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Meine Südamerika Rundreise

Coronapause in Florianopolis

Am Dienstag, 17 März 2020 ging es dann weiter von Porto Alegre nach Florianopolis. Eine Insel die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Im Bus saßen nun auch die ersten Menschen mit Masken. Ansonsten gab es bislang noch keine spürbaren Maßnahmen in Bezug auf Corona. Am Tag davor besuchte ich noch ein Fitnessstudio und den Friseur. In Florianopolis merkte ich zunächst auch nichts weiter. Allerdings kam ich auch erst um 17 Uhr im Hotel an und verbrachte den restlichen Tag am Strand. Hier waren doch noch einige Leute zugegen. Abends machte ich mich dann auf die Suche nach einem Restaurant. Die meisten waren allerdings geschlossen. Schließlich fand ich doch noch ein geöffnetes Restaurant, in dem ich alleine speiste. Auch am darauffolgenden Tag gingen die Menschen  noch vereinzelt an den Strand. Ich überlegte fieberhaft wie ich meine Weiterreise angehen sollte. Viele Reisende, die ich in letzter Zeit getroffen habe versuchen fluchtartig nach Deutschland zu kommen. Aus Europa kommen immer mehr Meldungen von Ausgangssperren. Argentinien ist inzwischen komplett abgeriegelt. Für mich eigentlich nur noch eine Frage der Zeit bis Brasilien nachzieht. In der ganzen Welt sitzen Reisende fest und kommen nicht mehr nach Hause. Ich weiß nicht wann, bzw. ob in absehbarer Zeit Reisen möglich sein wird.  Ich habe nun 3 realistische Optionen. 1. Versuchen nach Sao Paulo zu gelangen und von dort versuchen nach Hause zu fliegen. 2. Versuchen weiter zu reisen, solange die Busse noch fahren. 3. Eine längerfristige Unterkunft in Florianopolis suchen.

Nach langem überlegen komme ich zu der Entscheidung vorerst in Florianopolis zu bleiben. Der brasilianische Bundesstadt Santa Catarina (in dem ich mich derzeit befinde) hat vor einigen Tagen ein Verordnung erlassen. Es sind nur noch Supermärkte und Apotheken geöffnet. Alles andere ist geschlossen. Es verkehren wohl auch keine Busse mehr auf der Insel. Zu meinem Leidwesen schließt auch das letzte Restaurants. In meinem Hotelzimmer habe ich keine Küche. Des weiteren  dürfen Hotels keine neuen Gäste aufnehmen. Ich bin mir nicht sicher, ob es noch möglich ist die Insel mit einem Fernbus zu verlassen. Ich wüsste allerdings auch nicht wo ich hin sollte. Vermutlich wird es aktuell überall schwer sein eine Unterkunft zu finden. Die Flüge nach Deutschland sind teuer, teilweise sehr umständlich und es ist nicht gewährleistet, ob diese überhaupt stattfinden. Außerdem müsste ich zunächst nach Sao Paulo kommen. Dort allerdings wütet der Virus in Brasilien am stärksten. Da mir weiterreisen zu riskant erscheint und auch keinen Sinn macht,  mache mich auf die Suche über Airbnb nach einer Unterkunft. Ich bekomme etliche Absagen. Niemand nimmt mehr neue Leute auf. Nach langem suchen finde ich jemanden, der mir ein Apartment vermietet. Sollten Fragen auftauchen sei ich einfach der Cousin. Glück gehabt - denn am nächsten Tag stellt auch mein Hotel den Betrieb ein.  Inzwischen ist es untersagt an den Strand zu gehen. Die Polizei fährt mit dem Auto und auf Motorrädern am Strand entlang. Immer wieder fliegt ein Helikopter den Strand ab. Die Leute werden gebeten nach Hause zu gehen.

Ich gelange mit Uber zu meinem neuen Apartment und treffe meinen Vermieter / Retter. Ich habe ein wunderschönes Häusle im Wald. Hier lässt es sich erst einmal aushalten. Kleine Äffchen kommen auf die Terasse geklettert und versuchen etwas Obst zu ergattern. Trotz der Abgeschiedenheit ist ein Supermarkt nur 5 Minuten entfernt und das Leitungswasser ist sogar trinkbar. Hier kann ich nun in aller Ruhe abwarten wie sich die Situation in den kommenden Tagen / Wochen / Monaten??? entwickelt. Ich nutze die Zeit um etwas portugiesisch zu lernen und finde diese Zwangspause nach zwei einhalb Monaten intensiven Reisens eigentlich gar nicht mal so schlecht.

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