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Meine Südamerika Rundreise

El Bolsón

Hola amigos,

Von El Calafate ging es mit dem Bus drei Stunden weiter nach El Chalten - das Wanderparadies Patagoniens. Für meinen Geschmack allerdings viel zu touristisch. Die ganze Stadt besteht eigentlich nur aus Touristen. Dementsprechend sind auch die Wanderrouten in der Hochsaison überfüllt. Ich war eigentlich mit dem Plan angereist einige Tage mit dem Zelt im Nationalpark zu verbringen und mehrer Wanderungen miteinander zu kombinieren. Allerdings war das Wetter extrem stürmisch, in höheren Lagen schneite es und ich war immer noch leicht erkältet. Nach gut 4 Wochen südpatagonischen Wetters hatte ich genug davon. Zudem erzählte man mir im Hostel, dass man am Gipfel Schlange stehen muss um nach oben zu gelangen.

Alles in allem hatte ich darauf gar keine Lust. Ein Vorteil als Alleinreisender - man muss nichts machen worauf man keine Lust hat. Also schnell das nächste Busticket nach El Bolson gebucht. Ich verließ El Chalten ohne auch nur eine Wanderung gemacht zu haben. Ich hatte genug von dem stürmischen Wetter Südpatagoniens. Dafür lernte ich im Hostel viele nette Leute aus den verschiedensten Ländern unserer Erde kennen. Auch dies schätze ich sehr am reisen. Man trifft nicht nur Menschen aus dem bereisten Land sondern von überall her.

26 Stunden Busfahrt später war ich dann auch schon im 1270 Kilometer nördlicheren El Bolson. Dazwischen gibt es auf argentinischer Seite nicht viel zu sehen. Man fährt stundenlang durch Steppe ohne irgendetwas zu sehen...

Das Wetter hier ist deutlich freundlicher und ich genoss die „Windstille“ und die Sonne. Das Städtchen hat eine sehr entspannte Atmosphäre. Es gibt einige Hippies und viele selbsthergestellte Produkte zu kaufen wie z.B Marmelade, Seife, Eis und vieles mehr....Zudem hat die Stadt unzählige Hausbrauereien. Ein deutscher Auswanderer hat um die 1900 den Jungs hier mal gezeigt wie man ordentliches Bier braut.

Am ersten Tag machte ich mit Leuten aus dem neuen Hostel eine Tageswanderung auf den 2260 Meter hohen Cerro Piltriquitrón. Diesem werden heilende Kräfte nachgesagt.

Anschließend ging es diesmal mit einem finnischen Kollegen mit dem Zelt für vier Tage in die Berge immer am Rio Azul entlang. Die Wanderung wurde mir von dem deutschen Hostelbesitzer empfohlen der vor gut 20 Jahren nach Argentinien auswanderte. Verglichen mit meinem ersten Trek in Chile war dieser eher Kindergarten. Gut ausgeschilderter Wanderwege und zwei „Refugios“ (vergleichbar mit einer Alm) unterwegs. Hier kann man zu entsprechenden Preisen Essen und Trinken erwerben und sogar übernachten. Dennoch anstrengend und mit Gepäck nicht zu unterschätzen. Insgesamt ein sehr schöner Trek bei herrlichem Wetter. Neben dem farbigen Fluss war für mich der Sternenhimmel mit am faszinierendsten. Hiervon gibt es leider keine Fotos - ich habe noch nie soviel Sterne am Himmel leuchten gesehen.

Am dritten Tag trafen wir auf einen argentinischen Bienenschwarm. Vermutlich kam es aufgrund der Sprachbarriere zu einem Missverständnis. Der Schwarm attackierte uns umgehend und versetzte mir um die 20 Stiche. Zum Glück ohne große Wirkung - bis auf ein tagelang anhaltenden Juckreiz. Dennoch genoss ich die Tage bei schönem Wetter im Freien sehr. Es war nicht viel los, kaum ausländische Touristen - wenn, dann meist Argentinier aus Buenos Aires die hier ihren Sommerurlaub verbringen. Auf dem Rückweg legte ich noch eine weitere Übernachtung bei einem anderen Refugio ein da in der Stadt am Wochenende ein großes Festival war und alle Hostels und Hotels gnadenlos ausgebucht waren.

Inzwischen bin ich wieder zurück im Hostel und schau mal wie es nun weiter geht. Nächstes Ziel wird auf jeden Fall Bariloche sein. Dies ist ca 2 Stunden Busfahrt entfernt. Danach wird es spannend in welche Richtung es mich verschlägt...

Hasta luego 

Dominik 

#argentina# el bolsón

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