im Restaurant Schiff kurz ein. Es gibt ein kleines Bier und eine Pipipause für mich. Pipa trinkt währenddessen den halben Rhein leer. Zwischen Ellikon am Rhein und Flach kommen wir über eine Thurbrücke. Eine grössere Familie steht im niedrigen Wasser. Sie plantschen und gehen ein wenig darin und ich erinnere mich ein bisschen wehmütig an die Zeit, als die Kinder noch klein waren und unsere Familie vollständig. Es hätten wir sein können, so ein harmonischer und zufriedener Moment in unberührter Natur. Je näher wir Flach kommen, desdo brutaler nehmen wir die Hitze wahr. Die Spargelfelder sind abgeräumt und es gibt genau einen Baum weit und breit dem Weg entlang. Unter ihn setzen wir uns, erschöpft von der Hitze. Ich packe meinen Getreideriegel aus und bemerke, dass ich wieder kein Futter für Pipa dabeihabe. Somit trete ich den Riegel an sie ab und knabbere ein paar wenige Nüsse. In weiser Voraussicht bin ich diesmal kurzärmelig los und schmiere mir erneut meine Porzellanstelzen mit Sonnencreme ein. In Flach nahmen wir dann den Bus nach Andelfingen und von Andelfingen den Zug zurück zum Auto. </p><p>Im Auto wurmte es mich, dass ich mich in Rheinau nicht um einen Pilgerstempel bemüht hatte. So fuhren wir die kurze Strecke zurück nach Rheinau zur Klosterinsel. Die Klosterkirche hätte bis 18.00Uhr geöffnet hiess es im Internet, und dort befände sich ein Stempel. Es war 17.30Uhr, das passt gerade noch, dachte ich mir. Es gab mehrere kleinere Türen bei der imposanten Kirche. Wir entschieden uns für die Mittlere und tappten volle Kanone in eine gut besuchte Messe rein. Gefühlt drehten sich alle Köpfe zum Eingang, um die verschwitzte Wanderin und den Hund empört zu begutachten. Ganz so schlimm war es dann aber auch nicht. Ich nahm den Hut ab und wir stellten uns zuhinterst in die Ecke, um den Gesängen stehend zu lauschen. Es war wohl eine italienische Messe und die grosse Kirche war bis fast auf den letzten Platz besetzt. Alle sangen aus voller Kehle temperamentvoll mit. Ein wahrlich magischer Moment in dieser wunderschönen Klosterkirche! Ich kriegte Gänsehaut und ich, die nie, wirklich so gut wie nie weint, hatte das Bedürfnis hemmungslos loszuweinen. Ich verkniff es mir, aber feuchte Augen konnte ich nicht verhindern. Ich hatte vergessen, wie stimmungsvoll, katholische Messen sein können. Abgesehen von einer Firmung, war ich sicherlich fast 20 Jahre nicht mehr in einer katholischen Messe. Wie hingebungsvoll die Menschen waren, sie füllten den Raum mit Magie. Auch Kardinäle und Nonnen waren da, es muss irgendetwas besonderes los gewesen sein und ich hatte das Glück, diesen besonderen Vibe mitzuerleben. Sogar Pipa sass regungslos, fast ehrfürchtig neben mir und lauschte denn Klängen. Wir schauten uns an, es war einfach schön, diesen Moment mit ihr zu teilen. Einen kurzen Moment später sah ich ein Schild «Hunde verboten»! Stimmt, ich habe noch nie einen Hund in der Kirche gesehen! Aber es war mir egal. Am Ende entdeckte ich eine winzige Schublade, auf der «Pilgerstempel» stand. Und so druckte ich meinen allerersten Stempel bedeutungsschwanger in meinen Pilgerpass. Es mag lächerlich und nach einer Kleinigkeit klingen. Aber es sind oft die kleinen Dinge im Leben, die wirklich zählen!</p><p>Erkenntnis des Tages:  Manchmal gehören auch Hunde in die Kirche!</p><p><br /></p><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/a519fc01d99295495c2130c495efecbe_large.jpg" /><figcaption>Rast im Restaurant Schiff bei Ellikon am Rhein</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/2bfd4c4bd47d133ea6053cab2ee8eace_large.jpg" /><figcaption>Erster Pilgerstempel </figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/34cd60de76def4698a573d2b72892533_large.jpg" /><figcaption>Unberührte Natur</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/e9660a314b81dda19221a8e49624bbce_large.jpg" /><figcaption>Friedliche Familienmomente</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/cd5136354ce44c141d68e86a4e45b9cb_large.jpg" /><figcaption>Erster Pilgerstempel </figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/236949470267807b0f12126edea11188_large.jpg" /><figcaption>Die Jakobsmuschel weist immer wieder den Weg 😊       </figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/28751a5a09f8450d4f0c3a35d06b9cb7_large.jpg" /><figcaption>Der einzige Schattenspender weit und breit!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/b237f6a926bff40d7ca6c85d8abab8b7_large.jpg" /><figcaption>Mein erster Pilgerstempel aus der Klosterkirche Rheinau, ein schöner Moment!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/3e3d52ffff2d83dbfea4e8f0bf387645_large.jpg" /><figcaption>Rheinau</figcaption></figure>]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/erster-pilgerstempel</link><guid isPermaLink="true">https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/erster-pilgerstempel</guid><dc:creator><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></dc:creator><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 12:47:00 GMT</pubDate><geo:lat>47.5754244</geo:lat><geo:long>8.608530199999999</geo:long></item><item><title><![CDATA[Vorbereitung ist alles!]]></title><description><![CDATA[<figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/bf815892bb712e2aa812d4b7a62c5d21_large.jpg" /><figcaption>Vorbereitung ist alles!</figcaption></figure><p><b>Tag 2 / 7.Juni 2026 </b><b>Neckar-Baar-Jakobsweg + Zürcherweg  (Hemmental – Dachsen)</b></p><p>Tag 2: 3 Wochen später zieht es mich wieder auf den Pilgerweg. Pipa und ich ziehen also ein zweites Mal wieder spontan und spät los. Der Weg heute war ein Traum! Das meiste ging dem Rhein entlang. Natürlich war wieder Sonntag, und das Tourist Office in Schaffhausen hatte geschlossen. Ich hätte noch beim Pfarramt klingeln können um den Pilgerstempel abzuholen, aber das traute ich mich dann doch nicht. Später erfuhr ich von einem Chorgspänli, dass im Kloster Allerheiligen ein Stempel aufliegt. Das nächste Mal, wenn ich in Schaffhausen bin, werde ich ihn mir abholen. Unvorbereitet wie ich war, war ich völlig unpassend gekleidet. Enge schwarze Jeans, keine Sonnencreme dabei, geschweige denn Proviant. Weil ich nie frühstücke, nahm ich einen winzigen Getreideriegel mit. Ich hatte ja eigentlich gar nicht geplant weit zu gehen. Ein kurzer Spaziergang, vielleicht eine Stunde nahm ich mir vor. Aber ich kam in den Flow und Pipa und ich tappten immer weiter. Die Hosen machten mir das Leben schwer, denn am Nachmittag wurde es so richtig heiss. Ich fühlte mich unbeweglich und behindert. </p><p>Als ich über die Feuerthaler Brücke ging, beschlich mich ein sehr eigenartiger Schmerz. Ich lief von Schaffhausen weg, von Schaffhausen, das bei mir Heimatgefühle auslöst. Gleichzeitig fand ich meinen Schmerz lächerlich. Ich werde gerade mal einen Tag etwas wandern und am Abend zurück in Schleitheim sein. Ich muss die Perspektive wechseln, dachte ich. Ich laufe Santiago de Compostela entgegen, nicht von Schaffhausen weg. Kaum war ich auf der Zürcherseite in Feuerthalen angelangt, waren diese Gedanken wieder verflogen. Von nun an ging es auf dem Schaffhauser-Zürcherweg weiter. Vorbei an einer brütenden Schwänin und verschiedenen Wasservögeln, dem wunderschönen Rhein entlang. Und wie am ersten Tag im unberührten Wald Beggingens dachte ich: «Was, wenn das Schönste auf dem Weg genau diese Teilstrecke ist? Was soll da noch kommen?» Jaja die innere Reise und so…ich weiss schon! 😉 </p><p>Auch Flurlingen war schön zu laufen, so süss habe ich dieses Dorf noch nie wahrgenommen. Wieder ging es über eine Brücke nach Neuhausen, um auf der anderen Rheinseite weiterzulaufen. Es ist seltsam, das Strassenschild «Rheinfall» zu lesen. Ich weiss doch wo’s langgeht. Hier bin ich aufgewachsen und sofort fallen mir viele schöne Kindheitserinnerungen ein. Die Neuhauser Seite ist gnadenlos, die Sonne knallt so richtig von oben herunter, und man läuft auf Asphalt. Bevor ich den Rheinfall erreichte, setzte ich mich auf eine Bank zu einem älteren Herrn, der ins Handy schaute. Ich mochte nicht reden, fragte nicht mal ob noch frei sei und setzte mich einfach mit dem Rücken gedreht zu ihm hin. Nun kam der Getreideriegel zum Einsatz und ich merkte, dass ich für Pipa gar nichts zu essen dabei hatte. Mein Kopf musste glutrot gewesen sein, so eine Hitze trug ich in mir. Irgendwann stand der Herr wortlos auf und zog von Dannen. Als auch ich aufbrechen wollte, fragte ich mich, was das gerade war? Ich bin normalerweise ein sehr offener, freundlicher Mensch! Ich fühlte mich kurz schlecht. Ich muss auf dem Weg offener werden dachte ich. Am ersten Tag begegnete ich keiner Menschenseele, da stellte sich diese Frage gar nicht. </p><p>Das Gefühl der Wut kenne ich nur höchst selten. Bei Ungerechtigkeiten höchstens. Aber auch da sehr selten so, dass ich innerlich koche. Beim Rheinfall aber kroch eine unerklärliche Wut in mir hoch. Es hatte eine Menge Touristen. Alle dümpelten sie ausgerechnet in den Engpässen vor sich hin. Das Kleinkind, der Opi mit Gehhilfe und die faszinierte Chinesin. Natürlich, sie geniessen ihren Ausflug! Sie schlendern, Fotografieren und plaudern. Ich bin aber beim Wandern gerne zackig unterwegs und es machte mich wirklich kirre und ich hätte gerne laut ausgerufen! Ich wusste um die Unverhältnismässigkeit, also schimpfte ich in mich rein. Dann musste ich wieder innerlich lachen, was dachten sich wohl die Menschen, wenn sie mich mit Hund vorbeihetzen sahen, ab und zu schnell ein Foto knipsend? «Eine Influencerin, die einfach sagen möchte, dass sie mal da war, ohne es wirklich zu geniessen!» lästerte es in meinem Kopf über mich selbst. </p><p>Beim Rheinfallbecken teilte ich mit Pipa ein riesiges Softeis. Weiter gings übers Nohl in Richtung Dachsen. Ich war froh, dass sich die Menschenmenge verflüchtigte. Wir liefen noch bis zur Dachsemer Badi, wo wir uns Wienerli und Pommes Frittes gönnten. Wienerli für Pipa, die Frites für mich. Für heute reichte es uns und wir liefen zurück nach Neuhausen zum Bahnhof, wo wir den Zug über Schaffhausen nahmen, um nachhause zukommen. Obwohl es heute nur um die 15km waren, waren wir richtig fertig. Mit 20'000 Schritten in den Beinen, legten wir uns früh schlafen.</p><p>Erkenntnis des Tages: </p><p>1:            «Ich muss offener werden!» </p><p>2:            «Geduld! Es geht nicht schneller, wenn man hetzt!»</p><p>3:            Wetterangepasste Kleidung ist wichtig, Vorbereitung ist alles!</p><p><br /></p><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/bf815892bb712e2aa812d4b7a62c5d21_large.jpg" /><figcaption>Vorbereitung ist alles!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/8525c9bf256037b371504c3b080783f9_large.jpg" /><figcaption>Vorbereitung ist alles!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/b666e6cea511f970e437fb91ae86b67b_large.jpg" /><figcaption>Vorbereitung ist alles!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/c47220a986d1821b71b4ff1ca75c6ad3_large.jpg" /><figcaption>Vorbereitung ist alles!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/4fa53ed5a8e0844dd7618bc662d143ef_large.jpg" /><figcaption> Keine Lust zum Reden!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/2b592a3b762be4b14ef62b0dd5e0536c_large.jpg" /><figcaption>Auf der Nohlbrücke</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/67391712edded4f1307d43e964488be8_large.jpg" /><figcaption>Vorbereitung ist alles!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/dc7cdc669c2143ffaa0e90e32d336825_large.jpg" /><figcaption>Viele möchten auf den Felsen</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/488a987de34966c8278e8842a74a4ae5_large.jpg" /><figcaption>Schlössli Wörth</figcaption></figure>]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/vorbereitung-ist-alles-0</link><guid isPermaLink="true">https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/vorbereitung-ist-alles-0</guid><dc:creator><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></dc:creator><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 12:33:00 GMT</pubDate><geo:lat>47.6660626</geo:lat><geo:long>8.6160024</geo:long></item><item><title><![CDATA[Einfach gehen!]]></title><description><![CDATA[<figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/89047d9251348b21f7dda0355f1d1309_large.jpg" /><figcaption>erste Jakobsmuschel</figcaption></figure><p><b>Tag 1 / 11.Mai 2026 </b><b>Neckar-Baar-Jakobsweg  (Beggingen – Hemmental)</b></p><p>Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Jakobsweg. Das erste Mal kam ich mit dem Thema 2006 in Berührung, als ich das Buch von Hape Kerkelin «Ich bin dann mal weg!» las und war sofort fasziniert. Ich war zu dieser Zeit nicht gläubig, im Gegenteil. Ich fand es naiv und weltfremd zu glauben. Aber mich faszinierte die absolute Freiheit, durch die Länder zu ziehen, zu rasten wann man möchte und das Leben einfach geschehen zu lassen. Auf dem Weg schauen was mit einem passiert oder eben nicht, Menschen und ihre Geschichte kennenzulernen oder eben nicht. Immer mal wieder dachte ich daran, den Weg gehen zu wollen. Aber durch Lebensumstände trat der Wunsch in den Hintergrund. Es war auch nicht dringend. Irgendwann später würde ich es in Angriff nehmen, es blieb im Hinterkopf. </p><p>20 Jahre später wurde der Ruf des Caminos plötzlich sehr laut. Ich wusste, dass ich diesen Weg gehen MUSS! Und zwar von zuhause aus. Ich wusste nur noch nicht genau wann. Mitten im Tag lag ich heute im Bett, ich hatte einfach keine Kraft. Ich war seelisch müde. Und mein Körper war es demensprechend auch. Ich wusste schon lange, dass sich in meinem Leben etwas ändern musste. Die Veränderung anzupacken, dafür hatte ich einfach nicht den Mumm, und ich wusste auch gar nicht mehr was richtig oder falsch war. Ich lag also über Mittag in meinem Bett, um mich zu erholen, aber die Gedanken kreisten, Gespräche wurden im Geiste immer wieder durchgespielt, wie eine Endlosschleife. </p><p>Da hörte ich ihn! Den Ruf des Camino! «Einfach gehen!» Dass es nicht regnete, war sicherlich auch eine Hilfe! Ich zog mich an, packte eine Flasche Wasser und ein Döslein Sekt-, meine Zigaretten und 2 Getreideriegel ein und stieg mit meiner betagten Pudeldame Pipa ins Auto. Den Weg von Schleitheim nach Beggingen lief ich schon viele Male. Deswegen wollte ich diesen Teil überspringen. Und allein diese 5-minütige Autofahrt liess mich sentimental werden. Ich fuhr vorbei am Radweg, auf dem wir früher zu fünft von Beggingen nach Schleitheim in die Badi fuhren. In der Pause rochen wir am blühenden Raps. Enja war noch kein Jahr alt und sass bei mir hinten auf dem Fahrrad in ihrer Sitzschale. Ronja und Ramona fuhren schon selbständig auf ihren Kindervelos. Ein Familienausflug, so einfach und normal. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die glücklich machen. Verbundenheit, Schönheit und Liebe im Moment spüren können, darauf kommt es an. Weiter fuhr ich an unserem alten Zuhause vorbei. Sofort hatte ich die Bilder lebhaft vor meinem geistigen Auge, wie wir damals lebten und was sich in unser 5-köpfigen Familie alles so abspielte. Das Kinderlachen auf dem Trampolin, Thomas’ werkeln vor dem Haus und wie ich draussen Blumen pflanzte.</p><p>Da ich aber noch nie zu Fuss den Randen hochlief, musste ich das Auto (leider) im Dorf stehen lassen und nahm den Aufstieg auf der Strasse in Angriff. Ich kann ewig laufen, wenn der Weg nicht nach oben geht. Aber «obsi» laufen hasse ich wie die Pest. Das fängt schon gut an. Der Weg hinauf ging besser als gedacht, aber Spass machte er mir kein Bisschen und ich fragte mich jetzt schon, warum ich nicht einfach mit dem Auto hoch gefahren bin. Wenn jemand vorbeifuhr, war ich versucht den Daumen hochzuhalten, um per Anhalter mitzufahren. Aber erstens wollte ich ja meinen Lebensweg gehen, auch mit den ungeliebten Passagen und den Weg annehmen, so wie er eben ist. Zweitens war ich zu feige und hoffte, dass vielleicht einfach so jemand anhält und fragt, ob er uns mitnehmen kann. Zum Glück blieb mir diese Versuchung aber erspart. «Einfach gehen!» Oben angekommen liefen wir in Richtung Schwedenschanze. Der Weg war weiter als ich ihn in Erinnerung hatte. Oben wird man mit einer fantastischen Aussicht belohnt! Ich setzte mich kurz hin, und sog den magischen Moment des Augenblickes in mir auf, gönnte mir ein Zigarettchen und zog bereits nach 5 Minuten weiter in Richtung Hagenturm. Dieser war gar nicht so leicht zu finden. Bis jetzt hatte ich noch keine einzige Jakobsmuschel gesehen. Aber zum Glück gibt’s ja Google Maps. Der Weg war traumhaft, kein einziger Mensch begegnete mir an diesem Tag beim Laufen. Der Camino gibt dir, was du brauchst! Das erste Mal habe ich den Satz wirklich zu spüren gekriegt. Ich brauchte die Stille, keine Menschen um mich herum. Manchmal hatte ich richtig philosophische Gedanken wie: Viele Leute glauben an Wiedergeburt. Was wäre aber, wenn man in seinem Leben immer sich selbst begegnet? Vorausgesetzt dass Zeit und Raum keine Rolle spielt. Dass alles, was lebt «ich» bin? Dann hätte ich schon Millionen Male gelebt, so etwas kann man sich nicht vorstellen. Andererseits würde es Sinn machen. Denn wenn man immer nur ein «guter» Mensch ist/war, dann würde man ja nur guten Menschen begegnen. Es würde sich quasi «lohnen». Und «gut sein» predigt die Bibel und auch alle anderen Religionen. Es würde sich auch mit Nahtoderfahrungen decken, in denen berichtet wird, dass alles eins ist, oder dass sie in jedes Lebewesen schlüpfen konnten. Wirre Gedanken oder wurde ich gerade erleuchtet? </p><p>Beim Hagenturm rannte Pipa gleich mal auf den hohen Turm hinauf. Ich wollte nicht hoch, ich hatte die Aussicht von der Schwedenschanze derart genossen, die war eh nicht zu toppen! Pipa schaute mich von der Mitte des Turmes von oben herab an. Ich musste richtig deutlich werden, damit sie wieder herunterkam. Beim Hagenturm fand ich meine allererste Jakobsmuschel und freute mich wie blöde. Feierlich öffnete ich mir das Sektdöschen, sass mit Pipa in die Wiese und war glücklich. So eine innere Ruhe hatte ich nach all der Zeit schon lange nicht mehr gespürt. </p><p>Zurück ging es dann durch wunderschönen naturbelassenen Wald und magere Blumenwiesen. Konnte der Weg bis nach Santiago de Compostela überhaupt noch schöner werden? Ich bezweifelte es. Ich wohne in der schönsten Region der Welt! Während ich den Weg zurück zum Auto ging, merkte ich irgendwann, dass mein Hirn komplett ausgeschaltet war. Ich lief nur. So muss sich meditieren anfühlen, dachte ich. Nichts, rein nichts, kein einziger Gedanke durchstreifte mein Gehirn eine halbe Stunde lang. Was für ein Geschenk. Gerade für jemanden wie mich, dessen Hirn immer und ständig rattert, eine neue Erfahrung! </p><p>Erkenntnis des Tages:  «Einfach gehen!»</p><p><br /></p><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/89047d9251348b21f7dda0355f1d1309_large.jpg" /><figcaption>erste Jakobsmuschel</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/b93fd5da8f662a9ff664d3f26b9a3cfb_large.jpg" /><figcaption>Hagenturm</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/3bc22d89a3872fe4d9353ea4b102f8e7_large.jpg" /><figcaption>Einfach gehen!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/afafa67b6f9c9a6b9084048b9aea1712_large.jpg" /><figcaption>Magerwiesen auf dem Hagen</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/597c37c5396b617934ae18a6c14cd355_large.jpg" /><figcaption>Einfach gehen!</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/3f2cf9eacc7a8bf2ad7a4cdd5500c1ed_large.jpg" /><figcaption>Pipa auf dem Hagenturm</figcaption></figure><figure><img src="https://img1.vakantio.de/uploads/24ba642df38998824a3a8fe5f972de76_large.jpg" /><figcaption>Schwedenschanze</figcaption></figure>]]></description><link>https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/einfach-gehen</link><guid isPermaLink="true">https://vakantio.de/von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela/einfach-gehen</guid><dc:creator><![CDATA[von-schleitheim-nach-santiago-de-compostela]]></dc:creator><pubDate>Mon, 29 Jun 2026 12:15:00 GMT</pubDate><geo:lat>47.7740629</geo:lat><geo:long>8.5674105</geo:long></item></channel></rss>