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Südafrika / Thailand / Australien / USA / Mexiko - Unsere Reise um den Globus!

Bangkok - Hier scheiden sich die Geister

27.03. - 01.04.2017

Nach tollen drei Wochen in Südafrika stand als nächste Station Thailand auf dem Plan. Zunächst wollten wir 5 Nächte in Bangkok verbringen. Danach sollen einige Inseln besucht werden. Einige fragten uns, ob wir uns wirklich sicher sind, eine so lange Zeit in Bangkok zu bleiben... Wieder andere behaupteten, Bangkok sei die Stadt überhaupt und wir sollten den Aufenthalt doch hier unbedingt verlängern :-)

Grandioser Blick vom Baiyoke II Tower über die Stadt
Grandioser Blick vom Baiyoke II Tower über die Stadt


Man merkt, diese Stadt spaltet die Gemüter. Und das merkten wir sofort bei Ankunft am Flughafen in Bangkok. Geflogen sind wir mit Emirates über Dubai. Der Flughafen in Dubai ist schon wirklich was Außergewöhnliches. Eine riesengroße Anlage! Ca. 95% Emirates-Maschinen, welche sich in Reihe an den Terminals geordnet von ihrer besten Seite zeigten. Das Gebäude ähnelte einem Palast. Die Wege zwischen den Gates und Terminals waren überfüllt mit diversen Designermarken. Eine vollständige Reizüberflutung. Welcome To Consumia! Da der Flughafen so riesig ist, sind die Terminals mit kilometerlangen Schienensystemen ausgestattet. Wir dachten immer, der Frankfurter Flughafen sei riesig... Von Dubai nach Bangkok flogen wir dann mit dem A380. Man hatte spürbar mehr Platz und es flog sich aufgrund der Größe des Fliegers direkt ruhiger. Ansonsten ist es ein Flugzeug, wie jedes andere auch. Gurte, Multimedia und Tomatensaft. Jedoch alles auf zwei Etagen.


Ankunft

In Bangkok angekommen ging es dann richtig los. Bereits am Flughafen vermissten wir sie die Lässigkeit der Südafrikaner. Der Suvarnabhumi Airport zeigte sich von seiner schlechtesten Seite. Ungenügende und verwirrende Wegweisungen und Hinweise, ziemlich unfreundliches Personal und eine fragliche Organisation. Schnell wurde klar, nicht alle Thailänder sprechen wirklich Englisch. Es muss ja kein Oxford-Englisch sein aber die Basics hätte man an einem Flughafen schon erwarten können.

Mit dem Taxi ging es zur Unterkunft. "Hansa Bangkok House" ist ein ziemlich neues Hotel im Westen der Stadt. So mussten wir einmal quer durch Bangkok durch. Die Mautgebühren für die Nutzung der Highways zahlen hier übrigens die Passagiere. Mit Hilfe von Google Maps auf Thai konnten wir unsere Unterkunft nach fast einer Stunde Fahrt und 40km Fahrtweg finden. Erst nach der Taxifahrt merkte man den Temperaturunterschied so richtig. Auch gegen 22.00h war es draußen bei 28 Grad immer noch schwül und stickig. Ohne eine Klimaanlage wäre das Schlafen sicher nicht so einfach möglich gewesen.

Frühstücksraum im Hansa Bangkok House
Frühstücksraum im Hansa Bangkok House


Sightseeing Tempelanlagen

Am nächsten Morgen ging es dann direkt in die historische Altstadt. Durch Bangkok fließt der Chao Praya River. Da die Straßen hier furchtbar überfüllt sind, wird auch der Fluss als Transportweg genutzt. Größere Wassertaxis, die 50 - 100 Personen fassen können, kreuzen hier den Chao Praya auf und ab. Der Fluss selbst ähnelt einer gewaltigen Badewanne, gefüllt mit einer braunen Brühe und jeder Menge abgelagertem Müll. Die Wasseroberfläche ist voll treibender Kunststoffteile und Plastiktüten. Ein hässliches Bild. Bei einem Blick ins Wasser von einer Haltestelle aus, konnte man einen Schwarm riesiger Fische beobachten. Nicht viel kleiner als unsere Maschsee-Karpfen. Unvorstellbar, wie Lebewesen in einer solchen Jauchegrube überleben können.

Tempelanlage Wat Pho
Tempelanlage Wat Pho


Die Sightseeingtour hat für uns beim Grand Palace, dem Palast des Königs, angefangen. Hunderte von Touristen hatten die gleiche Idee. So wollten wahre Menschenmassen in die Tempelanlagen hinein. Einige von ihnen wurden vor den Toren vom Personal abgewiesen. So auch wir. Wir haben die Kleidungsvorschriften nicht eingehalten. Frauen und Männer mussten lange Hosen / Gewänder tragen und so die Schultern und Beine bedecken. Bei 35 Grad kommen die wenigsten Touristen auf die Idee, sich eine lange Hose für ihre Touren anzuziehen. Mit Tanktop, Shorts und ärmellosem Kleid ausgestattet, erhielten wir also keinen Zugang.

"Zufällig" genau gegenüber des Eingangs konnte man sich die erforderlichen Kleidungsstücke in einem Art Geschäft kaufen. Dieses Geschäft bestand aus mehreren Kleiderstangen mit Onesize-Kleidung, die notdürftig zusammengenäht wurde. Hose und Shirt: 200 - 300 Baht (5 - 8 EUR) pro Person. Kein Anprobieren, kein Umtausch. Logisch. Es verstand sich von selbst, dass dieses Geschäft von Touris wie uns überrannt wurde. Jeder wollte die Lappen kaufen, um so in die Anlage zu kommen. Die beiden Verkäufer hatten richtig was zu tun! Wer sich nicht schnell genug entscheiden konnte, wurde weg gewiesen. Eine schlaue Geschäftsidee, welche auf reiner Schikane aufbaute. Der Eintritt zur Anlage war dann aber kostenfrei.

Palastgeeignete Kleidung 😁
Palastgeeignete Kleidung 😁


Die Tempel und die dazugehörigen Flächen haben schon ziemlich schick ausgesehen. Alles ist sehr schön hergerichtet. Durch die Menschenmassen musste man sich aber bemühen, etwas zu sehen und die richtigen Positionen für Fotos zu erwischen. Insbesondere Chinesen sind es gewesen, welche mit übergroßen Sonnenschirmen, Kameras und schlechtem Sozialverhalten ausgerüstet, uns den Weg versperrten (ja, richtig: Chinesen mögen wir jetzt nicht so sehr...).


Außerhalb der Anlage sind die Straßenzüge teilweise für die Trauermärsche gesperrt. Mit dem Tode ihres Königs Bhumibol im Oktober 2016 wurde in Thailand eine einjährige Staatstrauer verordnet. Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes müssen seither eine schwarze Uniform tragen. So gehen viele Thais auf die Straßen und gedenken innerhalb organisierter Märsche ihrem König. Auch sonst sind in der gesamten Stadt an fast jeder Ecke riesige Gemälde, Altare und Monumente mit Bildern von Bhumibol aufgestellt. Was wir darüber denken, schreiben wir lieber erst in diesen Blog, nach dem wir dieses Land wieder verlassen haben… ;-)

Buddhas, Buddhas, Buddhas
Buddhas, Buddhas, Buddhas


Mit fortschreitender Zeit besuchten wir weitere Tempelanlagen. Allein in Bangkok soll es rund 400 dieser Tempel (sogenannter "Wat") geben. Die Anlagen, die wir besucht haben, sind mit mit einer Vielzahl goldfarbender Buddha-Statuen ausgestattet. Mal groß, mal kleiner, mal riesig, mal liegend, mal sitzend. Buddha in allen möglichen Varianten. Auch in den Nebenstraßen rund um das Palastviertel dreht sich alles um die Buddha-Statuen. Den Menschen hier werden zahlreiche Möglichkeiten geboten, ihrem Glauben nachzugehen und in aller Ruhe zu beten.



Khao San

Irgendwann hat es dann aber auch mit den Buddhas und Tempeln gereicht und wir sind mit dem Tuk Tuk auf die berühmte Khao San Road gefahren. Ein Tuk Tuk ist ein überdachtes Motorrad auf drei Rädern und einer offenen Fahrgastzelle. Heutzutage mehr Touristenattraktion als Fortbewegungsmittel. Die Einheimischen wählen jedoch eher Bus, Bahn oder Taxi. Manche Fahrer tunen ihr Tuk Tuk um besonders aufzufallen. Übergroße, röhrende Endschalldämpfer oder ordentliche Subwoofer unter der Rücksitzbank sind keine Seltenheit. Die Fahrt mit einem solchen Tuk Tuk macht ziemlich viel Spaß. Man ist auf der Straße mitten im Geschehen. Durch waghalsige Manöver führen sich die Fahrer manchmal wie die Affenkönige der Straße auf. Aber das ist schon ok. Ein bisschen Show & Ruhm brauchen die ja schließlich auch.

Chinatown
Chinatown


Die Khao San ist voll mit Marktständen, Fressbuden, Pubs und Straßenverkäufern. Mitten auf der Straße kann man sich unter anderem massieren oder tätowieren lassen. Hier versammeln sich die meisten Touristen um was zu Trinken und zu Essen. Ja, dies scheint wohl die alternative Szene-Meile Bangkoks zu sein. Muss man in jedem Fall mal gesehen haben! Ein echtes Highlight hier in Bangkok!

Tuk Tuk
Tuk Tuk



...und sonst so?

Die weiteren Tage verbrachten wir in den neueren Vierteln. Hier reihen sich unzählige Einkaufs-Malls aneinander. Die größeren Straßen sind mit Hochhäusern, Leuchtreklamen und Werbebildschirmen regelrecht zugepflastert. Man fragt sich ständig, wer das alles kaufen soll. Es ist wirklich verrückt. Die vollkommene Manipulation des Konsumverhaltens.

Abgesehen von diesen sehr beeindruckenden, sauberen und aufgeräumten Einkaufstempeln ist Bangkok nicht wirklich schön und teilweise schon sehr heruntergekommen. 

Ob auf dem Wasser oder auf dem Land...
Ob auf dem Wasser oder auf dem Land...


Wie uns bereits auf dem Fluss aufgefallen ist, kümmern sich die Leute nicht um ihren Dreck. Dieser wird einfach weggeschmissen, wenn es eben halt passt. Auf öffentlichen Straßen sind so gut wie keine Mülleimer zu sehen. An vielen Ecken türmen sich die Müllsäcke. Kakerlakenschwärme und Ratten tanzen um diese Berge herum. An Mülltrennung ist hier gar nicht zu denken. Die Luft ist durch die hohe Luftfeuchtigkeit, verbunden mit dem enormen Abgasausstoß der Fahrzeuge und der Enge einzelner Gassen schon wirklich unerträglich. Kommen jetzt hier noch die Gerüche der Müllberge hinzu, kann einem schon das Frühstück hochkommen. Es ist unglaublich, wie rücksichtslos die Menschen hier mit dem Thema Müll umgehen. So manchen könnte man den Glauben unterstellen, dass all die Plastiktüten auf den Bäumen wachsen würden. Es wird wirklich alles in Plastik eingehüllt. Beispielsweise werden in einem Supermarkt einzelne Bananen lediglich in einem separaten Beutel angeboten. 

Diese Zustände werden höchstwahrscheinlich auch in anderen Ländern in Asien existieren. Da kommt einem die heimische Mülltrennung und -vermeidung wie ein Tropfen auf den heißen Stein vor.

Wassertaxi
Wassertaxi


Auch die Nutzung der Straßen ist uns ein Dorn im Auge. Die Innenstadt und die Hauptverkehrsstraßen sind zu wirklich jeder Uhrzeit maßlos mit Fahrzeugen überfüllt. Unser Hotel lag ca. 5km vom „Kröpcke“ von Bangkok entfernt. Hierzu musste man mit dem Taxi ca. 45 Minuten Fahrtzeit einplanen. Alternativen gab es nicht wirklich. Die Busse müssen ebenfalls die Straßen nutzen und das Metro-Netz von Bangkok ist alles andere als sinnvoll aufgestellt. Die reinste Katastrophe in einer so großen Stadt von A nach B zu gelangen. Ständig überlegte man, ob man nicht doch aussteigt und den Rest zu Fuß geht. Die Stadt platzt wirklich aus allen Nähten.

Die bereits erwähnten Abgase sind ein ziemliches Problem für die Bewohner und Pendler. Viele tragen Atemmasken, da den Abgasen stark gesundheitsschädliche Eigenschaften nachgesagt werden. Die härtesten Thais waren für uns diejenigen, die sich in diesem Smog noch eine Zigarette gönnten.


Sky-Bar

Weitere wirkliche Attraktionen hat Bangkok laut Reiseführer eigentlich nicht zu bieten. Viele sprechen an dieser Stelle noch die unzähligen Sky-Bars an. Diese Bars auf den oberen Etagen der Hochhäuser und Wolkenkratzer bieten einen tollen Ausblick über die Stadt. Wir haben zwei dieser Bars ausprobiert. Unter anderem das Restaurant im Baiyoke II Tower. Dies soll mit über 80 Stockwerken das höchste Gebäude in dieser Stadt sein (ca. 330m hoch). Wir gönnten uns auf der Dachterrasse des 81. Stockwerks ein Abendessen vom Buffet. Der Ausblick vom Balkon in Richtung Süden der Stadt war phänomenal! Von hier oben konnte man die vollgestopften Verkehrsadern sehen. Die Blechlawinen bewegten sich mühsam die Straßen auf und ab. Wie ein ganzes Ameisenvolk. Nur nicht ganz so fleißig und schnell...

Café Audrey im EmQuartier-Shopping-Komplex
Café Audrey im EmQuartier-Shopping-Komplex


Als ehemaliger Buffet-Profi und 11-Schnitzel-König, können wir dem Buffet allerdings nur 6/10 Punkte geben. Das Essen konnte leider nicht vollständig überzeugen. Die Aussicht hat diesen Umstand allerdings durchaus entschuldigt.


Den letzten Tag in Bangkok haben wir uns für ein wenig Kultur in Ayutthaya aufgehoben. Hierzu folgt ein separater Blogeintrag ;-)

Wir können jedoch jetzt schon sagen, 5 Nächte haben hier definitiv gereicht... 

#bangkok#thai#curry#tempel#sky-bar#khao

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