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Meine Südamerika Rundreise

Southamerica feelings in Uruguay

Hola amigos,

Es gab lange kein Update mehr, da ich viel unterwegs war, ein paar Tage Urlaub gemacht habe und dann aufgrund Corona schnell nach Brasilien „geflüchtet“ bin. Doch der Reihe nach:

Nach einigen im Nachhinein fragwürdigen Reiseentscheidungen meinerseits war ich eines Abends in Neuquen in Argentinien angekommen. Nach einer kurzen Nacht ging es mit dem Flugzeug zurück nach Buenos Aires und am gleichen Tag weiter mit der Fähre nach Uruguay- Colonia del Sacramento. Hier erkundigte ich Stadt und Umgebung zusammen mit dem Franzosen Eddy mit einem chicen Citybike. Der erste Eindruck war: „ganz schön teuer hier“. Die Preise sind ähnlich wie in Deutschland. Die Altstadt ist dafür traumhaft und bietet wunderschöne Sonnenuntergänge im Rio del Plata. Am darauffolgenden Tag ging es dann auch schon wieder weiter mit dem Bus in die 2 Stunden entfernte Hauptstadt Montevideo. Hier merkte man bereits, dass es in Uruguay um einiges „südamerikanischer“ ist als in Argentinien. Dort macht mir der Süden, und Buenos Aires doch einen recht „europäischen“ Eindruck.

Da ich kein großer Großstadtfreund bin verabschiedete ich mich nach nur einer Nacht von Eddy und zog weiter in die nächste Großstadt Punta del Este. Allerdings etwas außerhalb des Zentrums. Nachdem ich den richtigen Bus erfragt hatte, und dieser nach eine Dreiviertel Stunde dann auch kam - merkte ich schnell, dass ich in Südamerika angekommen bin. Hier ist alles etwas langsamer und “muy tranquillo”. Kann allerdings auch an der Legalisierung von Marihuana liegen. Ein weitere Vorteil der Legalisierung ist, dass die Leute ein langsames spanisch sprechen, welches ich ganz gut verstehen kann. In „la barra“ (dem Viertel indem ich unter gekommen bin) kann ich mich Tag und Nacht sicher bewegen. Die Saison ist vorbei. Es sind nur noch wenige Touristen vor Ort. Das Wetter ist tageweise allerdings noch gut und mir nach einem Sprung ins Meer sogar zu heiss, um längere Zeit am nahegelegenen Strand zu verweilen. Dort lerne ich allerdings Marcelo kennen, einen Einheimischen Bauer der mit seinem Fahrrad an den Strand geradelt ist. Heute hat er sich frei genommen. Er ist stolz wie Oskar auf sein deutsches Fahrrad. 15 Jahre sei es alt und habe noch nie Probleme gemacht. Stolz präsentiert er mir die 7-Gang Schaltung. Es gehe nichts über deutsche Qualität. Ich darf sogar Probe fahren und mich selbst von der exzellenten Arbeit meiner Landsleute überzeugen. Wir verabreden uns für später um unsere Gespräche über Landwirtschaft zu vertiefen. 

Zurück im Hostel herrscht Endzeitstimmung. Angeblich sollen viele Grenzen aufgrund von Coronavrius geschlossen werden. Alle sind abgereist und ich bin alleine im Hostel. Eigentlich wollte ich mich ja noch ein paar Tage in Uruguay erholen und das ein oder andere Küstendorf besuchen. Allerdings möchte ich bei einer Grenzschließung nicht im kleinen und teuren Uruguay festsitzen. Mit der Erholung ist es ohnehin vorbei. Es schwierig am Strand abzuschalten wenn man nicht weiß, ob man an nächsten Tag noch ausreisen kann. Um nicht in Uruguay festzustecken, mache ich mich mit einem Nachtbus auf den Weg nach Brasilien. Dort ist das Leben günstiger und ich bin flexibler in der Weiterreise. Brasilien ist zu dem so groß, dass man ohne Schwierigkeiten viel Zeit hier verbringen könnte. Auf der anderen Seite soll es ziemlich gefährlich sein. Nach Geschichten von anderen Reisenden zu urteilen ist ständige Vorsicht geboten.

Der Grenzübergang nach Brasilien stellte sich als problemlos dar. Allerdings habe ich massive Verständigungsprobleme. Es wird überwiegend ausschließlich  Portugiesisch gesprochen. Im Falle einer ernsthaften Krise wäre ich doch lieber in einem spanischsprachigen Land. Einige Touristenhotspots sind mittlerweile auch geschlossen. So fällt ein Besuch bei den Iguazu Wasserfällen erst mal ins Wasser. Die derzeitige Situation ist schwierig und kann sich stündlich ändern. Es gibt keine wirklichen Informationen außer den Gerüchten in den Hostels. Viele Reisenden machen sich schnellstmöglich auf den Weg in Richtung Heimat da sie befürchten ansonsten in den nächsten Wochen nicht mehr heimzukommen. Da ich allerdings in nächster Zeit ohnehin nicht mit einer Heimreise plane mache ich mich morgen auf den Weg nach Florianopolis. Dort gibt es Strände und angeblich auch einige deutsche Auswanderer. Dort werde ich dann entscheiden ob ich nach Paraguay gehe oder erstmal in Brasilien verweile. Ich spiele mit dem Gedanken mir eine Arbeit auf einer Farm zu suchen. So hätte ich eine Basis und könnte in Ruhe abwarten was die kommenden Wochen für Südamerika so bringen. Es ist nicht der Virus der mich beunruhigt - es ist die unberechenbare Politik. Spannende Zeiten für uns alle. Die Stimmung unter den Reisenden ist gedrückt. Auch ich brauchte einige Zeit um meine Einstellung zu ändern. Inzwischen habe ich mich mit der Ungewissheit abgefunden. It is what it  is (s‘ischs wies isch) und ich werde das beste daraus machen. 

In diesem Sinne wünsche ich euch alles gute -  keine Panik auf der Titanic. Glaubt nicht alles was euch die Mainstreammedien erzählen. Angst ist niemals ein guter Ratgeber.

#uruguay #puntadeleste#colonia#montevideo#portoalegre#corona

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