wildgansanna
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Zuletzt in Frankreich

durch den Naturpark Quercy bis Conques in den Waldbergen der Auvergne

Veröffentlicht: 25.05.2026

Spaziergang
Naturpark Causses du Quercy → … → Conques
33 km
Unterkunft
Wiese / Waldlichtung im Naturpark Causses du Quercy
Frei­camping
Unterkunft
alte Stallgebäude im Naturpark Causses du Quercy
Unterkunft
Waldlichtung im Naturpark Causses du Quercy
Frei­camping
Essen
Touristenbüro in Figeac
$ · Snack
Unterkunft
Abbaye Sainte-Foy
Conques
Attraktion
Abbaye Sainte-Foy
Conques, France
Sehenswert
Kirche und Tympanon der Abteikirche Sainte-Foy
Conques, France

Noch nicht mal zehn Tage ist es her, dass ich zuletzt schrieb - da war es mir noch so kalt, dass ich (alles angezogen, was ich dabei habe) extra schnell wanderte, um warm zu werden. Ich fror und das Regenwetter und die Eisheiligen schienen kein Ende nehmen zu wollen... Inzwischen schwitze ich bei gut 30°C tagsüber und von einem Tag auf den anderen scheint es bereits Sommer geworden zu sein...

Zunächst durchstreifen weiterer hübscher, wimpelgeschmückter Orte mit Arkadengängen, alten Häusern und Kirchen oder - wie in Auvillar - einer alten Markthalle, ein rundes, offenes Gebäude, tempelartig mit Säulen und einem Türmchen, hohem Stadttor, schmalen Gassen; oder Saint-Antoine, in der Kirche Bemalungsreste und Zierranken an den Gewölbebögen, als Abschlussfigur ein lustiger Geiger; das Ehrenmal für die gefallenen Helden hier ein weißer Marmorsoldat, der wie schlafend aufgebahrt unter der Namenstafel liegt, jemand hat frische Blumen auf seine über der Brust gefalteten Hände gelegt...

Über die breite "La Garonne" gelange ich an den "Canal Lateral a la Garonne": vertraut vom letzten Jahr, als ich mehr als 3200 km an Flüssen, Küsten und Kanälen entlang durch Frankfreich radelte, da fuhr ich (auf dem Weg von Bordeaux nach Toulouse) auch hier entlang. Es ist ein bisschen, wie "heimkommen": die Beschilderung "Veloroute des Deux Mers", die Linden und  Platanen spiegeln sich grün im Wasser des Kanals und Hausboote liegen seitlich vor Anker - und obwohl der Wetterbericht dies nicht vorsah, braut sich das nächste Gewitter am Himmel zusammen, so dass das Wasser bald eher grau als grün wirkt. Gegen sieben beginnt es zu regnen; auf der anderen Seite des Kanals ist eines der ehemaligen Schleusenwärterhäusle, davor große Sonnenschirme über Tischen und Stühlen. Während ich noch überlegend hinübersehe, tritt ein Mann heraus und winkt mir. Also gehe ich über den schmalen Übergang hinüber und frage, ob ich unter den Schirmen den Regen abwarten oder auch schlafen darf. Er kann kein Englisch, ruft seine Freundin und diese meint, nein, das gehe nicht, ich solle ins Haus kommen, sie laden mich ein, in einem Bett zu schlafen und mit ihnen zu Abend zu essen. Drei weitere Gäste sind da, allerdings können sie fast alle ausschließlich Französisch, so dass ich mich an der lebhaften Unterhaltung nicht beteiligen kann. Das Essen ist gut und reichlich, draußen regnet es, ich schlafe tief und trocken. Erst nachdem ich am nächsten Morgen um 7 Uhr etwas Geld  und einen Gruß auf den Küchentisch lege und leise das noch ruhige Haus verlasse, sehe ich dann die Werbung für diese kleine Herberge (Werbung nur für die von der "richtigen Seite" kommenden - das ist immer wieder etwas dumm für mich, da ich viel Interessantes erst erfahre, wenn es bereits hinter mir liegt...) Nun finde ich es noch netter, dass sie mich einfach einluden, Gast zu sein, ohne dafür zu bezahlen!

Gut 13 km am Kanal entlang im frischen Morgen, bzw. zwischen dem eigentlichen Fluss Garonne und dem Kanal - so schön mit all dem Wasser zu beiden Seiten, den Wasservögeln, den gelben Iris, den Brücken und Schleusen - aber verglichen mit der Fahrraderfahrung zieht es sich zu Fuß doch sehr gleichförmig... Und dann Moissac: Buntes Markttreiben, immer wieder leichter Regen, trotz Sonntag ein offenes Lebensmittelgeschäft, heißer Tee in einem kleinen Cafe und natürlich der berühmte romanische Kreuzgang (in der Kirche ist Messe, da sehe ich nur kurz hinein). Alle Kapitelle sind verziert, allerdings meist ziemlich beschädigt. Neben Motiven biblischer Geschichten ist es wie immer die florale- und Fabelwesenwelt, die mich begeistert: sich entrollender Farn, Adler- und Vogelmenschen, merkwürdige Fratzen, verrenkte Körper, ineinander verflochten und verschlungen; Köpfe, die keinem bekannten Tier gleichen und fast menschlich wirken, ein Kopf, hervorsehend zwischen großen, um ihn gelegten Flügeln von Vögeln, deren Köpfe und Schnäbel nicht mehr vorhanden sind... In einer Vitrine die Figur einer kleinen, knieenden Frau, von weitem Gewand umhüllt, die Augen geschlossen, zugleich versunken und sehr heiter wirkend: 15. Jahrhundert, aber als könne sie sich jederzeit erheben und singend an ihre Arbeit gehen... 

Erste Lindenbüten; jemand hat Kirschen und eine Büchse für Geld an den Weg gestellt (immer wieder mal gibt es solche Überraschungen), leuchtend rot blüht der Mohn, gelb der Ginster, die Fußwege sind aufgeweicht und anstrengend zu gehen, das Wetter bleibt wechselhaft und nachts schlafe ich in einer kleinen, von außen  trutzig-düsteren Kapelle ("Saint Sernin") mitten im Wald. Im nassen Regenponcho komme ich an diesen verwunschenen Ort, ein kleiner alter Friedhof ist dabei mit halb umgesunkenen, verschnörkelten Kreuzen und  verwitterten Steinen, überwuchert von hohem Gras. In der Kapelle riecht es modrig-feucht, es gibt kein Gestühl und kaum eine Ausschmückung, lediglich ein Tisch (Altar?) und ein etwas deplaziert wirkendes modernes Kruzifix irgendwo links hoch an der Wand, ein schlichtes Holzkreuz unterm einzigen schmalen, kaum bunten Fenster und das dicke Seil für die zwei Glocken, das bis auf den Boden hängt. Ansonsten helle, nackte Mauern, romanische Rundbögen und Kuppel - ein spürbar "heiliger Raum" und besonderer Ort. Ich klemme einen Stein an die Türe, so dass sie offen bleibt und richte mein Lager nahe am Eingang, wo die Steinplatten des Bodens einigermaßen eben sind, nicht so gebrochen und verworfen wie im Rest der Kirche - so bleibe ich trocken, aber warm ist es nicht gerade... Es ist eine besondere Nacht an einem sehr besonderen Ort!

Am nächsten Tag zunächst auf schönen (leider sehr matschigen) Waldwegen in die nächste "Märchenstadt": Lauzerte, später Montcuq, Cahors mit der berühmten Brücke " Pont Valentre" mit drei hohen Türmen - ich bin wie "gesättigt" und kann gar nicht mehr jede Kirche, jeden schönen, alten Ort, jeden Platz mit Arkadengängen... würdigen; singe in so vielen Kirchen und Kapellen, dass sie wie zusammenfließen in einen großen Eindruck. Der Weg führt mich nun einige Tage durch die wunderschöne Landschaft des Quercy: Kalk-Hochebenen über dem Tal des Flusses Lot. Aus dem oft gelesenen wunderbaren Buch "Marie des Brebis" kenne ich die Beschreibung dieser Landschaft. Heller Kalkstein: auf dem Weg, in den Mauern entlang der Wege, in den Häusern, auf den Äckern, auf denen das Getreide hier viel niedriger steht. Niedere, krumm gewachsene Eichen, Kiefern und Weißdorn, viel Blühen auf den mageren Wiesen, Margariten und Wiesensalbei, viele Orchideen auch, duftende Thymianteppiche, Heckenrosen; Froschgelärme an jedem Gewässer. Helle Abbruchkanten und Höhlen, wie in jeder Karst-Gegend und immer wieder ein weiter Blick übers Land. Es gibt hier Landschnecken mit spitz-gewundenem Meerschneckengehäuse, jede Menge Eidechsen; zum ersten Mal seit Südspanien auch wieder Kaninchen. Jemand hat auf eine Infotafel zum Pilgerweg "suffer to return harder!" gesprüht. Darüber denke ich lange nach und meine, "härter" zurückzukehren sei nicht wünschenswert, eher "weicher" im Sinne von erfahrener, versöhnlicher, dankbarer, weniger-urteilend, oder? Sollte es "gestärkt" bedeuten, bin ich einverstanden, mit "kräftiger" und "vertrauensvoller ins Gute"auch. Und "suffer" - ich weiß nicht: ja, natürlich ist es anstrengend, nicht nur romantisch-schön, keineswegs, aber als "leiden" würde ich meine Wanderung nicht bezeichnen... ein blauer Schmetterling, dicht vor meinem Gesicht vorbei fliegend, holt mich aus Gedanken, Träumen, Erinnerungen und Fragen zurück in die Gegenwart... Es gibt so viele der kleinen blauen Schmetterlinge - wo etwas Feuchtigkeit ist, fliegen sie in Schwärmen auf... Auf den Dorfplätzen wird Abends Boule gespielt; wenn es zu regnen beginnt, duftet alles intensiv nach frischem Heu, nach nassem Staub und Asphalt... 

Naturpark "Causses du Quercy" - schmale, verwunschene Pfade; wenig besiedelt, verträumte Landschaft - und bei der alten Bebauung und zu Fuß unterwegs kann man schonmal vergessen, dass man sich im 21. Jahrhundert befindet - bis z.B. ein Militärjet über den Himmel donnert oder irgendwo eine Motorsäge, ein Motorrad aufheult, mich unsanft daran erinnernd, dass es neben dieser still-friedlichen Natur und schönen Welt noch "eine" ganz andere gibt... In der Nacht auf den 20. ziehe ich bei leichtem Regen noch von der Wiese in ein altes Stallgebäude um, danach regnet es nicht mehr und inzwischen ist es tags eher zu heiß... 

Schwalben umschwirren mich unermüdlich, wenn ich im Schatten einer Linde auf einem Dorfplatz sitze, im Rücken das unvermeidliche übergroße Ehrenmal für die Helden des Vaterlandes, vor mir eine Kirche, meist ebenfalls übergroß für den jeweiligen Ort wirkend. In Limogne-en-Quercy "flüchte" ich aus Sonne und Lärm in die hohe, lichte Kühle der Kirche, stecke mein Telefon in die Steckdose (eigentlich alle Kirchen verbergen irgendwo Steckdosen...), esse auf einer Seitenbank, singe von der Empore herab in den bunten Raum und fühle mich irgendwie großartig dabei, sitze einfach nur in den Bänken und lasse den Raum auf mich wirken - wenn ich mir die Ausschmückungen wegdenke, kann ich in vielen Kirchen und Kapellen noch die Fähigkeit der alten, wissenden Baumeister spüren, einen "sakralen" Raum zu schaffen, Harmonie, Schönheit, Größe, die einen nicht erschlägt, sondern "erhöht"... Nach über anderthalb Stunden wieder heraustreten in Sonnenlicht und Stadtlärm ist, in eine andere Welt und Zeit geworfen werden. Da bleibt nur, so rasch wie möglich wieder in Wald-, Wiesen-, Blumeneinsamkeiten eintauchen.

Im Naturpark verbringe ich eine Nacht abseits des Weges auf einer Waldlichtung, dort steht eine verschlossene Holzhütte, die Abendsonne, hinter der Hütte untergehend, vergoldet bis zuletzt die hellen Kalkabbrüche auf der anderen Talseite, nachts ist der Sternenhimmel klar und groß wie lange nicht, irgendein größeres Tier gibt einige Zeit Geräusche von sich, die ich noch nie gehört habe, und ich bin froh, als sie sich entfernen... ...und früh um fünf vom Lärmen der Vögel erwachen, während der ganze Horizont schon rot und gelb leuchtet. Da es kalt ist, bleibe ich liegen, bis die Sonne höher kommt und mich wärmt. Steige dann rasch und steil ins Tal des Lot hinab, über den Fluss, durch Cajarc und wieder steil hinauf, vorbei an einer großen Höhle und später auf der Höhe (380 m) an einem noch erhaltenen und verschiedenen zusammengestürzten megalithischen Dolmengräbern. Hübsch sind auch die vielen kleinen runden Steinhäusle, auch die Dächer aus Steinen, manche verfallen, aber viele gut erhalten oder gut wieder aufgebaut, einmal ist es ein Brunnen, sonst waren es wohl eher Unterstände für die Schäfer.

Figeac - zu groß, zu laut, an der Bahn entlang hineinwandern in die die Altstadt, übern Markt streifen, Kirche und beeindruckende Häuser, Essen einkaufen, Telefon laden im Touristenbüro - und irgendwann kommt dann beim Hinauswandern aus einer Stadt - endlich - der Augenblick, wo es wieder still wird; es ist ein Übergang, so wie es beim Zugehen auf eine Stadt nach und nach laut wird. Die Stille tut gut! Sehe eine lange Schlange, die sich blitzschnell vor mir vom Weg ins Gras schlängelt, sowie große grasgrüne Eidechsen mit gelben Bäuchen. Einmal erschrecke ich zutiefst (wie sonst nur bei plötzlichem Hundegebell), als auf schmalem Sträßchen unvermittelt ein Auto sehr dicht an mir vorbeifährt - da auf der Wiese nebenan ein Traktor am Heuwenden war, hatte ich das Auto überhaupt nicht gehört, spürte den Luftzug und wusste: das war knapp! In einem kleinen Ort gibt es überraschenderweise nicht nur ein öffentliches WC, sondern auch eine Dusche, einfach so: Nach einigen Tagen Wandern in Sonnenhitze, Draußenschlafen und nur an Bächen oder Wasserhähnen an Friedhöfen notdürftig waschen... eine Wohltat, meine Kleidung dusche ich gleich mit und hänge sie samt morgens taunass eingepacktem Schlafsack in die Sonne, während ich Vesperpause mache. Das sind die Geschenke am Weg: unplanbar und wertvoll. (Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass dies auch "andersherum" geschieht: auf der Karte ist in einigen Kilometern eine Bar eingezeichnet, ein kleiner Laden - in der Wandererfantasie entstehen Bilder von netten Gesprächen unter bunten Sonnenschirmen bei kühlem alkoholfreiem Bier oder ähnliche (es gibt da viele Varianten...), und dann steht da ein verlassenes Haus mit geschlossenen Fensterläden und einem "a vendre"-Schild, oder ein Zettel hängt im Fenster, dass heute geschlossen bleibt, oder, oder...)

Der Mond ist schon wieder halb voll und die Nächte draußen eher kurz, da es spät dunkel wird und früh die Vögel "lärmen", trotzdem genieße ich es, mir keine Gedanken um Regenschutz machen zu müssen, lediglich darauf zu achten, dass ich Wasser dabeihabe, ehe ich irgendwo auf einer Wiese, an einem Waldrand, an einem Picknickplatz... bleibe. Immer wieder fasziniert es mich, wie rasch in der Früh aus einem "Schlafzimmer" dann wieder eine Wiese, ein Waldrand... wird, und nichts mehr davon zu sehen ist, dass ich hier übernachtete.

Gestern, am Pfingstsonntag, gelangte ich abends gegen sieben Uhr nach steilem Abstieg (inzwischen nicht mehr Kalk, sondern die Wege glitzernd von Quarz und Glimmer, blühendes Heidekraut, Kastanien- und Eichenwälder, grüne Waldberge und Höhen um 600, 700 m: nicht mehr Quercy, sondern Auvergne) und 33 km in Sonne und Hitze nach Conques: wie eine mittelalterliche Märchenerscheinung am Hang inmitten grüner Waldberge liegend mit engen, steilen Steingassen und der großen romanischen Abteikirche mit den spitzen Türmen. In der "Abbaye Sainte-Foy" neben der Kirche betreiben die Prämonstratenser- Brüder eine große Herberge - ich weiß, dass hier am Pfingstsonntag alles belegt sein dürfte, hatte aber irgendwo gelesen, dass in der Abtei in Conques immer eine Handvoll Betten für Pilger, die ohne Reservierung kommen, freigehalten werde, und tatsächlich bekomme ich für 14,- noch ein Bett in einem Zehnerzimmer, kann duschen und dann im Abendlicht durch den kleinen Ort bummeln, wo sich die Touristen in und vor den Restaurants drängen, v.a. dem großen "Charlemagne" = Karl der Große, verewigt im Tympanon der Kirche auf der Seite der Guten und Gerechten... Vor der Kirche hält ein weißgekleideter Mönch eine (französische) Predigt für die Gäste, während in der Kirche eine abendliche Pfingstmesse(?) abgehalten wird; um halb zehn gibt es noch ein klassisches Konzert - sehr besonders in diesem schmalen, 22 m! hohen, hellen Raum (für eine romanische Kirche eine schier unglaubliche Gewölbehöhe). Beeindruckend vor allem, als Geigerin und Cellistin ihre Instrumente weglegen und singen, mit ihren Stimmen, ganz ohne Mikrofon, den riesigen Kirchenraum füllend. Im Anschluss stehen alle noch vor dem Portal, welches wohl jeden Abend um 22:15 Uhr "illuminiert" wird: farbig angeleuchtet, nach und nach jede Szene, einzelne Figuren und Bereiche und am Ende das ganze Tympanon mit all seinen Figuren - das jüngste Gericht mit thronendem Christus, welcher mit mittelalterlich-christlicher Sicherheit die Welt in Gut und Böse einteilt, mit Gerechten, die von Engeln ins Paradies eingelassen werden, und mit den Verdammten, die von Teufeln in ihre Hölle geholt werden... jetzt leuchten die Mäntel in Blau und Rot, die Engel in Weiß und Gold, die Teufel und Ungeheuer in Grün und Braun, die Gesichter haben Farbe und es wird erahnbar, wie es ursprünglich um 1130 wohl ausgesehen haben mag, als alles farbig war...

Besuche heute dann noch den "Tressor": der reichste erhalten gebliebene mittelalterliche Kirchenschatz Frankreichs, hier in diesem Bergdorf während der Revolution vergraben und so bewahrt. Reliquien vor allem und Bucheinbände u.ä. = feinste Goldschmiedekunst! Hinter Panzerglas thront in einer Art Tempel die heilige Fides (Sainte-Foy im Französischen), im Jahre 303 zwölfjährig zur christlichen Märtyrerin geworden: eine über und über mit Gold und Edelsteinen  verzierte Figur, eher einem "heidnischen Götzenbild ähnelnd", eingearbeitet  ist die Schädeldecke der Zwölfjährigen... 

Inzwischen wurde auf den meisten Wiesen das Heu gemacht (dieser Duft!) und im reifenden Getreide blühen leuchtend blau die Kornblumen. Das sommerliche Wetter hält an. Ich bin sehr froh, dass die Ströme der Ferienzeit-Pilger mir nur entgegenkommen mit ihren Stöcken (das Klackern würde mich echt verrückt machen) und ich lediglich immer wieder und wieder "bon jour" sagen und dann wieder alleine wandern kann; wusch mich in einem kleinen Waldbach und werde nun mein Bett richten. Eine junge Französin schlug ihr Zelt auch hier auf, während ich schrieb, ein Weilchen unterhielten wir uns, da sie Englisch kann. Außer Bachrauschen und Vogelgezwitscher ist es ruhig, die Abendsonne bescheint noch die Wiese auf der anderen Bachseite, hierher reicht sie nicht mehr. Und obwohl es über Tag bereits so sommerlich heiß ist, kühlt es nachts auf unter 10°C ab, also gerade noch so eben fast gemütlich warm im Freiluftschlafzimmer...

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer
Begleitung
Allein
KulturellAbenteuerlichAbseits der PfadeEntspannend
  • Naturpark Causses du Quercy
  • Übernachtung auf einer Waldlichtung abseits des Weges
  • Cajarc
  • Figeac
  • Abbaye Sainte-Foy in Conques
  • romanische Abteikirche und illuminiertes Tympanon
  • klassisches Konzert in der Kirche
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  • Bett in der Herberge der Abbaye Sainte-Foy in Conques14 €
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